Nakshatra Krittika, Uttara Phalguni und Uttara Ashadha (Sonne)

25. Nov 2012 – 18:47:59

SonneDie Sonne nimmt in der indischen Astrologie eine zentrale Stellung ein, denn sie ist Karaka (Signifikator) für Sarva-Atman, für das „höhere Selbst“ (die unsterbliche Seele), das gemäß Advaita Vedanta eins ist mit Brahman, der universellen Seele (Weltseele). Sie gilt als natürlicher Übeltäter (Malefic, Krura Graha), denn sie bringt auf der materiellen Ebene, auf der Maya herrscht, Trennung mit sich, die notwendig ist, um dieses Selbst in sich finden zu können. Das vorherrschende Guna in den von der Sonne beherrschten Nakshatras ist Sattva, „das Seiende, Wahre“, auch „Klarheit, Harmonie“, womit zum Ausdruck kommt, dass die Trennungen, die die Sonne „erzeugt“ (die eigentliche Bedeutung des Begriffes Karaka), Erkenntnis und Erlösung zum Ziel haben. 

Krittika

Nakshatra Krittika

Nakshatra Krittika

„Messer, scharfe Klinge“
Gottheit: Agni, der Gott des Feuers
Fixstern: Plejaden im Sternbild Stier
Shakti: die Fähigkeit, zu verbrennen
Obere Ebene: Hitze
Untere Ebene: Licht
Ergebnis: Verbrennung oder Reinigung

Feuer wurde in der indischen Kultur immer als Mittel zur Reinigung (Purifizierung) aufgefasst, und als Medium, um mit der Welt der Götter unmittelbarer in Kontakt treten zu können. Agni gilt als „der alles durchdringende Geist“. Er manifestiert sich auf der Erde als Feuer, in der Luft als Blitz in seiner Erscheinungsform des Gottes Indra, und am Himmel als Sonne als Erscheinungsform des Gottes Surya. Das Licht, das beim Verbrennen entsteht, kann die Menschen „erleuchten“, ihnen den Weg zu ihrem Ziel zeigen, während der nach oben steigende Rauch direkt mit der Welt der Götter zu verbinden mag. Die Hitze der oberen Ebene deutet darauf hin, das die himmlischen Energien der Hitze und des Feuers die Wunschnatur (Kama) des Menschen zu reinigen vermag, die dessen Seele ansonsten immer tiefer in die täuschende Welt der Maya verstrickt. Mit dieser Unterstützung „von oben“ (aus den Bereichen des Überbewussten) kann sich der Mensch von unnötigem Ballast trennen und seiner wahren Natur wieder bewusst werden.

Plejaden im Sternbild Stier

Plejaden im Sternbild Stier

Die indische Mythologie erzählt von einem Sohn des Götterpaares Shiva und Parvati mit Namen Skanda (auch Subrahmanya oder Murugan), der von sieben Schwestern erzogen wurde, den Krttikas (Kartikas). Diese Schwestern, auch bekannt als Matrikas, sind die Sterngruppe der Plejaden, und Skanda erhielt seinen späteren Namen Kartikeya nach seinen Ziehmüttern. Er führte als Kriegsgottheit den Kampf gegen die mächtigen Asuras (Dämonen) an.

In diesem Nakshatra geht es ganz offensichtlich um Zerstörung, um Trennung von den Dingen, die den Zugang zum „höheren Selbst“ versperren. Krittika hat eine gemischte Qualität (mishra). In seiner Schärfe unterstützt es intensive Entwicklungen, die mit Furcht und Schmerz verbunden sein mögen. Gleichzeitig ist Krittika auch ein weiches Nakshatra, was bedeutet, dass die unangenehme Zerstörung, die seine Qualität mit sich bringt, schlussendlich ihr Gutes haben wird, denn häufig ist Zerstörung notwendig, damit in der Zukunft wieder Wachstum und Fruchtbarkeit möglich werden. Operationen stehen zum Beispiel unter einem guten Stern, wenn sich der Mond in diesem Nakshatra befindet. Der Schnitt des Chirurgen ist schmerzhaft, schlussendlich jedoch meist heilbringend und entwicklungsfördernd.

Plejaden

Plejaden

Johannes Calvin, französischer Reformator und Begründer des Calvinismus, John Dillinger, Amerikas „Staatsfeind Nr. 1“, sowie der Raketeningenieur Wernher von Braun wurden jeweils mit Mond in Krittika geboren.

 

Uttara Phalguni

Nakshatra Uttara Phalguni

Uttara Phalguni

„späterer (hinterer) Rötliche“
Gottheit: Aryaman, der Gott der Verträge
Fixstern: Denebola im Sternbild Löwe
Shakti: die Fähigkeit, durch Heirat (einen Zusammenschluss) Reichtum zu erlangen
Obere Ebene: Reichtum, den man von seiner Familie erhält
Untere Ebene: Reichtum der Familie des Partners
Ergebnis: das Anhäufen von Reichtum

Aryaman ist wie die Gottheit Bhaga des vorangehenden Nakshatras Purva Phalguni ein Aditya, ein Sohn der Aditi. Er ist die Personifikation der Gastlichkeit und wacht über den Zusammenhalt und die Beziehungen innerhalb der Familie. Insbesondere Heirat und Ehe fallen in seinen Herrschaftsbereich. Er ist berühmt für seine Führungsqualitäten.

Der Name des Fixsterns Denebola im Sternbild Löwe leitet sich her aus seiner ursprünglichen arabischen Bezeichnung Al Dhanab al Asad: der „Schwanz des Löwen“. Der persische Astronom und Astrologe Al Biruni berichtet, dass er von indischen Astronomen erfuhr, dass Denebola gemeinsam mit Sternen des nördlich über dem Schwanz des Löwen gelegenen Sternbildes Haar der Berenike (Coma Berenices) dieses Nakshatra bilden würde. Denebola übt als Fixstern eine zwiespältige Wirkung aus. Er kann auf Reichtum und Aufstieg im Leben hinweisen, hängt allerdings oft auch mit Sturz und Niedergang zusammen.

Ahriman/Aryaman

Ahriman/Aryaman

Uttara Phalguni bildet mit seinem Vorgänger, Purva Phalguni, eine gemeinsame Konstellation, die zu großen Teilen dem Sternbild Löwe entspricht. Purva Phalguni ist die venusische, weibliche Seite, Uttara Phalguni die männliche, sonnenhafte, bei der die Betonung auf dem Thema Ehrgeiz und Autorität liegt und in dem nicht selten Hindernisse und Hemmungen im Leben im Vordergrund stehen, die es zu überwinden gilt. Oft sucht man dabei die Unterstützung von anderen, indem man sich zu einer Gruppe zusammenschließt, einem „Clan“ beitritt (durch Heirat), oder eine eigene Familie gründet. Uttara Phalguni hat eine fixe Natur (dhruva, sthira), die bestrebt ist, Dinge von anhaltender Dauer zu erschaffen.

Carla Bruni, Fotomodell, Chanson-Sängerin und Ehefrau des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten, der Schauspieler Mel Gibson sowie Otto Hahn, der „Vater der Kernchemie“ und Entdecker der Kernspaltung, wurden mit dem Mond in Uttara Phalguni geboren.

Uttara Ashadha

Uttara Ashadha

Uttara Ashadha

„späterer (hinterer) Unbesiegbare“
Gottheit: die zehn Vishvadevas
Fixstern: Nunki und Ascella im Sternbild Schütze
Shakti: Fähigkeit, einen unanfechtbaren Sieg herbeizuführen
Obere Ebene: die Kraft, um zu gewinnen
Untere Ebene: das Ziel, dass man gewinnen kann
Ergebnis: unschlagbarer Gewinner (Sieger) werden

NunkiUttara Ashadha, der Bogenschütze im Sternbild Schütze, ist ein ausgesprochen erfolgsorientiertes Nakshatra. Es wird gebildet durch die Fixsterne Nunki und Ascella in der Mitte des Sternbildes Schütze. Der Name Nunki stammt aus sumerischer Zeit und bedeutet „göttlicher Ort der Erde“. Über diesen Ort (die sumerische heilige Stadt Eridu) herrschte die sumerische Gottheit Enki, eine Schöpfungsgottheit, die als „Herr der Erde“ verehrt wurde. Eine Webseite, die sich dem sumerischen Götterhimmel widmet, schildert ihn als „rebellischen“ Gott, der sich dem Willen seiner göttlichen Brüder immer wieder entzog, zum Beispiel:

So dürfte Enki als die „Schlange im Garten Eden“ den Menschen (mit denen er sich mehr als andere identifizierte) einige Geheimnisse gesteckt haben, welche die Menschen eigentlich (noch) nicht wissen durften.
www.gottwissen.de

Enki

Enki

Die Vishvadevas, die über die Angelegenheiten von Uttara Ashadha wachen, sind zehn universelle vedische Gottheiten, die folgende Eigenschaften personifizieren: 1. Vasu (das Gute), 2. Satya (Wahrheit), 3. Kratu (Willenskraft), 4. Daksha (Geschicklichkeit), 5. Kala (Zeit), 6. Kama (Liebe, Wunschkraft), 7. Dhrti (Festigkeit), 8. Kuru (Vorfahren der solaren Herrscher), 9. Pururavas (Vorfahren der lunaren Herrscher) und 10. Madravas (Freude). Mit ihrer Unterstützung und den von ihnen vertretenen Eigenschaften kann der Mensch zum unschlagbaren Sieger werden, was die Siegesgewissheit des vorangehenden Nakshatras Purva Ashadha noch übertrifft, denn mit diesem „göttlichen Rückenwind“ winkt dem Menschen hier Glück, Ruhm und Erfolg, und die Ergebnisse können aufgrund der fixen Natur dieses Nakshatras von lang anhaltender Dauer sein.

Der legendäre amerikanische General George Patton, u.a. bekannt als Befreier des Konzentrationslagers Buchenwald, wurde mit dem Mond in Uttara Ashadha geboren. Außerdem George Washington, der im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Oberbefehlshaber der „Kontinental-Armee“ war und nach der Unabhängigkeitserklärung zum ersten Präsidenten der neu gegründeten USA gewählt wurde. Sein späterer Nachfolger Abraham Lincoln, der während des amerikanischen Bürgerkrieges US-Präsident war, wurde ebenfalls mit dem Mond in Uttara Ashadha geboren.

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