Monsterwellen und Seeungeheuer

Stapellauf MS München

Stapellauf MS München

31. Okt 2012 – 17:02:05

Die MS München war ein deutscher Seefrachter, der am 12. Mai 1972 im Hafen von Antwerpen vom Stapel lief. Die genaue Uhrzeit des Stapellaufs konnte ich nicht herausfinden, aber nimmt man den Moment des Sonnenaufgangs (Sonne Konjunktion Aszendent bzw. die Sonne überschreitet den Horizont), dann lässt das Bild des Osthimmels für dieses Schiff Übles vermuten. 

Es ist kurz vor Neumond, der Mond daher auf der Stellarium-Grafik nicht sichtbar. Für Neuanfänge ist die Phase vor Neumond, der balsamische Mond, immer eine schwierige und ungünstige Zeit. Ab 9 Uhr begann an diesem 12. Mai 1972 nämlich das 30. Tithi des indischen Mondkalenders – Amavasya.

Florian Euringer schreibt zu diesem Neumondtag in seinem Buch Indische Astrologie:

Am Neumondtag ereignen sich mehr Unfälle als sonst. Da hat ein Brett schon lange geknarrt und geächzt; erst heute, da die Sonne den Mond verbrennt, verliert es auch das letzte bisschen Elastizität, es gibt nach und bricht – der Mensch, der darauf stand, fällt und verletzt sich. Das Brett brach nicht, weil Neumond ist, sondern weil das Brett alt und weil Neumond war. Gleiches geschieht auch auf mentaler Ebene. Umstände, die bislang „gerade noch so“ zu ertragen waren, werden heute unerträglich – der berühmte Strohhalm zuviel, der den Esel zusammenbrechen lässt.

Osthimmel Stapellauf

Osthimmel Stapellauf

Außerdem tauchte gleichzeitig mit der Sonne das berüchtigte Sternbild Cetus (Walfisch) am Horizont auf. Es hat den Anschein, als wolle das „Monster der Tiefsee“ die Sonne (wie auch den unsichtbaren, „dunklen“ Mond) verschlingen.

Der Westhimmel macht keinen beruhigerenden Eindruck, denn mit der aufgehenden Sonne geht im Westen der rötlich funkelnde Hauptstern des Sternbildes Skorpion unter: Antares. Auch Pluto befindet sich auf der Horizontebene im Untergang. Er stand am Tag des Stapellaufs in engem Quadrat zum Mars.

Westhimmel Stapellauf

Westhimmel Stapellauf

Anfang Dezember 1978 braute sich über dem Atlantik ein schwerer Orkan mit hohem Seegang zusammen. Die MS München verließ am 7. Dezember Bremerhaven und nahm Kurs auf die nordamerikanische Ostküste. Als sich das Schiff fünf Tage später nördlich der Azoren befand, war der letzte Funkkontakt zu einem anderen Schiff im Atlantik. Der Funker meldete kurz nach Mitternacht (00:07 UT) des 12. Dezember 1978 sehr schlechtes Wetter und Beschädigungen am Schiff. Drei Stunden später, um 03:10 GMT, erreichten ein weiteres Schiff im Atlantik mehrere sehr schwache SOS-Rufe der MS München (letzte Positionsangabe: 27W30 und 46N15). Seitdem ist das Schiff spurlos verschwunden, und auch intensive internationale Such- und Rettungsaktionen konnten nichts über den Verbleib des Frachters in Erfahrung bringen. Gefunden wurden nur drei Leichter (das Frachtgut der MS München), ein leeres, zerstörtes Rettungsboot, eine Notfunkbake sowie unbenutzte, teils ölverschmierte Rettungsinseln. Die MS München blieb samt Besatzung (28 Personen) verschollen.

Synastrie Stapellauf und SOS

Synastrie Stapellauf und SOS

Der Mond befand sich kurz nach Mitternacht beim letzten Funkkontakt mit dem Schiff in enger Konjunktion mit dem Asteroiden Karma auf der Radix-Position der Sonne des Stapellaufs. Die Sonne befand sich in dieser Nacht wiederum in enger Konjunktion mit Neptun auf der 8. Hausspitze des Sonnenaufgangs-Horoskops des Stapellaufs. Transit-Mars befand sich in Konjunktion mit dem Asteroiden Alekto im exakten Quadrat zum Pluto und in Opposition zu seiner Position des Stapellaufs.

SOS_ICIn Stellarium zeigt die Grafik rechts für diese Nacht bei unterer Kulmination der Sonne (Sonne Konjunktion IC) Neptun, Mars, Alekto und Megaira in den Sternbildern Skorpion und Schütze, ungefähr in dem Abschnitt, der in der indischen Astrologie dem zerstörerischen Nakshatra Mula zugeordnet wird. Über dem Horizont sehen wir in der Grafik unten links, dass das Sternbild Cetus (Walfisch) den gesamten III. Quadranten ausfüllt, und außerdem den Mond, der vom Seeungeheuer verschlungen wird. Der Asteroid Karma befindet sich nördlich der Ekliptik, d.h. außerhalb des Grafikausschnitts.

MS München SOS

Heute wird vermutet, dass die MS München und ihre Besatzung in diesem schweren Orkan einer so genannten Monsterwelle, auch „Kaventsmänner“ oder „Freak-Waves“ genannt, zum Opfer gefallen ist. Mit Höhen von über 25 Metern werden solche Monsterwellen doppelt so hoch wie gewöhnliche hohe Wellen auf See. Die Wellenflanke ist meist sehr steil, als rolle eine „riesige Wand aus Wasser“ auf das Schiff zu. Die enorme Höhe und die hohe Geschwindigkeit solcher Wellen erzeugen derart gewaltige Kräfte, dass kleinere Schiffe geradezu „verschluckt“ oder zerschlagen werden können. Auch für Großschiffe wie die MS München stellen Monsterwellen eine ernste Gefahr bis hin zum Zerbrechen dar.

Ein Tsunami ist ebenfalls eine Art „Monsterwelle“, und zwar, wenn er die Küste erreicht. Dann kann ein Tsunami sogar eine Höhe von 50 Metern erreichen. Als nach dem Seebeben im Pazifik im März 2011 ein Tsunami die japanische Küste und das AKW Fukushima verwüstete, kulminierte am Himmel ebenfalls das Sternbild Cetus.

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