- Wassermann Sonnen-Ingress 20.01.2026
- Wassermann Vollmondphase 01.02.2026
- Wassermann-Vollmond 01.02.2026
- Wassermann-Neumond 17.02.2026 Sonnenfinsternis
Wassermann ist das Zeichen der Polarität. Polarität besagt, dass jeder Aspekt dieser Welt aus einem Gegensatzpaar besteht: hell – dunkel, kalt – heiß, schwarz – weiß, Mann – Frau, Liebe – Hass, arm – reich, krank – gesund, u.s.w., wobei keine Wertung vorgenommen wird. Kein Pol ist gut oder schlecht. Die Pole sind die zwei gegenüberliegenden Enden derselben Sache, untrennbar zu einer Einheit verbunden. Sie bedingen einander. Es gibt keinen Tag ohne Nacht, kein heiß ohne kalt, keine Armut ohne Reichtum. Erst durch die Polarität wird Vielfalt möglich. Sie eröffnet einen Handlungsspielraum mit unendlichen Möglichkeiten.
Der Gedanke der Polarität kommt bereits im Wassermann-Symbol der zwei übereinander liegenden Wellenlinien zum Ausdruck. Ein bewegtes Unten steht einem bewegten Oben gegenüber. Wir denken spontan an die Tabula Smaragdina des Hermes Trismegistos, die Grundlage allen astrologischen Denkens: Wie oben, so unten. Die untere Wellenlinie entspricht dem Irdischen (oder Materiellen), die obere dem Himmlischen (oder Spirituellen).
Die esoterische Konstitution des Menschen setzt sich zusammen aus Körper, Seele und Geist. Alice Bailey differenziert diese Dreiheit: die irdische Persönlichkeit, die zunächst einmal einen physischen Körper hat (Saturn), und außerdem aus Gefühlen und Emotionen besteht (Mond) sowie dem Denken und der Vernunft (Sonne). Diese irdische Persönlichkeit ist die untere Wellenlinie des Wassermann-Symbols. Ihr gegenüber steht das Höhere oder Wahre Selbst (die unsterbliche Seele), die auch wieder dreifacher Natur ist (Wille, Liebe und schöpferische Intelligenz, analog zu Pluto, Neptun und Uranus). Das ist die obere Wellenlinie des Wassermann-Symbols.
Diese Polarität spiegelt sich auch in den Zeichenherrschern des Zeichens Wassermann wider. Auf der exoterischen Ebene der Persönlichkeit herrschen Saturn und Uranus.
Im fixen Luftzeichen Wassermann kristallisiert sich das Denken in Formen aus. Saturn symbolisiert die alte Ordnung und die konkrete Intelligenz. Er handelt auf der Grundlage von Erinnerung und Erfahrung. Uranus steht für die neue Ordnung (er wurde erst vor rund 220 Jahren entdeckt), ist in seinem Denken abstrakt und schöpferisch-intuitiv. Seine Intelligenz beruht nicht auf Erfahrung, sondern sie lässt sich von der oberen Wellenlinie, der Seele, inspirieren. Uranus vermittelt auf der Persönlichkeitsebene jedoch auch Distanziertheit und Egozentrik bis hin zur Exzentrik.
Durch den Uranus-Einfluss ist das Zeichen Wassermann für das Neue aufgeschlossen, aber noch auf einer eher vordergründigen, eben materiellen Ebene. Seine Ideale der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind in diesem Stadium eine noch nicht wirklich gelebte Utopie, denn vorherrschend ist noch das Ego der Persönlichkeit und damit der Wunsch nach einer Sonderstellung, nach Herausgehobensein aus der Masse. Wahrhaft gelebte Brüderlichkeit erfordert echtes inneres Erleben der Verbundenheit mit anderen Menschen. Diese erlebte innere Verbundenheit bringt sich durch die Liebe zum Ausdruck.
Wenn das gegenüberliegende Zeichen Löwe als Schattenqualität zu wirken beginnt, erkennt der Wassermann zunehmend seine Einsamkeit und seine in der Regel selbst verursachte Isolation. Er befindet sich im sprichwörtlichen „elfenbeinernen Turm“. Ihm fehlt die belebende Herz-Wärme des Löwen. Gleichzeitig erkennt der Wassermann mehr und mehr seine eigene Egozentrik, die ihn vom Großen Ganzen trennt. Aus seinem Turm befreit er sich durch die hautnahe Berührung mit anderen, indem er sich intensiv mit dem „gemeinen Volk“ auseinandersetzt und das Leben am eigenen Leibe spürt. Dies befreit allmählich von Selektivität und Arroganz. Freundschaft verbindet sich mit Liebe.
Auf der Ebene des Wahren Selbst (der Seele) kommt dann der esoterische Zeichenherrscher Jupiter zur Wirkung. Er ist in der Deutungsweise der Astrologischen Psychologie der Chef aller Wahrnehmungsfunktionen: das Sehen, Riechen, Hören, Schmecken und Tasten, wobei das Sehen seine Hauptfunktion ist. Durch eigene Wahrnehmung und sinnliche Erfahrung mit der Welt kommt Jupiter zu eigenen Anschauungen und Werturteilen, bei denen er immer das Optimum im Sinn hat. Durch diese sinnenoffene Wahrnehmung ist er in der Lage, das Verbindende der sich nur scheinbar ausschließenden Pole zu erkennen und sie zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzuführen. Auf der Seelenebene des Wahren Selbst herrscht im Zeichen Wassermann das Leitmotiv des Gruppenbewusstseins: Er begreift, dass sich jeder Mensch zu einer unabhängigen und individuellen Persönlichkeit entwickeln soll, aber nur, um diese dann wieder in den Dienst der Menschheit zu stellen.
Sobald der Mensch diese Polarität zu einer Einheit verschmolzen hat (denn jede Polarität hat eine untrennbare Einheit zur Grundlage, s.o.), wird er sich des dritten Pols, der eigentlichen Essenz seines Seins bewusst: der G E I S T , der in der Esoterischen
Psychologie „Monade“ genannt wird. Dort existieren keine Polaritäten mehr. Diese Einheit bringen die „hierarchischen“ Herrscher zum Ausdruck. Im Wassermann sind dies Mond und Neptun (in der Sprache der Esoterischen Astrologie verhüllt der Mond den Neptun). Das Gruppenbewusstsein weitet sich aus zur universellen Menschenliebe, die sich mit allem eins weiß. Es gibt keine Polaritäten mehr und das Wahre Selbst erkennt im Wassermann:
„Wasser des Lebens bin ich, ausgegossen für dürstende Menschen.“
Die Arbeiten des Herkules
Die elfte Arbeit
Die Säuberung des Augias-Stalles
(Wassermann, 21. Januar – 19. Februar)
Die Sage
Am Ort des Friedens, wo der Große Eine den Vorsitz führt, ließ er die Strahlen seines erhabenen Denkens ausströmen. Der Lehrer näherte sich.
«Die einzelne Flamme muss die übrigen neunundvierzig entzünden», bestätigte der große Eine.
«So sei es», antwortete der Lehrer. «Da Herkules die eig’ne Lampe nun entzündet hat, muss er das Licht jetzt auch den andern bringen». Bald danach rief er den Herkules zu sich.
«Elf Mal hat sich das Rad gedreht, und jetzt stehst du vor einem weitren Tor. Lange bist du dem Licht gefolgt, das erst unsicher flackerte, und dann zu steter Leuchte wuchs, und jetzt für dich zur strahlenden Sonne wurde. Wende nun ihrem Glanz den Rücken; wende die Schritte und geh zurück zu jenen, für die das Licht ein flücht’ger Punkt nur ist; hilf ihnen, dass es wachse. Nimm deinen Weg zu Augias, dessen Königreich von altem Übel gereinigt werden muss. Ich habe gesprochen.»
Das elfte Tor durchschreitend ging Herkules auf die Suche nach Augias, dem König.
Als er dem Reich sich näherte, wo Augias herrschte, da traf ein schrecklicher Gestank von weitem seine Nase, so dass er schwach und seiner Sinne nicht mehr mächtig war. Und dort erfuhr er dann, dass König Augias den Mist, den seine Herden machten, seit Jahren aus den königlichen Ställen nicht hatte entfernen lassen. Dazu waren die Weiden so stark schon überdüngt, dass keine Ernte darauf wachsen konnte. Infolgedessen überschwemmte eine verheerende Seuche alles Land, vernichtend alles menschliche Leben.
Herkules ging zum Palast und suchte nach Augias. Als dieser davon unterrichtet wurde, dass Herkules die Ställe, die zum Himmel stanken, säubern wolle, zeigte er Unglauben und Misstrauen.
«Du sagst, dass du dieses gewaltige Werk vollbringen willst, ohne Belohnung zu erbitten?» sagte der König misstrauisch. «Ich habe kein Vertrauen zu solchen Prahlern! Das ist ein Plan voll kluger List, o Herkules, um mir den Thron zu stehlen. Von Menschen, die ohne Belohnung der Welt je dienen wollten, hab‘ ich noch nie gehört. Jedoch ich würde jeden Narren gern begrüßen, der hier mir helfen wollte. Aber es muss ein Handel abgeschlossen werden, sonst würde man mich einen dummen König schelten. Wenn du in einem einz’gen Tage vollbringst, was du versprochen hast, dann soll ein Zehntel meiner großen Herde dir gehören: versagst du aber, so fällt dein Leben, Hab und Gut in meine Hände. Natürlich glaube ich nicht einen Augenblick, dass du die Prahlerei wahrmachen kannst, jedoch du magst’s versuchen.»
Darauf verließ Herkules den König. Er wanderte durch den verwüsteten Ort und sah einen Karren, hoch beladen mit Toten, den Opfern jener schlimmen Pestilenz.
Zwei Flüsse, Alpheus und Peneus, flossen ruhig nahebei. Als Herkules jetzt an des einen Ufer stand, schoss wie ein Blitz die Antwort des Problems ihm durch den Kopf. Aus Leibeskräften machte er sich sofort an die Arbeit. Mit großer Mühe gelang es ihm, die beiden Flüsse aus ihrem jahrzehntelangen Lauf abzuleiten. Alpheus und Peneus wurden dazu gebracht, ihr Wasser durch die dunggefüllten Ställe des Augias zu ergießen. Die reissenden Ströme schwemmten den ganzen seit langem aufgehäuften Mist hinweg. Das Reich war nun gereinigt von allem stinkenden Schmutz. In einem Tag war die unmöglich scheinende Aufgabe vollbracht.
Als Herkules, äußerst zufrieden mit dem Resultat, bei Augias erschien, fing dieser an zu schimpfen.
«Du hattest nur Erfolg durch eine List», schrie König Augias erbost. «Die Flüsse taten dieses Werk, nicht du. Das war ein Streich, mir meine Herde wegzunehmen, ein Anschlag gegen meinen Thron. Belohnung wirst du nicht erhalten. Geh und entferne dich, eh ich den Rumpf dir um den Kopf verkürze.»
Der wütende König verbannte Herkules und verbot ihm, bei Androhung des sofortigen Todes, je wieder sein Reich zu betreten.
Nachdem Herkules, der Sohn der Menschen, der auch ein Sohn Gottes war, die ihm aufgetragene Arbeit erfüllt hatte, ging er dorthin zurück, woher er kam.
«Ein Weltdiener bist du geworden», sagte der Lehrer als Herkules ihm näherkam. «Indem zurück du gingst, bist vorwärts du geschritten; du bist zum Haus des Lichts gekommen, jedoch auf and’rem Pfad; du hast dein Licht gespendet, damit das Licht der andern scheinen kann. Das Juwel, das durch die elfte Arbeit übergeben wird, ist nun für ewig dein.»
1. M.
Die Energien des Wassermann
(Vortrag von A. A. B. 1937)
Im Neuen Testament finden wir eine Aussage über «das Ende der Welt», und es beginnt jetzt vielen von uns zu dämmern, was wirklich damit gemeint ist: nämlich, dass das Zeichen Fische, in welchem Christus, der große Welterlöser kam, an einem bestimmten Zeitpunkt enden würde, und an diesem Zeitpunkt sind wir jetzt angelangt. Aber es steht uns kein Gerichtstag bevor, an dem die Schafe von den Ziegenböcken geschieden werden und die einen in den Himmel und die anderen in die Hölle kommen. Viele ähnlich lächerliche Auslegungen sind dem Symbolismus der Bibel gegeben worden.
Man hatte geglaubt, die Schafe kämen in den Himmel und die Böcke in die Hölle. Es ist genau umgekehrt. Die Ziege im Steinbock ist der Eingeweihte, und aus einem bestimmten esoterischen Blickpunkt gesehen, gehen die «Böcke» in den Himmel ein, weil sie im geistigen Reich wirken, das der Himmel ist; die Schafe bleiben auf der Erde (die im Grund die einzige Hölle ist, die man vielleicht so bezeichnen könnte) bis sie keine Schafe mehr sind, bis sie nämlich gelernt haben, individuell zu denken und dann zu «Ziegenböcken» zu werden, den Berg zu erklimmen und statt eines Nachläufers ein unabhängiger Sucher zu werden.
Eintritt in den Himmel ist Eintritt in das Wassermann-Zeitalter, das während der letzten 200 Jahre begann. Es wird uns gesagt, dass um das Jahr 2000 unser Polarstern mit einem anderen Stern (Wega) in den Himmeln in Konjunktion sein wird und damit das Wassermann-Zeitalter tatsächlich bei uns ist, aber nur in dem Sinn, dass wir es betreten und die Fischekräfte sich rasch zurückziehen werden. Alles was sich im Ausdruck der physischen Ebene abspielt, ist die Folge subjektiver Kräfte.
Es gibt eine Denkrichtung, die alle Mysterien, alle Lehren, die wir heute die «Zeitlose Weisheit» nennen, auf eine Form von Tieranbetung und Tempelmysterien niedriger, sexueller Art zurückführt. Ich will nicht in Einzelheiten gehen, möchte Ihnen aber etwas sagen, das zu erfassen ich von lebenswichtigem Interesse für uns halte, weil es etwas ist, das im Wassermannzeitalter in größerer Fülle hervortreten wird. Blinden Kräften unterworfen zu sein ist eine Sache, und eine andere ist es, einen intelligenten Ausblick auf das zu besitzen, was geschieht, es zu verstehen und gewisse Ereignisse zu erwarten. Vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte unserer Rasse gibt es genügend intelligente Menschen, die durch ihr Verständnis fähig sind, auf Grund der Ereignisse der Vergangenheit vorauszusagen, was in der Zukunft geschehen wird.
Was war die Ursache für die Stieranbetung im Stierzeitalter? Es war nicht die animalische Natur der Menschheit, die den Stier als das Symbol der Tiernatur betrachtete und vergöttlichte, was von dem Durchschnittsmenschen, der die Mysterien untersucht, behauptet wird. Sondern die Ursache dafür waren subjektive Kräfte, die auf unseren Planeten einwirkten als unsere Sonne durch das Zeichen Stier ging. Die Lektion für den Menschen besteht darin, dass er unter dem Stiersymbol mit dem Tier in sich selbst zu ringen hatte.
Dann ging unsere Sonne in das Zeichen Widder und daher «das Opfer des Lammes». Das bedeutet, dass das Opfern der animalischen Natur das Bekämpfen der Tiernatur zu ersetzen begann.
Dann ging die Sonne in das Zeichen Fische über. Die Kräfte, die zu dieser Zeit auf unseren Planeten einwirkten, brachten dem Menschen seine wesentliche Dualität und die Verbindung zwischen diesen beiden Teilen seiner selbst zum Bewusstsein, zwei Fische, die durch ein Band verbunden sind. Dieses Bewusstsein, nämlich dass er Seele und Körper ist, begann in großem Ausmaß sich dem Menschen einzuprägen. Christus erschien in den Fischen, um uns auf vollendete Weise zu zeigen, was unsere endgültige Errungenschaft sein würde, wenn wir diese beiden miteinander verbunden hätten.
Er zeigte uns den Fisch als Symbol der zweiten Person, als den Fisch-Avatar, und den in der Materie schwimmenden Fisch, das Symbol des menschlichen Wesens in Inkarnation. Das ist die Geschichte.
Nachdem wir diese schöne, idealistische evolutionäre Lehre während der letzten 5000/6000 Jahre als das Resultat subjektiver Kräfte, die auf die Menschheit einwirken, zurückverfolgt haben, kommen wir nun in das Zeichen Wassermann, wo wir durch die Symbolik des Wassers und der Reinigung lernen sollen, wie wir die Seele sein können, anstatt eines menschlichen Wesens. Das ist es, was in Wassermann geschehen wird.
Können wir uns vorstellen, wie am Ende des Wassermannzeitalters in etwa 2500 Jahren die Menschheit sein wird? Animalische und emotionale Natur und Mentalität werden sekundär geworden sein; und die Seele, der Bewusstseinsaspekt, jener universale Drang in jedem von uns, der uns mit Gott in Verbindung bringt, wird sich in den Vordergrund gedrängt haben. Um es anders zu sagen, werden wir das menschliche Reich hinter uns gelassen haben, und obwohl wir vielleicht Körper bewohnen werden, wird unser Bewusstsein im fünften Naturreich, im geistigen Reich, konzentriert sein. Das ist die Vorhersage, nämlich das, was in 2500 Jahren der Menschheit bevorsteht.
Das dem Wassermann gegenüberliegende Zeichen ist Löwe, das Zeichen des Einzelwesens, des Menschen, der sich als menschliches Wesen gefunden hat. Er stand jetzt auf eigenen Füssen, er war der Mittelpunkt seines Universums geworden; die Sterne drehten sich alle um ihn und alles geschah in bezug auf ihn selbst. Dadurch lernte er bestimmte große Lektionen: dass es doch möglich war, er sei nicht ganz so wichtig, wie er gedacht hatte und dass er, falls er sich einer bestimmten Schulung unterwarf, ein noch umfassenderes Selbst würde finden können. Und so ging er in das Zeichen Skorpion, wo er geprüft wurde, wieviel Beharrlichkeit er habe. Das hervorstechende Merkmal des Aspiranten ist Ausdauer, und es ist das Zeichen Skorpion, das die stärkste Ausdauer verlangt. Er triumphiert in Skorpion und wird im Schützen zum zielsicheren Jünger, der nicht mehr zurück kann, nachdem er einmal seine Hand an den Pflug gelegt hat; er mag vielleicht umkehren wollen, aber er kann es nicht. Er schreitet voran, und weil er voranschreitet, erklimmt er den Gipfel des Berges im Steinbock und erfährt Verklärung.
Im Wassermann wird der Jünger zum dienenden Meister. In den Fischen werden wir uns mit dem Ziel des Welterlösers befassen. Im Wassermann ist der Mensch ein dienender Meister. Das ist die Schlüsselnote, die sich eurem Gedächtnis einprägen soll. Er kann Meister sein, weil er gelernt hat, zu dienen und er kann dienen, weil er ein Meister ist. Diese beiden Dinge gehören zusammen.
Der Regent des ersten Dekanats von Wassermann ist Saturn. Saturn gibt uns Disziplin; Saturn öffnet uns das Tor der Gelegenheit. Durch geistige Übungen und Prüfungen kräftigt Saturn unsere geistigen Muskeln und befähigt uns, aus der Dunkelheit ins Licht hervorzukommen.
Merkmale des Eingeweihten
Herkules als Eingeweihter ist verpflichtet, drei Dinge zu tun, die als hervorstechende Merkmale aller wahren Eingeweihten zusammengefasst werden können. Sind sie nicht wenigstens bis zum gewissen Grad vorhanden, dann ist der Mensch kein Eingeweihter.
- Selbstloses Dienen. Das ist nicht der Dienst, den wir leisten, weil uns gesagt wird, dienen sei ein Weg zur Befreiung, sondern der geleistet wird, weil unser Bewusstsein nicht mehr egozentrisch ist. Wir sind nicht mehr an uns selbst interessiert, sondern da unser Bewusstsein universal geworden ist, gibt es für uns nichts anderes mehr, als die Sorgen unserer Mitbrüder zu unseren eigenen zu machen und ihnen zu helfen. Für den wahren Meister im Wassermann ist es keine Mühe, so zu handeln.
- Gruppenarbeit. Das ist etwas, worüber wir bis jetzt noch wenig wissen. Die Welt ist voll von Organisationen, Gesellschaften und Bruderschaften, die passende Übungsfelder für ehrgeizige Leute sind. Ich möchte nicht unfreundlich sein, aber meine Erfahrung mit durchschnittlichen Gruppen hat gezeigt, dass sie ein Treibhaus für Eifersüchteleien für Menschen sind, die versuchen, andere mit ihrem Wissensumfang und dem Wunder ihres aufopfernden Lebens zu beeindrucken. Das ist aber nicht Gruppenarbeit. Gruppenarbeit bedeutet bei der Behandlung eigener Angelegenheiten auf sich selbst gestellt und unter völligem Vergessen des eigenen Selbst und seiner Belange, ausschließlich auf das Wohl der besonderen Abteilung der Menschheit bedacht zu sein, mit der wir verbunden sind. Gruppenarbeit verneint Ehrgeiz; sie verneint jeden Aufstieg in irgendeiner Loge oder Organisation; sie verneint alles sich Anmaßen offizieller Vorrechte. Ich glaube nicht, dass die neuen Gruppen irgendwelche beamteten Leiter haben werden, sondern sie werden aufgrund des intuitiven geistigen Wechselspiels zwischen dem Denken der einzelnen in der Gruppe automatisch arbeiten können. Darüber wissen wir jetzt noch nichts.
Könnt Ihr Euch eine Gruppe vorstellen, die so auf der geistigen Ebene vereint ist, dass Briefe, Schriften und Bücher unnötig werden, wo also die Kommunikation zwischen dem Denken der einzelnen Gruppenmitglieder vollkommen ist? Das ist die Gruppe des Wassermannzeitalters, aber so weit sind wir noch nicht.
- Selbstaufopferung. Der Sinn der Selbstaufopferung besteht darin, dass das Selbst geheiligt wird. Das betrifft das Selbst der Gruppe und das Selbst des einzelnen; das ist das Werk des Eingeweihten.
Vom Gipfel des Berges im Steinbock muss Herkules heruntersteigen, buchstäblich in materiellen Schmutz, um die Ställe des Augias zu säubern. Ich möchte Euch einen Begriff von seiner Psychologie geben. Er hatte den Gipfel des Berges erklommen. Er hatte alle großen Prüfungen durchgemacht, war vom Steinbock in das geistige Reich eingegangen und kannte bis zu gewissem Grad die Bedeutung mystischer Ekstase. Und in diesem höchst geistigen Zustand erreicht ihn das Gebot, herunterzusteigen und die Ställe auszumisten. Welch ein Niedergang! Keine große Weltarbeit, sondern Ställe ausmisten.
Der Gegenstand der Prüfung kann folgendermaßen zusammengefasst werden: Herkules musste bei der Reinigung der Welt helfen, indem er die Kräfte des Lebens in die richtige Richtung lenkte. Ihr wisst, dass wir in das Wassermannzeitalter eintreten, wo der Materialismus, wie wir ihn heute kennen, am Ende schließlich völlig ausgestorben sein und das Leben in Begriffen von Energien interpretiert werden wird. Wir haben es ausschließlich mit Kräften zu tun. Wir werden dann wahrscheinlich auch eine neue Sprache benutzen, die symbolische Sprache der Energie selbst. Wir werden alle praktische Okkultisten sein, nämlich der Okkultist, der in einer Welt von Kräften lebt und wirkt und daher mit den Kräften in sich selbst beginnt. Ihr werdet einiges Verständnis für das bekommen, was mit handhaben von Kräften gemeint ist, wenn Ihr Euer Sprechen beobachtet. Warum erhebt Ihr die Stimme, wenn Ihr erregt seid? Weil die Energie, die Euch durchpulst, eine Wirkung auf Euren Stimmapparat ausübt. Ihr handhabt Energien und Ihr mißbraucht Energien. Beobachtet Euch und beginnt in der Welt der Kräfte in Euch selbst zu arbeiten.
Dieses Zeichen leitet die Schule der Welterlöser ein. Es ist beinahe ein «Johannes der Täufer»-Zeichen, ein Zeichen der Vorbereitung auf das, was das nächste Fischezeitalter bringen wird.
Wassermann wird als ein Mann dargestellt, der einen umgekehrten Krug hält. Der Mann kehrt den Krug um und zwei Ströme Wasser fließen heraus, der Strom des Lebens und der Strom der Liebe; und diese beiden Worte, Leben und Liebe, sind die zwei Worte, welche die Methode des Wassermannzeitalters verkörpern. Nicht Form, nicht Denken, sondern Leben und Liebe. Zwei Worte, die wir ständig benutzen, die aber noch keinen angemessenen Begriff für uns bilden.
Dekanate, Regenten und Konstellationen
Wassermann ist, ebenso wie andere Zeichen in drei Dekanate eingeteilt. Wir gehen jetzt in das erste Dekanat, das von Saturn regiert wird, daher unsere gegenwärtigen Schwierigkeiten, unsere politischen Umwälzungen, die Teilung der Weltbühne in zwei große Gruppen, in Völker die national und patriotisch sind und in jene, die beginnen, den internationalen Geist zu erkennen. In den Kirchen, auf religiösem Gebiet, wieder Trennung zwischen jenen, die sich ein Bild der Universalität der Liebe Gottes machen können und den anderen, die sich vor Autorität und Dogma beugen.
Auf wirtschaftlichem Gebiet wird durch Saturn ein ungeheurer Aufruhr erzeugt zwischen denen, die sich vor materiellen Dingen beugen und den anderen, die um der besseren Dinge willen darauf verzichten; zwischen denen, die für sich Besitz zusammenraffen, die anhäufen und festhalten, und den anderen, die all das loslassen, um das zu erringen, was Christus die «Reichtümer im Himmel» nennt. In fast allen Denkbereichen finden wir diese beiden zwingenden Kräfte, die eine Folge des Zusammenpralls der Fische- mit den Wassermannenergien sind. Es gibt zwei verschiedene Gruppen: nämlich jene, die an die Vergangenheit und den materiellen Aspekt gebunden sind, und jene, welche die Vision erschauen und das Leben, das Bewusstsein, die Absicht und den Plan erkennen, welche vermittels all dieser Gruppen in Erscheinung treten.
Das Wunderbare das Ihr sehen werdet, wenn Ihr die Welt intuitiv studiert, wenn Ihr mit dem, was in diesen und anderen Teilen der Menschheit vor sich geht Schritt haltet, ist, dass trotz Aufruhr und schrecklicher Ereignisse an der Oberfläche der Geist des Menschen gesund und rein und der Gelegenheit gewachsen ist, und dass wir durchkommen. Glaubt aber nicht, dies könne in einer Woche oder einem Jahr schon so weit sein. Es mögen hier und dort und überall zwar bessere Zustände und Verbesserungen erreicht werden, aber es liegt an uns, wie schnell wir die Lektion «loszulassen» lernen, damit das Fischezeitalter des Materialismus und der Autorität, des Besitzens und der Mentalität, durch das Zeitalter der Geistigkeit, der Intuition und des universalen Bewusstseins ersetzt werden kann.
Das zweite Wassermann-Dekanat wird von Merkur beherrscht, und aus der gegenwärtigen Zeit wird Erleuchtung kommen. Die Erleuchtung, die uns das gegenüber liegende Zeichen Löwe brachte, war «Ich bin das Selbst» – die Erleuchtung, die wir Selbst-Bewusstsein nennen. Die Erleuchtung, die in Wassermann kommen wird, ist «Ich bin Das», ich bin gruppenbewusst. Mein Selbstbewusstsein ist von mir abgefallen, meine Individualität ist unwichtig, meine Persönlichkeit ist nur ein Mechanismus, mein Bewusstsein ist eins mit allem was ist.
Im dritten, von Venus regierten Dekanat, haben wir das Sichtbarwerden einschließlicher Liebe. In etwa 2000 Jahren werden wir vielleicht wirklich brüderliche Liebe zum Ausdruck bringen. Das wird, ja, es muss zu einer offenbaren Tatsache geworden sein, ehe die Menschheit als Ganzes in Steinbock eintreten kann. Sie wird dieses Zeichen in liebendem Geist betreten. Der einzelne Aspirant kann keine Einweihung empfangen, bis er gelernt hat uneigennützig zu lieben und nicht nur jene zu lieben, die denken und handeln wie er es wünscht.
Die Gesetzgeber
Es gibt im Zodiak zwei Gesetzgeber, Regulus und Kefus (Cepheus?). Im Löwen finden wir einen der vier königlichen Sterne, Regulus, den Gesetzgeber, das Gesetz für das Einzelwesen, das Gesetz der Selbstsucht, wenn Ihr wollt, das Gesetz des Wettbewerbs, das Gesetz, unter dem jeder Mensch sich gegen seinen Mitbruder stellt, das Gesetz, das ihn heißt zusammenzuraffen und Besitz zu ergreifen, das Gesetz unter dem wir leben, das Gesetz des Wettbewerbs.
Regulus, das Gesetz des Einzelwesens, muss Kefus Platz machen, dem Gesetz des Wassermann, in dem wir ein neues Gesetz haben werden, das auf Leiden, Erleuchtung und Liebe beruht. Es wäre interessant, zu sehen, wie weit Ihr selbst erfassen könnt, was für Arten von Gesetzen das sein werden, die auf dem Leiden des einzelnen, das ihn dazu geführt hat, das Interesse an sich selbst zu verlieren, begründet sind. Wenn man genug gelitten hat, fragt man nicht mehr nach sich selbst. Dann hat man entdeckt, dass der einzige Weg zum Glück nicht Freisein von Leiden ist, sondern sich selbst in etwas zu verlieren, das außerhalb des niederen Selbst zu finden ist.
Das Wassermanngesetz beruht auf geistiger Erleuchtung, auf intuitiver Wahrnehmung und brüderlicher Liebe, was Identifikation mit jeder Form in jedem Naturreich bedeutet. Eine ungeheure Zukunft liegt vor uns; 2500 Jahre werden dann vollendet sein. Wir sind schon auf dem Weg.
Bedenkt, je verfeinerter die Formen sind, durch die das Leben sich ausdrückt, desto rascher sind die Reaktionen. Daher die ungeheure Geschwindigkeitssteigerung in jedem Lebensbereich, und deshalb sind wir auch so überempfindlich. Wir benützen Fischekörper und versuchen, der Wassermannschwingung gerecht zu werden.
Wir sind noch keine Wassermannmenschen, es gibt noch keine echten, wir sind noch nicht dafür ausgerüstet. Kommende Kinder werden die Merkmale des neuen Zeitalters haben, aber selbst diese werden nur wenige sein.
Das Wassermannzeitalter wird sich auf der ganzen Welt manifestieren und es werden überall Wassermannmenschen geboren werden, weil der subjektive Geist sich auf jedem Teil des Planeten auswirkt. Es ist möglich, dass sich in Amerika, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika Brennpunkte dieser Energie befinden werden. Aber was wirklich geschehen wird: dass auf der ganzen Welt und in jedem Naturreich menschliche Wesen und andere Lebensformen inkarnieren werden, die unter dem Einfluss dieses neuen Wassermannzeitalters stehen. Etwas Wundervolles wird da geschehen! Lasst uns die Welt so gestalten, dass unsere Kinder und Kindeskinder es erleben können.
Christus schlug den Ton an für das «Ende der Zeit», als er sagte: «Ein neues Gebot gebe ich euch: dass ihr einander lieben sollt.» Das elfte Gebot, das elfte Zeichen. Erst heute entdecken wir, was für ein großartiger Astrologe Christus war. Er wusste, dass der von ihm eingeleitete Zyklus vergehen würde, dass eine neue Arbeitsmethode entstehen musste, mit der die Meister auf neue Art die Menschheit würden erreichen können. Aber er bereitete den Weg für sein eigenes späteres Wirken.
Es gibt im Wassermann drei Konstellationen. Den südlichen Fisch, pisces australes, der in Verbindung mit Wassermann die kommenden Welterlöser darstellt. Beachtet, dass wir hier, im Höhepunkt der Fische den einen Fisch haben, den Avatar, und nicht die zwei zusammengebundenen Fische. Die zweite Konstellation ist Pegasus, das geflügelte Pferd, immer das inspirierende Symbol des höheren Denkens (Liebe) das die Erde verlässt und in der «Luft» zuhause ist. Auf einer niedereren Ebene werden wir an die geflügelten Füße des Merkur erinnert, immer die Flügel des Denkens, und wir erinnern uns auch, dass es eine Definition der Liebe gibt, die lautet: «Das kalte, reine Licht der Vernunft.» Die dritte Konstellation unternimmt einen noch höheren Flug, denn hier haben wir Cygnus, den Schwan, der mitten im Himmel fliegt. Der fliegende Schwan der Ewigkeit in Zeit und Raum, das ist das Symbol des Lebens selbst, die reinigenden, läuternden, «lebendigen Wasser» des Wassermann.
Auslegung der Prüfung
Augias, der Sohn des Neptun, Gott der Gewässer und der Sonne, hielt sich zahlreiche Viehherden. Aber seit dreißig Jahren waren die Ställe nicht gereinigt worden, so dass sich ungeheure Mengen Mist angesammelt hatten. Herkules wurde beauftragt, etwas zu unternehmen. Viele hatten vorher schon versucht, die Stallungen zu säubern und hatten versagt, denn es ging über ihre Kraft.
Herkules, der ein Eingeweihter war und wie alle wirklich Eingeweihten viel gesunden Menschenverstand besaß, stieg vom Gipfel des Berges herunter und überlegte sich das Problem; er studierte die Ställe.
Zuerst riss er die Mauer nieder, welche die Ställe umgab, dann machte er zwei große Löcher in die gegenüberliegenden Seiten und leitete zwei Flüsse hindurch. Er versuchte nicht, auszukehren und zu putzen, wie es andere getan hatten, sondern er beseitigte die Hindernisse, indem er zwei Flüsse dazu benützte. Ohne Mühe von seiner Seite wurden die Stallungen sauber.
Sehr mit sich zufrieden eilte Herkules zu Augias und rief: «Ich habe die Ställe gereinigt. Sie sind jetzt vollkommen sauber.» Und wir lesen, dass Augias sich gegen ihn wandte, seinen Erfolg nicht anerkennen wollte und sagte, es sei nur eine List gewesen.
Man könnte nun sagen, dass die emotionale Wunschnatur jenes großen Lebens, in dem wir leben, uns bewegen und unser Dasein haben, sich auch große Viehherden hält, die auf den Namen «Mensch» hören!
Für mich ist das Wort Gott, drei aussprechbare einfache Laute, nur ein Symbol. Ich gebe nicht vor, zu wissen, wofür es ein Symbol ist; ich weiß nur, dass es für mich ein Symbol des Lebens ist, das immanent in allen Formen und gleichzeitig transzendent ist. Ich bin eines der Herdentiere, die von Augias gehalten wurden, und die Ställe, in denen die Tiere wohnten, sind seit dreißig Jahren nicht gereinigt worden, drei mal zehn Jahre, und drei ist die Zahl der Persönlichkeit, zehn die Zahl der Vervollständigung.
Und wenn ich nun sagte, dass jetzt in euren und meinen Lebenstagen die Menschheit zum erstenmal als eine vollkommene Einheit funktioniert, mit Denkvermögen, Wunschnatur und physischem Körper, und dass die Ställe seit dreißig Jahren nicht gereinigt worden sind?
Welches sind die beiden Dinge, die Herkules tat? Er riss die Schranken nieder. Das ist das erste, was im Wassermannzeitalter geschehen muss. Damit fangen wir soeben an. Wir beginnen jetzt, in weiteren Perspektiven zu denken und die ausschließenden Denkbegriffe abzulegen. Überall in der Welt entstehen Gruppen von Menschen, die sich in innerem Ringen darum bemühen, in ihrem Denken umfassend zu werden, weil im Wassermannzeitalter der Nationenbegriff, so wie wir ihn jetzt kennen, nicht mehr existieren wird, nämlich Nationen, die nur für sich und ihre Eigeninteressen kämpfen, eine Nation gegen die andere, die Patriotismus züchten in einer Form, der nur zur Pflege des Hasses führen kann. Wir müssen die Menschen lehren, dass sie menschliche Wesen sind und daher bestimmte Verantwortlichkeiten haben, das ist zunächst wichtig. Aber wir können einen weiteren Ausblick bekommen, nämlich das Bewusstsein der Menschheit als Ganzes weiter zu entwicklen. Wie Browning sagt:
«Die Menschheit, die aus lauter einzelnen besteht –
in solcher Einheit ist das Bild vollendet.»
Das wird im Wassermann geschehen und ist das, was vor uns liegt. Das ist es, wofür letztlich die Vereinten Nationen, die internationalen Friedensbewegungen und anderen Gruppen auf religiösem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet arbeiten: Vorurteile niederreißen und stattdessen in Ganzheitsbegriffen zu denken. Das Niederreißen von Schranken auf breiter Ebene muss durch die öffentliche Meinung zuwegegebracht werden, und das ist ein langsamer Vorgang und geschieht noch grösstenteils emotional. Das ist die Schwierigkeit dabei.
Im Wassermannzeitalter, besonders im zweiten Dekanat wenn Merkur regiert, der Bote der Seele, der das Gehirn über das Denken erreicht, wird sich die öffentliche Meinung aufgrund von Gedanken bilden und nicht von Emotionen. Denn dann wird unsere Welt voller Denker sein. Die Aufgabe jener, die in dieser Richtung denken und schreiben (und es gibt deren Tausende überall auf der Welt) besteht darin, konstruktiv auf richtigen Linien zu denken anzufangen, damit die Fundamente für die einströmende Kraft gelegt werden; wir bauen für die Zukunft.
«Einschließliches Bewusstsein» heißt nicht, menschenbewusst zu sein, sondern es ist mehr. Ihr müsst zeitbewusst werden. Im Wassermann wird die Zeit kommen, wenn Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ausgelöscht sind und wir immer nur das ewige Jetzt erkennen werden, das jeden Bereich und jeden Aspekt dessen umfassen wird, was wir streng genommen menschliches Bewusstsein nennen können. Das ist der Standpunkt des Humanisten, wie ich ihn verstehe; er sagt: «Lasst uns wahrhaft menschlich sein», ehe wir versuchen, übermenschlich zu sein. Bis jetzt sind wir nur emotionale, wässerige, «flüssige» Geschöpfe, die noch unerleuchtet sind und mit Trennungstendenzen zu kämpfen haben. Wir sind zu einem echten Weltbewusstsein noch nicht fähig und können daher auch noch nicht mit jeder Phase menschlichen Denkens in Verbindung stehen. Aber eines Tages wird es so weit sein.
Lassen Sie mich eine Frage stellen. Sind Sie fähig, voll Sympathie und intelligentem Verständnis sich in das Bewusstsein Ihrer nächsten Angehörigen zu versetzen und zu wissen, warum sie so denken, wie sie denken, und zu verstehen, warum sie in einer bestimmten Situation auf bestimmte Weise handeln? Pflegt den Geist des Wassermann, indem Ihr die Menschen frei so sein lasst, wie sie sind; pflegt die Fähigkeit des Vertrauens. Schaltet jedes Misstrauen aus, allen gegenüber mit denen Ihr verbunden seid. Glaubt an sie und sie werden Euch nicht enttäuschen. Täuscht Ihr Euch aber über ihre Motive, dann werden sie Euch enttäuschen müssen, und es wird Eure Schuld sein. Lasst uns in unserem eigenen Licht so fair handeln, wie wir können. Lasst uns den Wassermann-Geist pflegen und nicht Absonderung. Lasst uns Liebe und Verständnis zum Ausdruck bringen und Intelligenz, die frei ist von Autorität; und lasst uns aus jedem Menschen das Beste herausholen, das in ihm ist. Wenn Ihr das nicht könnt, dann tadelt Euch und nicht sie. Das ist die Wahrheit. Missversteht Euch ein Bruder, so nur, weil Ihr selbst nicht klar seid. Selbst-Bezugnahme ist im Wassermann immer geboten, jedoch nicht jenes Selbstbewusstsein, das wir jetzt vorfinden.
Wenn wir die Schranken der Trennung niedergerissen haben, dann lassen wir die zwei Ströme herein, das Wasser des Lebens und den Fluss der Liebe. Ich kann nicht über diese beiden Flüsse sprechen, denn ich weiß nicht, was sie sind. Viele reden über Leben und Liebe, aber es sind nur Worte. Ich weiß noch nicht, was Leben ist und mit Sicherheit wissen wir nicht, was Liebe ist.
Es ist höchst interessant, sich selber darüber klar zu werden, was man unter dem «Fluss des Lebens» und dem «Fluss der Liebe» versteht, die, wenn die Mauern niedergerissen werden, die menschliche Familie durchströmen. Wir betreten immer mehr das Zeitalter der Energie, das Zeitalter der Liebe. Erkennt Ihr, dass während des letzten Krieges ein großes Loch in die Mauer geschlagen wurde, und dass seitdem Leben und Energie weit größere Bedeutung bekommen haben als zuvor?
Wenn Ihr alles nur Mögliche getan habt, um die Mauern niederzureißen und, unterstützt durch Eure eigene Seele, deren Wesen Liebe-Weisheit ist, selbst Leben und Liebe auszudrücken, dann fragt nicht nach Anerkennung. Ihr werdet sie nicht finden. Die harte Aufgabe jedes Pioniers auf jedem Gebiet des Denkens, aller die bemüht sind, neue Ideale auszudrücken, ist immer Nicht-Anerkennung und manchmal Schlimmeres. Ihr werdet nicht gelobt werden, Ihr werdet auch nicht bemitleidet werden und Ihr werdet es nicht leicht haben. Aber denkt daran, dass Ihr den Weg bereitet, damit in Zukunft Hass und Trennung aussterben können.
Ich denke gern vom Wassermann als dem Zeichen «Johannes des Täufers» in Begriffen des Eingeweihten. Wir verlassen die Fische in einer Beziehung und gehen in anderer Hinsicht auf eine weitere Fische-Ära zu, wenn der Welterlöser kommen wird. Und wenn wir das Wassermannzeitalter als das Zeichen Johannes des Täufers ansehen, so können wir das auch auf uns selbst in unseren eigenen Bereichen tun, wo immer wir sein mögen. Wenn wir im Hinblick auf dieses kosmische Bild alles tun, was uns zu diesem bestimmten Zeitpunkt möglich ist, erfüllen wir die Funktion Johannes des Täufers und bereiten den Weg für das außerordentliche Geschehnis, das sich individuell ereignen wird, wenn der Welterlöser wieder erscheint und die Menschheit die nächste große Wahrheit lernt, und vorwärts und aufwärts schreiten wird.
- A. B.
Literatur:
Alice Bailey: Esoterische Astrologie Lucis Trust
Louise Huber: Tierkreiszeichen – Meditationen, Reflexionen
Louise Huber: Tierkreis-Meditationen – Wassermann (Audio) Ebertin / Bauer Verlag
Gunda Scholdt: Praxisbuch der Esoterischen Astrologie → Geistiges Schulungszentrum
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