Wassily Kandinsky

Jedes Kunstwerk ist Kind seiner Zeit, oft ist es Mutter unserer Gefühle.
Über das Geistige in der Kunst

Radix und Alterspunkt 1911

Als Kandinsky dies schrieb, eröffnete er gemeinsam mit dem Maler Franz Marc in München eine Ausstellung, die sie „Der Blaue Reiter“ nannten. Im Jahr zuvor schuf er nach eigener Aussage sein erstes „abstraktes“ Gemälde, ein Aquarell ohne Titel. Er ließ sich sowohl von den Entdeckungen Nils Bohrs und Albert Einsteins, von der Theosophie Helena Blavatskys und der Anthroposophie Rudolf Steiners als auch von der modernen Musik Adolf Schönbergs zur abstrakten Malweise inspirieren. Der Alterspunkt stand in Opposition zur Sonne/GZ-Konjunktion. Plutos Transit befand sich zwei Jahre zuvor ebenfalls in Opposition zum Galaktischen Zentrum und zu Kandinskys Sonne. Dieser Transit und der Alterspunkt am Talpunkt des 8. Hauses weisen gemeinsam auf eine radikale Änderung in der Wahrnehmung der Welt hin, die sich in den Jahren 1910 und 1911 in Kandinsky vollzogen haben muss. Häufig werden jedoch die Werke Komposition 6 und 7 als Kandinskys erste abstrakte Gemälde angesehen, die 1913 entstanden, als der Alterspunkt im Krebs auf die Konjunktion mit Uranus zulief. Gleichzeitig bildete der AP ein Quincunx zu Jupiter. Kandinsky rang monatelang mit der Komposition 6, einer abstrakten Darstellung der Sintflut, um sie schließlich in drei Tagen fertigzustellen. Das Gemälde wurde im September 1913 erstmals ausgestellt.

AP-Biographie 8. Haus

Kandinsky schloss 1892 sein juristisches Staatsexamen in Moskau ab, wandte sich jedoch 1896 beim ersten Kreuzungspunkt der Alterspunkte endgültig der Malerei zu und zog nach München, um dort eine private Malschule zu besuchen. Im Sommer 1908 vollzog er den „Sprung vom Naturabmalen zum Fühlen eines Inhalts“, von einer impressionistischen Malweise zum Expressionismus. Der Alterspunkt befand sich in der Kippstelle von Pluto und Uranus im Sextil zu Neptun.

Der Beginn des Ersten Weltkrieges beendete Kandinskys Aufenthalt in Deutschland. Er kehrte erst in den 1920er Jahren zurück, nachdem ihm Walter Gropius im März 1922 eine Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar anbot. In Dessau wurde am 4. April 1928 seine Fassung von Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ uraufgeführt. Ende 1933, nachdem sich Radix- und Mondknoten-AP erneut kreuzten, emigrierte Kandinsky, der seit 1928 die deutsche Staatsangehörigkeit besaß, nach Frankreich, wo er 1944 starb.

Kandinskys Aspektbild wird von einer Vierecksfigur dominiert, der Rechtschaffenheitsfigur, die wie ein Briefumschlag aussieht. Ihre fixe Struktur ist jedoch in Auflösung begriffen, erkennbar am einseitigen Aspekt zwischen Mars und Mond. Das Quincunx zwischen Uranus und Merkur scheint die Vierecksfigur zudem durchzustreichen. Das Dominantdreieck mit dem Mond ist markanter, da seine Aspekte genauer und damit stärker sind. Sie zeigen den Wandel vom statischen Viereck zum dynamischen Dreieck, vom fixen zum veränderlichen Prinzip.

Literatur:
Über das Geistige in der Kunst

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