Erste Uranus/Pluto-Konjunktion 1965

28. Mär 2009 – 16:01:40

Es stellt sich die Frage, welche weltanschaulichen und gesellschaftlichen Grundfesten und Machtverhältnisse die Uranus/Pluto-Konjunktion der 60er Jahre in Frage stellen und grundlegend verändern wollte.

UranusPlutoKonjunktion1965Die Daten für die erste Konjunktion sind: 9. Oktober 1965, 21.17 MEZ. Die Grafik ist auf den Bezugsort Berlin berechnet.

Dort wie im gesamten Mitteleuropa befand sich die Konjunktion im 4. Haus. Es geht um die Infragestellung der Familientraditionen, des Zugehörigkeitsgefühls zu einem Kollektiv, sei es die Familie, ein lokaler (Traditions-)Verein oder auch das Heimatland. Das 4. Haus ist der Wurzelboden, aus dem wir stammen. Herkunft und Übernommenes, Traditionelles und Zugehörigkeit finden durch die Konjunktion eine Infragestellung und Veränderung. Uranus und Pluto im 4. Haus aktivieren die Individuationsachse der Häuser 4 und 10 und betonen die Individualisierung, das Herauswachsen aus einem engen Kollektiv hinauf zu den Höhen individuellen Bewusstseins. Der Anspruch des vom Kollektiv emotional Getragen und Gehätschelt Werdens (4. Haus) soll sich wandeln in Richtung von mehr Autonomie und Eigenständigkeit, auch wenn diese mit Einsamkeit und Selbstverantwortung (10. Haus) verbunden sein sollte.

Der aufsteigende Mondknoten als erster Schritt vorwärts in der Entwicklung steht im 11. Haus und betont das Eingehen von Beziehungen mit anderen Menschen, frei von Instinkten und unbewussten Reflexmechanismen. Man will nicht einfach nur so dazu gehören, sei es durch Geburt oder andere Einflussfaktoren, auf die man keinen bewussten Einfluss hat. Man ist aufgerufen, seine Freundschaften und Zugehörigkeiten frei von unbewussten Konditionierungen, eben bewusst zu wählen, mag dies auch noch so schwer fallen.

Venus und Mars haben eine Analogie zu Uranus und Pluto, sie sind der Prototyp des weiblichen und des männlichen Prinzips. Am absteigenden Mondknoten lassen sie ein veraltetes Beziehungsschema (im 5. Haus auf erotischer Ebene bzw. im Selbstverständnis und –ausdruck) zwischen Mann und Frau vermuten, das, würde es so fortgeführt werden, die Entwicklung zum Stillstand brächte. Sonne und Saturn repräsentieren die Mann/Frau-Dualität auf der Persönlichkeits- und der Elternebene (Sonne = Vater, Saturn = Mutter). Sie stehen in einem Quincunx-Aspekt zueinander und beschreiben so den langen Weg der intensiven Suche nach neuen Formen der Interaktion zwischen männlichem und weiblichem Prinzip auf allen Ebenen: körperlich-triebgesteuert (Mars-Venus), persönlichkeitsbezogen (Sonne-Saturn) und geistig (Uranus-Pluto). Die Uranus/Pluto-Konjunktion steht in einem Reizdreieck zu Saturn und Sonne, d.h. es werden hauptsächlich Lösungen auf der Persönlichkeits- und Elternebene gesucht. Das Quincunx beschreibt als „langer Denkschritt“ einen langfristigen und tiefgehenden Such- und Lösungsprozess.

Uranus/Pluto bilden zudem eine Informationsfigur (ein sogenanntes Auge„Auge“) mit Neptun und Sonne. Neptun ist der dritte geistige Planet, dem an einer verbesserten Kommunikation zwischen den Menschen, hier insbesondere zwischen Mann und Frau, Vater und Mutter, männlichem und weiblichem Prinzip, gelegen ist. Die Sonne an der grünen Spitze ist dabei der hauptsächliche Faktor, der Informationen aus der geistigen oder kollektiven Ebene aufnimmt und damit zu einer Lösung der Aufgabe, der Transformation der Beziehung von Frau und Mann, beiträgt. Die Sonne betont Wege, die dem „gesunden Menschenverstand“, der mentalen Ebene der Sonne, gerecht werden können. Diese Lösungswege setzen eine reife und erwachsene Haltung voraus und fordern bzw. fördern Autonomie und Eigenständigkeit.

Darum geht es wiederum in der geistigen Entwicklung des Aszendentenzeichens Krebs. Auf der Ebene des exoterischen Zeichenherrschers Mond sind noch die Gefühle wichtig, insbesondere das Gefühl der Zugehörigkeit, die gemüthaften Beziehungen, zum Beispiel in der Familie, die Subjektivitäten und Empfindlichkeiten. Der gegenüberliegende Steinbock wirft den Krebs jedoch immer wieder auf sich selbst zurück, verlangt unerbittlich Autonomie und mehr Reife, die vor allem in Phasen der Einsamkeit und der fehlenden Liebe erarbeitet werden können. Erst ein so gereifter, nicht mehr kindlicher und von Ich-Ansprüchen befreiter Mond ist bereit für die universelle Menschenliebe des esoterischen Zeichenherrschers Neptun, der sagen kann: „Ich erbaue ein erleuchtetes Haus, um darin zu wohnen.“

Die nächste Uranus/Pluto-Konjunktion wird erst wieder zu Beginn des 22. Jahrhunderts stattfinden. Es bleibt uns also noch viel Zeit, diese Antworten und Lösungen zu finden.

Lese-Tipp:
Louise Huber: Tierkreiszeichen – Reflexionen, Meditationen. API-Verlag
Bruno und Louise Huber: Planeten als Funktionsorgane. API-Verlag

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