Indische Mondphasen: 13. Tithi „Trayodashi“

03. Mai 2012 – 12:52:30

13. Tithi – Trayodashi Shukla Paksha – Kamadeva – Sieg

13. Tithi Trayodashi

13. Tithi Trayodashi

Der 13. lunare Tag der zunehmenden Mondphase, Trayodashi Shukla Paksha, ist ein günstiger Tag für alle Aktivitäten, mit denen wir unsere Wünsche und Bedürfnisse erfüllen möchten: Wünsche nach Freude, Zerstreuung, sogar Ausschweifung. Heute ist ein Tag der Sinne und der sinnlichen Vergnügen. Zum Beispiel der ideale Shopping-Tag! 

Kamadeva

Kamadeva

Trayodashi wird von Kamadeva beherrscht. Diese hinduistische Gottheit hat große Ähnlichkeit mit dem griechischen Gott Eros bzw. dem römischen Amor (Cupido). Kamadeva ist die Personifikation von Kama, der Begierde und der weltlichen Genüsse. Er ist der hinduistische Gott der erotischen Liebe. Je nach Entwicklungsstadium des Menschen (d.h. je nachdem, auf welchem Wegabschnitt seines Karmas ein Mensch sich gerade befindet), ist gemäß hinduistischer Philosophie die Erfüllung der Wünsche (kama) eine wichtige Voraussetzung, um in der persönlichen Entwicklung weitergehen zu können (Purusharthas: Die vier Lebensziele des Menschen).

Der Sonne/Mond-Abstand beträgt am 13. lunaren Tag des Shukla Paksha 144° bis 156°. Trayodashi beginnt mit dem Aspekt Biquintil (144°) und endet nach dem Quincunx (150°). Das Quincunx liegt im Zentrum des 13. Tithi.

Fünfeck: Quintil und Biquintil

Fünfeck: Quintil und Biquintil

Das Biquintil gehört in die Reihe der Aspekte, die ein Vielfaches von 36° (Dezil) bilden: das Dezil, das Quintil (72°), das Tridezil (108°) und das Biquintil (144°). Sie markieren den Beginn des 4., 7., 10. und 13. Tithis, bzw. das Ende des jeweils vorhergehenden. Abgesehen vom 4. Tithi sind dies sämtlich freundliche und angenehme Lunartage.

Das Biquintil kann eine Fülle der sinnlich erfahrbaren Harmonie zwischen zwei Planeten offenbaren. Das Pentagramm, eingezeichnet in einen Kreis, besteht aus fünf Biquintilen. In diesem Pentagramm wird jedes Biquintil von zwei anderen Biquintilen gekreuzt. Die Kreuzungspunkte teilen das Biquintil im Maß des Goldenen Schnitts auf.

Goldener Schnitt im Efeu-Blatt

Goldener Schnitt im Efeu-Blatt

Die Proportion des Goldenen Schnitts gilt in Malerei und Architektur als ausgesprochen harmonisch. Auch in der Natur ist der „Goldschnitt“ eine weit verbreitete Maßeinteilung. Sie findet sich zum Beispiel im Aufbau des menschlichen Körpers, in der Blüte der Sonnenblume und auf einem Efeublatt wieder. Manche Planeten- und Mondbahnen sind nach dem Prinzip des Goldenen Schnitts angeordnet. Legierungen können eine Quasikristallstruktur aufweisen, die nach dem Prinzip des Goldenen Schnitts aufgebaut sind.

Das Quincunx bildet einen Zwölfstern und im Kreis gemeinsam mit dem 30°-Aspekt Halbsextil ein Zwölfeck. Die Zwölf hat in der abendländischen Kultur eine überragende Bedeutung:

  • 12 Stämme Israels, Apostel, biblische Edelsteine usw.
  • 12 Tore und Engel des himmlischen Jerusalem
  • 12 Imame als Nachfolger des Propheten Mohammed
  • 12 Rauhnächte
  • 12 Ritter der Tafelrunde
  • 12 olympische Hauptgötter
  • 12 Arbeiten des Herkules
  • 12 Paläste in Asgard (nordische Mythologie)
  • 12 Jyotirlingas
  • 12 Namen Suryas (der vedische Sonnen-Gott)
  • 12 Tierkreiszeichen
  • 12 Töne in der Musik

….. Die Reihe lässt sich schier endlos fortsetzen.

Quincunx

Quincunx

Die Zwölf und die Fünf stehen in subtiler Verbindung, denn das Dodekaeder, die „dreidimensionale Zwölf“, besteht aus zwölf Pentagonen (Fünfecke). Der Zusammenhang findet sich wieder in der Bezeichnung „Pentagondodekaeder„. Archäologische Fundstücke aus der Römerzeit, die in Gegenden gefunden wurden, die zuvor von Kelten besiedelt waren (vor allem in Deutschland und Frankreich), besitzen die Form eines Pentagondodekaeders. Möglicherweise dienten sie astronomisch-astrologischen Zwecken.

Pentagon-Dodekaeder

Pentagon-Dodekaeder

Zurück zum Quincunx. In der Astrologischen Psychologie wird es der „Sehnsuchtsaspekt“ genannt. Das Bewusstsein strebt im Denken und Fühlen intensiv nach etwas, das noch nicht da ist sondern weit entfernt. Man möchte es ergreifen, greift aber daneben – der Arm ist noch zu kurz, das Objekt der Begierde noch zu weit weg. Das Sehnen ist eine Art des Wünschens (kama). Ich wünsche mir bei einem Quincunx an einem Ort zu sein, an dem ich jetzt noch nicht bin, oder eine Sache zu besitzen, die ich jetzt noch nicht habe. Um dorthin zu kommen, muss ich mich für das Ziel entscheiden und den besten Weg dorthin erkunden. Dann wird der Wunsch zum Wille. Deshalb bezeichnet die Astrologische Psychologie das Quincunx auch als willensbildenden Aspekt.

Werden wir uns heute also all dessen bewusst, was unser Leben in subtiler und natürlicher Weise harmonisieren kann (Biquintil), wünschen wir es uns und erkunden den besten Weg dorthin (Quincunx). Der Tag ist offenbar ideal für Wünsche und ihre Erfüllung!

Lese-Tipp:
astrologix-Diskussion über das Biquintil

Bild-Quellen:
Kamadeva: Wikimedia
Efeublatt: Galilea
Dodekaeder: Peter Steinberg
alle anderen: StarfishBirgit

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