Vollmond im Zeichen Jungfrau

17. Aug 2010 – 13:37:33

Wie schon während des diesjährigen Vollmonds in den Zwillingen weist auch das Horoskop des Jungfrau-Vollmonds ein rot-grünes Reizviereck auf. Die Oppositionen zwischen Sonne und Mond sowie zwischen Saturn und Jupiter/Uranus stehen jeweils im Abstand von 30° (einem grünen Halbsextil) zueinander. Auf der Widder/Waage-Achse geht es um die Begegnung zwischen Ich und Du, während es auf der Jungfrau/Fische-Achse um die Polarität zwischen der materiellen und der geistigen Existenz geht. Die Energie des Zeichens Jungfrau ist bestrebt, die Dinge auf einer konkreten Ebene in Ordnung zu bringen. Die Jungfrau verkörpert eine dem vorhergehenden Zeichen Löwe stark entgegengesetzte Qualität. Löwe ist der König, der Herrscher, selbstbewusst und strahlend, während Jungfrau der Diener ist, selbstzweifelnd und demütig. Es ist, als würde das Zeichen Jungfrau mit diesen Eigenschaften die Folgen der vorangegangenen Großspurigkeit des Löwen wieder in Ordnung bringen wollen (oder müssen).

Vollmond Jungfrau 2010In Bezug auf das Reizviereck vermittelt der Jungfrau-Vollmond auch einen Ausgleich der ebenfalls expansiven Qualität der Widder/Waage-Achse. Deren Spannungsaspekt zwischen Saturn und Jupiter/Uranus hat uns lange Zeit in Atem gehalten. Inzwischen ist sicher bei vielen ein (wenn nicht mehrere) Knoten „geplatzt“, seit die Saturn/Uranus-Opposition in Auflösung begriffen ist (d.h. ungefähr seit dem Löwe-Vollmond im Juli). Der Jungfrau-Vollmond bildet nun das erste Aufräumkommando, die Scherben werden zusammengefegt. Dabei entwickelt dieses Zeichen, und dies ganz besonders in einem Reizviereck, sehr leicht zwanghafte Vorstellungen, wie diese Ordnung beschaffen sein sollte und mit welchen Methoden man sie erreichen kann. Angesichts der vielen Scherben möchte die Jungfrau vielleicht auch am liebsten den Kopf in den Sand stecken, weil eine Lösung angesichts der vielen „Baustellen“ unmöglich erscheint.

Es fällt auf, dass die Planeten an den vier Ecken des Reizvierecks Aspekte zu Pluto im Zeichen Steinbock bilden. Er befindet sich im natürlichen Tierkreis an höchster Stelle, hält die Fäden in der Hand, hat einen guten Überblick und kann die Richtung vorgeben. Ihm kann sich die Jungfrau-Sonne anvertrauen und seinen Anweisungen demütig Folge leisten, während Saturn und Jupiter Plutos Direktiven wohl eher als Herausforderung erleben. Pluto gibt sich nicht mit Kleinkram zufrieden. Er hat eine Vision der Zukunft in den nächsten zehn, zwanzig, wenn nicht gar hundert Jahren, und er strebt nach der Perfektionierung seiner Vision. Dabei geht Pluto unerbittlich vor. Was seiner Vision im Wege steht, wird aus dem Weg geräumt, dem Sterbeprozess anheim gegeben. Es versteht sich von selbst, dass es auf lange Sicht nicht ratsam ist, mit dieser plutonischen Kernenergie ego-orientierte Visionen zu verfolgen. Pluto gilt in der Astrologischen Psychologie als geistiger Planet, der ohne Ich-Motivation funktionieren sollte.

Es ist interessant, dass die Planeten auf der Ich-Du-Zeichenachse Widder/Waage herausfordernde Quadrate zu Pluto bilden, während die demutsvolle Jungfrau-Sonne wie auch der Fische-Mond in Konjunktion mit Chiron und Neptun sich leichter in Plutos „höheren Willen“ einfügen können. Steht Pluto in der nächsten Zeit für die machtvolle Ego-Show, so stellen Saturn und Jupiter/Uranus sicher, dass diese nicht unwidersprochen bleiben wird. Es kann zu intensiven Konflikten kommen, zu Erfahrungen der Ohnmacht (besonders unter Saturn Quadrat Pluto). Die Scherben, die dadurch entstehen, kann wieder der Jungfrau-Vollmond einsammeln und kitten. Auch wenn dies eine mühsame, kaum Erfolg versprechende Arbeit sein mag, ist es doch wichtig, dass die praktische Jungfrau diesen Job übernimmt. Aus den Mythologien, die mit dem Sternbild Jungfrau seit alters her verbunden sind, wissen wir, dass in diesem Zeichen lange Wege geduldig und voller Hingabe erwandert werden müssen, um alle wichtigen Teile zu finden und schlussendlich zusammensetzen zu können und so eine für alle befriedigende Lösung zu erreichen.

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