Myanmar (Burma, Birma)

17. Mai 2008 – 19:10:21

In Nicholas Campions „Buch der Welthoroskope“ (Edition Astrodata) fand ich diesen Hinweis:

Die Unabhängigkeit wurde am 4. Januar 1948 um 4.20 Uhr wirksam, denn „diese Stunde wurde von burmesischen Astrologen als besonders günstig gewählt.“

Die Grafik zeigt das vedische Horoskop dieses Zeitpunktes, berechnet auf die damalige Hauptstadt Rangun. Mir ist nicht bekannt, nach welchen astrologischen Regeln die damaligen burmesischen Astrologen vorgingen. 

Rashi D1 siderisch

Rashi D1 siderisch

Indisch zeigt sich in der Tat ein starkes Bild. Der Aszendent im martialischen Skorpion mit Mars im 10. Haus in Löwe könnte bereits vor sechzig Jahren den Grundstein für eine – leider – erfolgreiche jahrzehntelange Militärdiktatur gelegt haben. Skorpion weist auf ein Bedürfnis nach Macht und Kontrolle hin. Bei Gründung stand der Mond in einem von Mars beherrschten Nakshatra und in einem von Rahu beherrschten Navamsha.

Der Lagnesh ist folglich gerade in den ersten Jahren sehr prägend und aktiv, in eher negativem Sinne gestärkt vom unersättlichen Rahu, der in Widder im 6. Haus stehend die Ziele seines Zeichenherrscher verfolgen möchte. Jupiter ist für den Skorpion-Aszendenten ein starker Wohltäter, im 1. Haus sehr vorteilhaft plaziert. Wir sehen außerdem den Herrscher des 10. Hauses in Schütze im 2. Haus. Allein diese Kombinationen können bereits als Hinweis auf eine Militärregierung (ein Mars-regierter Aszendent, Mars im 10. Haus) gewertet werden, deren hauptsächliches Ziel die persönliche Bereicherung ist (Herrscher von 10 in 2).

Myanmar Vimshottari DashaIm Februar 1962 riss tatsächlich das Militär die Macht an sich, zu Beginn des Rahu/Merkur Dashas. Rahu arbeitet in Widder stehend für Mars, den Lagnesh und gleichzeitig Signifikator für das Militär. Merkur ist Herrscher des 8. Hauses der Krisen und Revolutionen sowie des 11. Hauses der Gewinne und des Profitstrebens.

Dass es dem Volk dabei nicht gut ergeht, erkennen wir an der Stellung des Mondes. Er ist Signifikator für die Bedürfnisse des Volkes. Der Mond wird durch ein Papakartari Yoga von Mars und Ketu wesentlich in seiner Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt, außerdem durch einen Aspekt von Saturn. Auf der einen Seite Mars, das kontrollierende Militär, auf der anderen Seite Saturn und Ketu. Saturn befindet sich als Herrscher des 4. Hauses im 9. Haus, eine Raja Yoga Kombination, die in erster Linie tiefe spirituelle Grundsätze und eine starke Religiosität anzeigt. Saturn ist außerdem Atmakaraka, Signifikator für die Seele. Auch Ketu im 12. Haus ist im Grunde auf die Loslösung von der materiellen Ebene ausgerichtet, auf Moksha, die endgültige Befreiung. Es scheint diese Kombination von martialischer Energie einerseits und einer tief verwurzelten buddhistischen Mentalität auf der anderen Seite zu sein, welche dieses Volk im wahrsten Sinne des Wortes einsperren, nicht zum Zuge kommen lassen, ihm grundlegende Rechte nicht zugestehen.

Eventuell bietet das vor einem Jahr begonnene Merkur Mahadasha dem Volk Hoffnung, dass sich seine elende Lage in Zukunft bessern könnte. Merkur steht in enger Konjunktion mit der Sonne, was ihn schwächt. Als Herrscher des 8. Hauses steht er mit Krisen, Veränderungen und auch Tod, z.B. durch Naturkatastrophen in Verbindung, aber auch mit Revolutionen und Aufständen. Immerhin kam die Militärdiktatur während eines Merkur Bhuktis an die Macht. Da die Sonne Signifikator für die Regierung ist, bleibt zu hoffen, dass Merkurs Dasha nicht nur den Tod Hunderttausender Opfer durch den Zyklon Nargis mit sich brachte, sondern in naher Zukunft auch den Sturz des menschenverachtenden Militärregimes anzeigen wird und damit das Volk direkten Anteil am Reichtum des Landes erhält, wie es der Mond in einem Merkurregierten Zeichen andeuten könnte.

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