Indische Mondphasen: 12. Tithi „Dvadashi“

02.05.12 – 18:35:50

12. Tithi – Dvadashi Shukla Paksha -– Vishnu -– Ruhm

Mond_Phasen Buckelmond1Das 12. Tithi Dvadashi in der zunehmenden Mondphase (Shukla Paksha) entspricht der Phase des Buckelmondes (Dane Rudhyar: gibbous moon, eigentlich mit Dreiviertelmond zu übersetzen). 

12. Tithi Dvadashi

12. Tithi Dvadashi

Der zwölfte lunare Tag besitzt eine transzendente Ausrichtung. Wünschte man am elften Tag Ekadashi noch, den Himmel auf die Erde zu holen, möchte sich heute unser mind (= der Mond) mit seinen spirituellen Wurzeln, d.h. mit der geistigen Welt wieder neu verbinden. Die Tendenz dieses Tages ist nicht mehr, die Freuden des Lebens voll auszukosten wie in Ekadashi, sondern dem Irdischen zu entsagen. Heute ist deshalb ein günstiger Tag für religiöse Rituale und spirituelle Praktiken, für Meditation, Fasten und religiöse Zeremonien, die uns mit unserem Ursprung rückverbinden können. Sind wir dennoch gezwungen, uns mit der „schnöden Welt“ auseinanderzusetzen, können wir bei unseren heutigen Aktivitäten darauf achten, dass nicht persönliche Vorteile und materieller Profit im Vordergrund unseres Tuns stehen, sondern dass wir uns bemühen, aus unserer Mitte heraus zu handeln, d.h. auch die tieferen/höheren Ebenen des Seins in unser Denken und Handeln miteinbeziehen. Davon abgesehen ist heute für die meisten Vorhaben ein vorteilhafter Tag.

Vishnu

Vishnu

Das zwölfte Tithi untersteht Vishnu, dem erhaltenden Aspekt Brahmans. Brahman lässt sich mit seinen drei Aspekten Brahma = der Schöpfer, Vishnu = der Erhalter und Shiva = der Zerstörer umschreiben. Vishnu wacht hier über das Gleichgewicht zwischen Erschaffung und Zerstörung und betont im Tithi Dvadashi den stabilisierenden Einfluss eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen Materie und Geist, zwischen Erde und Himmel, zwischen dem Menschen und dem Göttlichen.

Vom Anderthalbquadrat zum Biquintil

Achteck - Oktagon

Achteck – Oktagon

Im Laufe des 12. lunaren Tages entfernt sich der Mond 132° bis 144° von der Sonne. Das Anderthalbquadrat, der 135°-Aspekt, steht im Zentrum des 12. Tithis. Der Name bringt bereits zum Ausdruck, dass eine Verwandtschaft zwischen Quadraten (90°-Aspekt), Halb- (45°-Aspekte) und Anderthalbquadraten (135°-Aspekt) besteht. Sie basieren auf einer Teilung des Kreisesin vier und acht Teile (Oktagon). Bislang markierte das Tithi, in dem sich der Mond in einer Aspektbeziehung zur Sonne befand, die sich im Viereck oder Achteck widerspiegelt, eine schwierige und konfliktreiche Phase. Beim Halbquadrat war es das 4. Tithi mit seiner negativen, widerstandsorientierten Qualität. Das Quadrat zeigte sich im kritischen 8. Tithi, dessen Irritationen sich im nachfolgenden 9. Tithi fortsetzten, wenn auch abgeschwächt. Das Anderthalbquadrat des 12. Tithis reflektiert offenbar nur insofern eine kritische Phase, als dass wir die Rückverbindung zu unserem spirituellen Ursprung nicht vergessen sondern aktiv suchen sollen. Dane Rudhyar erwähnt in seinem Buch Astrologische Aspekte in Zusammenhang mit dem Anderthalbquadrat des zunehmenden Aspektzyklus‘ das Stichwort Erwachen.

Am Ende des 12. lunaren Tages steht das Biquintil. Darüber morgen mehr beim 13. Tithi…

Lese-Tipp:
Dane Rudhyar: Astrologische Aspekte

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