Erstes Uranus/Pluto-Quadrat 2012

24. Mär 2009 – 15:10:08

Angeregt durch einen ausgezeichneten Artikel von Dr. Reinhard Müller im Astrolog Nr. 163 von Mai 2008 über den Uranus/Pluto-Zyklus habe ich mir das Horoskop des kommenden (ersten) Quadrates dieser beiden Planeten angeschaut. Meine beiden Astro-Programme geben für die erste Exaktheit dieses Quadrates den 24. Juni 2012 um 11.11 Uhr an. Als Bezugsort habe ich unsere Hauptstadt Berlin gewählt.

Zunächst einige Zitate aus dem Artikel von Dr. Reinhard Müller:

UranusPlutoQuadrat Juni 2012„Der Uranus/Pluto-Zyklus hat somit inhaltlich mit gesellschaftlichen, geistigen und spirituellen Entwicklungen zu tun, die auf Infragestellung bisheriger Grundfesten, Machtverhältnisse und Einsichten und ihre grundlegende Veränderung und Transformation in Richtung mehr innere Freiheit und geistiger Weiterentwicklung gerichtet ist. Es geht im Wesentlichen um das Einbringen und die Entwicklung neuer gesellschaftlicher Strukturen und Kräfte (…).

Fritjof Capra schreibt, dass die gesellschaftliche Entwicklung sich nicht linear, sondern in Zyklen und Bögen vollzieht. Hierbei entstehen an bestimmten zeitlichen Stellen Schnittpunkte, in denen die alte Kultur, die gerade ihren Höhepunkt überschritten hat, sich im Prozess des Abstiegs und Niedergangs befindet, während eine neue Kultur sich schon sukzessive am Heranbilden ist. In dieser Phase entstehen zum Teil heftige Kämpfe und Auseinandersetzungen zwischen diesen Tendenzen. Der Uranus/Pluto-Zyklus markiert diese Phasen des Durchbrechens neuer und des Versuchs alter Tendenzen, ihre bisherige Macht- und Dominanzstellung mit aller Macht aufrecht zu erhalten. Auf einer tieferen Ebene hat der Uranus/Pluto-Zyklus mit Licht und Schatten zu tun: die alten Tendenzen kehren noch einmal mit aller Wucht und mit großer Macht ihre Schatten heraus, sie machen jetzt deutlich, dass es nicht nur lichtvolle Seiten der alten Kultur, wie nach außen vermittelt, gegeben hat. Die alte Kultur zeigt noch einmal „ihre Zähne“, aus einer gewissen Machtstellung und der resistenten Angst vor Veränderung heraus.“ 

Im Aspektzyklus markiert das zunehmende Quadrat eine Krise oder einen Konflikt, der aktiv angegangen werden soll. Psychologisch gesehen geht es darum zu schauen, inwieweit man die jeweiligen Planetenkräfte handhaben kann, sie „im Griff“ hat. Fehleinschätzungen, Ungereimtheiten und Illusionen werden in dieser Zeit meist schmerzhaft bewusst. Das Quadrat fordert eine entschiedene Aktion hinsichtlich der neuen Einsichten und der Richtung, die die Konjunktion angedeutet hat.

Für Deutschland befindet sich Pluto während des ersten Quadrates zu Uranus im 4. Haus, jedoch schon im Einzugsbereich des 5. Hauses. Er steht im Schatten der 5. Hausspitze, wo er zwei Herren dienen muss: einerseits dem Kollektiv mit dem Wunsch der Anpassung und Einordnung (die „Gemütlichkeit“ und das „Gleich-sein-wollen“ des 4. Hauses), andererseits dem Wunsch nach persönlichem Ausdruck (die „Spielwiese“ des 5. Hauses). Die Opposition zur Sonne deutet dabei auf Machtthemen hin, zum Beispiel das Delegieren der Macht an andere, an Regierungshäupter, Vorgesetzte etc., obwohl man doch eigentlich auch selbst die Probleme in die Hand nehmen könnte. Die Sonne steht am Talpunkt des 10. Hauses, was die Ohnmacht der Regierenden und „Autoritäten“ anzeigen könnte, die Pluto unten im Kollektiv mehr und mehr frustriert. Dieser in der Opposition angestaute Frust kann sich leicht im Uranus an der Spitze des Leistungsdreiecks zwischen Sonne, Pluto und Uranus entladen. Im 8. Haus wird Uranus bestehende Systeme ändern, „revolutionieren“ wollen, allen voran gesellschaftlich Systeme, aber auch Ideen und Leitbilder.

Das Horoskop erweckt dabei den Anschein, dass Venus in Konjunktion mit Jupiter ein Wegweiser für die Zielrichtung dieser Revolution sein könnte. Pluto bildet ein Quincunx, Uranus ein Sextil zur Venus, die gemeinsam mit Jupiter am MC steht. Dieser Konjunktion geht es zunächst einmal um Lebensfreude und Genuss auf einer materiellen Ebene. Die MC-Stellung könnte hier jedoch tatsächlich auf „zu hoch gesteckte Ziele“ in Bezug auf Genuss hinweisen, auf einen Anspruch „verwöhnt“ zu werden, auf Bequemlichkeit und materiellen Überfluss. Die Stellung dieser Konjunktion am absteigenden Mondknoten betont die Vermutung, dass es sich bei diesem Anspruch um einen Reflexmechanismus oder Automatismus handelt, der die weitere Entwicklung behindert. Möglicherweise ist diese Betonung des materiellen Genusses eine Folge des unaspektierten Saturns im 2. Haus. Er betont hier das Bedürfnis nach Sicherheit, nach einem eigenen, abgegrenzten Lebensraum. Dieses Ausmaß an Suche nach Sicherheit im materiellen Bereich ist oft ein Anzeiger eines Selbstwertproblems.

Mondknotenhoroskop

Mondknotenhoroskop

Da Saturn auch im Mondknotenhoroskop an der gleichen Stelle des 2. Hauses steht, ist das Sicherungsstreben besonders undifferenziert und reflexhaft. Die fehlenden Aspekte weisen darauf hin, dass dieser Saturn eigentlich nie ein wirkliches Gespür dafür entwickelt, wann er genug hat, wann er wirklich sicher und satt ist.

Der aufsteigende Mondknoten am IC fordert dazu auf, das zwanghafte Bedürfnis nach Anerkennung und Bestätigung, hier insbesondere mit Venus und Jupiter nach Verwöhnung und Genuss, für den die Allgemeinheit oder die Machthabenden zu sorgen haben, loszulasssen und sich mehr dem Innenleben und dessen Gefühlswerten zuzuwenden, das heißt im Grunde, Geborgenheit auf immateriellen Werten aufzubauen. Dazu gehört, sich seiner Wurzeln bewusst zu werden, eventuell auch, sich mit seiner Herkunft auszusöhnen, eigene Schwächen und Bedürftigkeiten zu akzeptieren.

Interessanterweise ist es genau dieser Prozess, dem auch das Zeichen Jungfrau unterliegt, das hier durch den Aszendenten betont ist. Der Aszendent beschreibt unter anderem das Entwicklungsziel der Seele. Auf einer vordergründigen Ebene steht im Zeichen Jungfrau das ängstliche Bangen um die Existenz im Vordergrund, für deren Bewältigung sie ihre analytischen Fähigkeiten (Merkur als exoterischer Zeichenherrscher) einsetzt. In den gegenüberliegenden Fischen wird die Jungfrau jedoch immer wieder mit Auflösung und Chaos konfrontiert, bis sie erkennt, dass nicht die Materie das Wesentliche ist, sondern die Seele im Innern, entsprechend dem esoterischen Zeichenherrscher Mond. Es geht in der Jungfrau um die Integration von Materie und Seele, die sinnvolle Verbindung von Vordergründigem und Hintergründigem. Der esoterische Saatgedanke für die Jungfrau bringt diese Synthese zum Ausdruck:

Ich bin die Mutter (als Symbol für Materie) und das Kind (als Symbol für die Seele), ich bin Gott, ich bin Materie.

Lese-Tipp:
Louise Huber: Tierkreiszeichen – Reflexionen, Meditationen. API-Verlag
Bruno und Louise Huber: Planeten als Funktionsorgane. API-Verlag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.