Hausspitze, Invertpunkt und Talpunkt (Intensitätskurve)

03. Apr 2012 – 18:32:32

Zwölf HäuserEin nach der Huber-Methode (Astrologische Psychologie) gezeichnetes Horoskop weist in der Mitte immer einen kleinen leeren Kreis auf. Er steht stellvertretend für das Wesenszentrum des Horoskopeigners, das Höhere (oder Wahre) Selbst. Ganz außen an die Peripherie der Horoskopgrafik werden die zwölf astrologischen Häuser eingezeichnet, die links mit dem Aszendenten (AC, 1. Haus) beginnen. Die zwölf Häuser symbolisieren die Umwelt, in die wir seit unserer Geburt hineingestellt sind. Das Häusersystem zeigt, wie uns die Umwelt prägt (insbesondere in der Kindheit als das „erziehende Milieu“) und wie wir auf diese Umweltprägung reagieren.

Der Schweizer Astrologe Bruno Huber hat in jahrelanger Forschungsarbeit herausgefunden, dass in den zwölf Häusern eine Art „Energiekurve“ existiert, die die Wirkungsstärke eines Planeten anzeigt. Er nannte dieses Phänomen „Intensitätskurve“. Sie wirkt offenbar nur in den Geburtsort-Häusern (Koch-Häusersystem oder GOH).

An der Hausspitze (SP) besitzt ein Planet die größte Wirkungsintensität, denn er ist von Kindheit an auf Leistung konditioniert worden, für die die Umwelt positives Feedback gibt, z.B. in Form von Anerkennung oder Lob. Deshalb orientieren sich Planeten an Häuserspitzen fast ausschließlich im Außen bzw. nach der Umwelt und streben dort nach Erfolg und Anerkennung.

Intensitätskurve Talpunkt Invertpunkt

Intensitätskurve

Die kardinalen (leistungsorientierten) Qualitäten der Hausspitze schwächen sich zur Hausmitte hin immer mehr ab. Am Invertpunkt (IP) erreicht die Wirkungsintensität eine Art Gleichgewichtspunkt: der Sog der Außenwelt und der Innenwelt (Kreis in der Mitte) wirkt gleich stark auf den Planeten ein. Die Planetenkraft reagiert hier nicht nur auf Außenimpulse, sondern gleichstark auf Impulse aus dem Inneren.

Am Talpunkt (TP) steht dem Planeten die geringste äußere Wirkungsintensität zur Verfügung. Er steht am „Nullpunkt“. Er kann sich in der Außenwelt kaum zur Geltung bringen und erhält für seine Leistungen kein oder für ihn unzureichendes Feedback. Dafür ist der Sog zum Wesenszentrum (Kreis in der Horoskopmitte) an den Talpunkten am stärksten. Planeten an den Talpunkten müssen erst „von innen heraus wachsen“, um in der Welt gesehen zu werden und Anerkennung zu erhalten. Dies gelingt oft erst, wenn überhaupt, in der zweiten Lebenshälfte.

Schatten-Bereich

Schatten-Bereich

Nach dem Talpunkt zieht die Wirkungsintensität der nächsten Hausspitze wieder Energien der Umwelt an. Je näher der Planet der folgenden Hausspitze steht, umso stärker wird seine Energieausstattung. Bereits zwei Häusergrad nach dem Talpunkt macht sich die nachfolgende Hausspitze bemerkbar. Planeten in dieser Häuserzone stehen im Schattenbereich der nächsten Hausspitze. Sie interessieren sich für die Belange des Hauses, in dem sie stehen, und streben gleichzeitig nach Umsetzung der Themen des Folgehauses. Je näher sie der nächsten Hausspitze stehen, um so intensiver ist der Drang, auch die Themen des nächsten Hauses zum Ausdruck zu bringen. Insbesondere im letzten Drittel dieses Schattenbereiches fühlt sich ein Planet unter großem Druck und sein Verhalten kann geradezu zwanghaft oder neurotisch werden, denn ständig muss er sich und der Umwelt beweisen, dass er die Themen des Folgehauses bereits beherrscht und darin leistungsfähig ist – obwohl er dort noch gar nicht steht. Ein solcher „Stressplanet“ verschleudert unter Umständen sehr viele Energien, die dem Horoskopeigner in anderen Lebensbereichen fehlen.

Die Positionen des Invertpunktes und des Talpunktes werden beide nach dem Maß des Goldenen Schnitts berechnet. Für die Berechnung des Invertpunktes multipliziert man die Hausgröße mit 0,381966 und addiert das Ergebnis zur Position der Hausspitze. Für die Berechnung des Talpunktes zieht man diesen Wert entweder von der nachfolgenden Hausspitze ab, oder man multipliziert die Hausgröße mit 0,618034 und addiert das Ergebnis zur Position der Hausspitze des Hauses.

Beispiel: In einem 30° großen Haus befindet sich der Invertpunkt auf 11°28′ Häusergrad und der Talpunkt auf 18°32′ Häusergrad. Diese Werte addiert man zur entsprechenden Hausspitze und erhält die Positionen des Invert- und des Talpunktes für das entsprechende Haus in Zodiakgraden.

Literatur-Tipp:
Bruno und Louise Huber: Die astrologischen Häuser – Der Mensch und seine Welt

Grafiken:
API-Bildarchiv

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