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♓ & Die zwölfte Arbeit des Herkules
Die Arbeiten des Herkules
von Alice A. Bailey
Die zwölfte Arbeit
Das Einfangen der roten Herde des Geryon
(Fische, 20. Februar – 20. März)
Die Sage
In der heiligen Ratshalle eröffnete der Große Eine, der den Vorsitz führt, dem Lehrer den Willen dessen was sein muss.
«Verloren ist er und gefunden; tot, jedoch vibrierend voller Leben. Der Dienende wird zum Erlöser und wendet nun sich heimwärts.»
Der Lehrer überlegte; dann rief er Herkules. «Vor diesem letzten Tor stehst du jetzt,» sagte er. «Und eine Arbeit bleibt dir noch zu tun, ehe der Kreis vollendet und die Befreiung dann erreicht ist. Schreite voran nach jenem dunklen Ort, der Erythia heißt, wo selbst die große Illusion sich auf den Thron gesetzt; wo Geryon, das Ungeheuer mit den drei Häuptern drei Körpern und sechs Händen der Herr und König ist. Gesetz und Recht verachtend hält eine Herde er von dunkelrotem Vieh. Die musst du von Erythia zu unserer Heiligen Stadt uns bringen. Doch hüte dich vor Eurytion, dem Hirten und seinem zweiköpfigen Hund Orthrus.» Er machte eine Pause. «Nur eine Maßregel der Vorsicht kann ich dir dazu geben,» fügte langsam er hinzu. «Rufe die Hilfe des Helios an.»
Das zwölfte Tor durchschritt der Menschensohn, der gleichfalls ein Sohn Gottes war. Er ging, den Geryon zu suchen.
In einem Tempel brachte Herkules dem Helios ein Opfer dar, dem Gott des Feuers in der Sonne. Sieben Tage lang verharrte er in tiefem Meditieren, dann widerfuhr ihm eine Gunst. Eine gold’ne Schale fiel plötzlich ihm zu Füßen auf die Erde. Er wusste nun in seinem Herzen, dass dieses schimmernde Gefäß ihn würde fähig machen, sicher das Meer zu kreuzen und auch das Land Erythia zu erreichen.
Und so geschah’s. Im sichern Schutz des goldenen Gefässes durchsegelte er die tosend wilden Wogen bis er Erythia erreichte. An einem Strand in jenem fernen Land entstieg er seinem Boot.
Bald schon kam er zu einem Weideland, wo die rotbraune Herde graste. Sie wurde von dem Hirten Eurytion und dem zweiköpfigen Hund Orthrus gut bewacht. Als Herkules sich näherte, schoss der Hund vorwärts, wie ein Pfeil fliegt in sein Ziel. Die Bestie stürzte sich, bösartig knurrend und mit gefletschtem, wild zuschnappendem Gebiss auf den Besucher. Mit einem wohlgezielten Schlag erlegte Herkules das Ungeheuer.
Dann flehte Eurytion, voll Furcht vor diesem tapf’ren Krieger, der vor ihm stand, er möge ihm das Leben lassen. Herkules willfahrte seiner Bitte. Die blutigrote Herde vor sich treibend, wendete Herkules sein Angesicht der Heiligen Stadt nun zu.
Er war nicht weit gegangen, als er in einiger Ferne eine Staubwolke gewahrte, die sehr schnell näherkam. Argwöhnend, dass der Unhold Geryon ihn zu verfolgen nachgekommen war, wandte entschlossen er sein Gesicht dem Feind zu. Bald standen Herkules und Geryon sich gegenüber. Aus allen dreien Häuptern Feuer und Flammen atmend, warf sich der Unhold nun auf ihn.
Geryon schleuderte mit Macht den Speer nach Herkules, der fast sein Ziel erreichte. Geschickt sprang Herkules zur Seite und entging so dem mörderischen Schaft.
Straff seinen Bogen spannend, schoss Herkules jetzt einen Pfeil, der schier die Luft zu brennen schien, als er davonflog, und traf den Unhold direkt in die Seite. Mit solcher Kraft war dieser Pfeil geschossen, dass er sogleich alle drei Körper des wilden Geryon durchbohrte. Mit schrill verzweiflungsvollem Stöhnen wankte das Ungeheuer, und es fiel, um niemals mehr sich zu erheben.
Und nach der Heiligen Stadt trieb Herkules die sanfte rote Herde. Schwer war das Werk. Wieder und immer wieder verliefen sich die Tiere und Herkules ging auf die Suche nach den Verirrten.
Über die Alpen trieb er das Vieh und nach Italien. Wo immer Unrecht konnte triumphieren, versetzte er den Mächten des Bösen vernichtend todbringenden Schlag und stellte wieder her das Gleichgewicht zugunsten der Gerechtigkeit. Als Eryx, der unbesiegte Ringer ihn angriff, warf Herkules so kraftvoll ihn zu Boden, dass dieser liegen blieb. Und als der Riese Alcyoneus einen Felsen, der eine Tonne wog, nach unsrem Helden schleuderte, fing dieser ihn mit seiner Keule auf, warf ihn auf den zurück, der ihn geworfen hatte, und tötete auch ihn.
Manchmal verlor er seinen Weg, doch jedesmal fand er zurück, um weiter ihn zu wandern. Obwohl ermüdet durch die sehr gewissenhafte Arbeit, kehrte Herkules endlich zurück. Der Lehrer erwartete sein Kommen.
«Willkommen dir, o Gottessohn, der auch ein Sohn der Menschen ist,» begrüßte er den heimgekehrten Krieger. «Das kostbarste Juwel, das Kleinod der Unsterblichkeit ist dein. Durch die zwölf Arbeiten hast du das Menschliche bezwungen, das Göttliche nun angelegt. Heim bist du gekommen, um nie mehr zu gehen. Im hell gestirnten Firmament wird jetzt dein Name stehn‘ geschrieben, für alle Menschensöhne das Symbol ihres unsterblich ewigen Ziels. Beendet ist für dich das Menschenwerk; kosmische Werke sollst du nun vollbringen.
Aus der Ratshalle des Herrn kam eine Stimme: «Wohl getan, o Gottessohn.»
Die Auslegung der Sage
Von der Sage der Arbeit des Herkules im Zeichen Fische gibt es verschiedene Varianten. Es wird uns unter anderem erzählt, dass es eine Insel gab, wo ein menschliches Ungeheuer namens Geryon lebte, dessen Körper aus drei Menschen zusammengesetzt war. Er hatte eine rote Viehherde, die von einem Hirten und einem zweiköpfigen Hund gehütet wurde. Herkules erhielt den Befehl (Fische ist das Zeichen des Gehorsams), diese Herde von der Insel über Land und Meer nach der Heiligen Stadt zu bringen.
Herkules segelte in einer goldenen Schale nach der Insel. Als er auf der Insel ankam, erklomm er den Gipfel eines Berges und verbrachte die Nacht im Gebet. Dann tötete er den zweiköpfigen Hund, aber den Hirten tötete er nicht. Er tötete auch den Besitzer der roten Herde. Und hier kommt der schönste Teil der Erzählung: Herkules verfrachtete die ganze Herde in die goldene Schale, in der er zur Insel gesegelt war, brachte die Tiere in die Heilige Stadt und opferte sie Athene, der Göttin der Weisheit. Diese heilige Stadt bestand aus zwei Städten, die durch eine sehr schöne Mauer und einen Torbogen, dem Löwentor, miteinander verbunden waren. Nachdem die Herde abgeliefert war, war das Werk des Herkules getan. Wir hören nichts mehr von ihm; er mag wohl zu größerer kosmischer Aufgabe weitergeschritten sein.
Wir wollen uns Herkules als einen Welterlöser denken. Er hatte eine Vision von etwas, das er tun musste. Er sieht die Menschheit unter der Herrschaft eines Unholds, eines Menschen mit drei Körpern, dem Symbol eines menschlichen Wesens, in dem mentaler, emotionaler und physischer Körper vereint sind. Ich glaube, dass diese Arbeit noch nicht vollendet ist; diese Errungenschaft liegt noch vor uns. Es hat noch andere aus der Menschenfamilie ausgewählte Menschensöhne gegeben, die von Zeit zu Zeit auserwählt waren, der eine hier, der andere dort, eine Gruppe hier und eine Gruppe dort sowie z.B. als Buddha auf Erden war, so heißt es, habe er 900 gerettet. Jetzt ist die Menschheit, das menschliche Ungeheuer bereit für die Erlösung. Das wirkliche Werk des Welterlösers kann jetzt allgemein und als Ganzes beginnen, und zwar mit dem diesem Werk zugrundeliegenden Gruppenbegriff und nicht mehr als Erlösung einer einzelnen Seele.
Die Symbolik der roten Herde bedeutet offensichtlich das niedere Begehren, weil Begierde immer ein hervorstechendes Kennzeichen der Menschheit ist. Die Herde wird von einem Hirten gehütet, nämlich dem Denken, und der zweiköpfige Hund repräsentiert den Materie-Aspekt und die psychische Natur. Man sieht, warum Herkules den Hirten verschonte. Das Denken kann noch weiterhin der Hüter der Herde bleiben, aber den zweiköpfigen Hund, die psychisch-emotionale Natur und den Materie-Aspekt tötete Herkules und das bedeutet, dass ihnen nun alle Macht genommen war. Der Hirte aber besaß noch Macht und ich kann mir keinen Zeitpunkt vorstellen, in dem ein menschliches Wesen in Inkarnation, sein Denken als den Interpreten geistiger Energie nicht nötig hätte.
Wenn Jesus, der ja ein menschliches Wesen und mit seiner Seele in Verbindung war, zum Übermittler des Lichts für die Söhne der Menschen wird, dann können wir das Konzept noch erweitern und uns die Menschheit als Ganzes denken, mit allen Denkvermögen, die stetig im Licht der Seele gehalten werden. Dann funktioniert auch sie als Übermittler jener geistigen Energie in die niederen Naturreiche, welche diese «in den Himmel erheben» wird. Das ist die Aufgabe der Menschheit. Wir sind immer so sehr mit unseren eigenen Problemen beschäftigt, dass wir das umfassendere Bild vergessen. Es muss nochmals gesagt werden, dass der Besitzer der Herde, der Formaspekt, auch getötet wurde; dass aber Hirte und Herde in die goldene Schale erhoben wurden.
Hier erkennen wir den heiligen Gral wieder. Und so wurde das Werk vollendet. Der Welterlöser hatte seine Funktion erfüllt, er hatte die Menschheit erhoben. Das ist es, was alle Welterlöser immer getan haben. Sie alle taten, was dann in größerem Ausmaß Christus getan hat.
Immer wieder wird über das Versagen der Christenheit gesprochen. Ich kann in dem Großen Plan nirgends einen Fehlschlag entdecken. Mag sein, dass es langsam geht; aber könnte man sich nicht vorstellen, wie verheerend es wäre, wenn die Evolution zu rasch vor sich ginge, wie gefährlich eine Überstimulierung der Menschheit wäre, bevor sie für eine solche Stimulierung bereit ist? Alle Lehrer kennen die Gefahren der Überstimulierung und wissen, welches Unheil entsteht, wenn einer gewisse Kontakte herstellt, ehe sein Mechanismus genügend darauf abgestimmt ist. Welterlöser müssen langsam und behutsam vorgehen; aber Zeit hat für sie ohnehin keine Bedeutung.
Der Begriff des Welterlösers war bisher mit dem Gedanken des Erscheinens eines großen Gottessohnes verknüpft, den die Not der Menschen gerufen hat, «aus seines Vaters Haus» hervorzukommen, um ein großes Werk zu vollbringen. Die Jahrhunderte hindurch sind sie immer wieder erschienen, haben in physischen Körpern gelebt, haben vermittels ihrer Gefühlsnatur gewirkt und waren dazu noch ausnehmend intelligent. Sie haben durch ihr Leben ein Beispiel gegeben, damit wir in ihren Fußstapfen folgen können. Mit ihren Worten haben sie den Ton angeschlagen, die Botschaft, welche die Menschheit brauchte, um den nächsten, unmittelbaren Schritt vorwärts tun zu können. Mit ihren Taten haben sie eine Demonstration des Dienens gegeben, sind Gutes tuend durch die Welt gegangen, und ihre Namen blieben uns durch die Jahrhunderte erhalten. Man bedenke, wie dominierend ein Mensch sein muss, um Tausende von Jahren im Gedächtnis der Menschheit unvergessen zu bleiben. Die meisten von uns sind spätestens nach zwanzig Jahren vergessen.
Bedeutsamer Aspekt des Zeichens
Das Zeichen Fische bezeichnet ein Dreieck in den Himmeln, ein Symbol der Wirklichkeit. Das Zeichen beherrscht die Füße, und daher war die Idee des Betretens des Pfades und des Erreichens des Ziels die zugrundeliegende geistige Offenbarung des Fischezeitalters.
Fische ist auch das Zeichen des Todes in verschiedenen Aspekten. Zuweilen des Todes des Körpers, oder vielleicht das Zeichen, dass eine alte Torheit, eine unerwünschte Freundschaft, oder die Hingabe an eine religiöse Form des Denkens, die uns gefangen hielt, beendet ist. Man wird hieraus hervorgehen und die Füße auf einen neuen Weg setzen. Es ist das Zeichen des «Sterbens für die Persönlichkeit». Wenn wir die Idee von der Persönlichkeit aufgeben könnten, die alles Wirkliche verschleiert, dann würden wir diese bereitwilligst loslassen. Fische bedeutet auch den Tod eines Welterlösers, denn es ist das Zeichen der Kreuzigung und kennzeichnet das Ende eines Tierkreiszyklus.
Es gibt im Zodiak drei Zeichen der Erlösung. Zuerst Löwe, wo an das Menschenwesen das Wort hinausgeht: «Bewirke deine eigene Erlösung». So haben wir im Löwen den Menschen, der entschlossen ist, auf eigenen Füßen zu stehen. Zunächst wird er anmaßend und selbstbetont sein, aber das ist für die Erlösung notwendig, denn nur indem er seine Ausrüstung erprobt, wird er an den Punkt gelangen, wo er einen weiteren Ausblick wahrnimmt. Das zweite Zeichen der Erlösung ist Schütze, das Zeichen des Dienens und der Stille, wo der selbstbetonte Mensch, der es müde geworden ist, von sich selbst zu reden und sich in den Vordergrund zu stellen, sich selbst in dem Ziel verliert und schweigend dient. Dann kommen wir zum dritten Zeichen, den Fischen, dem Zeichen der Welterlöser.
Die erste Konstellation in den Fischen ist jene eigenartige Anhäufung von Sternen, «das Band» genannt, das die zwei Fische verbindet. Der eine Fisch richtet sich direkt nach Norden und der andere schwimmt am Horizont. Der nach Norden gerichtete ist das Symbol des Aspiranten für die Mysterien, während der Fisch am Horizont den durchschnittlichen Menschen repräsentiert.
Die zweite Konstellation ist Andromeda, die gefesselte Frau. Wir haben unter den Konstellationen drei Frauen, nämlich Cassiopeia im Widder, die Materie auf ihrem Thron sitzend, herrschend; dann Coma Berenice in der Jungfrau, die ihr Haar opfert, um zu dienen. Sie repräsentiert die Seele, die eben erst sich zu behaupten beginnt. Andromeda, die gefesselte Frau in den Fischen repräsentiert die gezähmte Materie.
Die dritte Konstellation in den Fischen ist der König namens Cepheus, der Mann Cassiopeias und Vater der Andromeda. Das lässt vermuten, dass «der König» den Geist oder Vateraspekt darstellt.
- Pisces
- Coma Berenices
- Cassiopeia
- Cassiopeia
- Cepheus
Es gibt in der Natur das menschliche Reich und über ihm sind andere Reiche, geistige und kosmische, und unter ihm sind die drei weiteren Naturreiche, das Tier-, das Pflanzen- und das Mineralreich. Das Werk der intelligenten Söhne Gottes besteht darin, über sein Denkvermögen als Übermittler der geistigen Energie zu wirken, die alle niederen Naturreiche retten und beleben wird.
Das zweite Kommen Christi
Auf welche Weise kann der Welterlöser kommen? Entweder könnte Er kommen, wie er früher kam, in einem physischen Körper mit den dazugehörigen Begrenzungen. Heute tauchen in der Welt neue Fähigkeiten auf, die zu Lebzeiten Christi noch nicht erkennbar waren. Wir sind viel sensitiver als je zuvor und vor allem weit offen für unsere gegenseitigen Gedanken; und wenn ein so machtvoller Denker wie Christus, was immer wir unter diesem Wort verstehen, sich mit Weltangelegenheiten befasst, so scheint mir, dass er andere Methoden als damals ausprobieren würde. Er könnte in jedem Land mit den seinen wirken, indem er seine Jünger überlichtet, wo immer sie zu finden sind. Und weil seine Seele und ihre Seelen eins sind, könnte er ihnen den Plan übermitteln, sie auf die anzustrebenden Tendenzen hinweisen, ihnen die neue Botschaft mitteilen und sich so in jedem Land «vervielfältigen». Das geschieht heute schon. In jedem Land sind Wissende zu finden; ich meine damit aber nicht diejenigen, die sagen, dass sie wissen. Es gibt jedoch eine Gruppe Menschen, die sich jetzt einfügen, das aber nicht lauthals verkünden und auch nicht an sich selbst interessiert sind, die aber die Bürde tragen, die Menschheit zu führen. Sie rufen neue Bewegungen ins Leben, welche die neue Schwingung in sich tragen, und sagen Dinge, deren Tonart universal ist. Die von ihnen verkündeten Prinzipien sind kosmischer Natur, umfassend und nicht ausschließend. Sie kümmern sich nicht um die Terminologie, die ein anderer benützt, sie verlangen, dass ein Mensch seine eigene innere Struktur der Wahrheit für sich behält und sie niemand anderem aufdrängt. Sie erkennen sich gegenseitig, wo immer sie sich treffen und sprechen eine universelle Sprache, demonstrieren das universale Licht. Sie sind Dienende und haben keine Eigeninteressen.
Ich bin davon überzeugt, dass kein individueller Welterlöser zu uns kommen wird, der einen physischen Körper benutzt. Ich glaube an diesen individuellen Welterlöser, aber ich glaube auch, dass er die Welt durch die Gruppe retten und durch die seinen wirken wird; dass er jetzt schon Menschen schult, so dass eines Tages, wenn diese Gruppe durch ihre stille Meditation und die Kraft ihres Weltdienstes machtvoll geworden ist, als der Retter erkannt werden wird, – aber wohl nicht mehr zu unseren Lebzeiten.
Anmerkung des Herausgebers
Als A. A. B. 1936 diese Feststellung machte, schien es die ashramische Ansicht zu sein, dass der Status der Menschheit nur einen «überlichtenden» Christus zulassen würde. Als 1948 die vom Tibeter diktierte «Wiederkunft Christi» erschien, hatten Krieg, Zerstörung materieller Werte, die Leiden und das mentale Wachstum der Menschheit eine Wirkung erzeugt, die, wie uns gesagt wird, die Erwartungen der Hierarchie übertrafen. In dem Buch über das Wiedererscheinen Christi finden wir folgende Feststellung: «,Der Punkt der Entscheidung‘, wie er in allen hierarchischen Kreisen genannt wird, wurde während der Periode zwischen dem Junivollmond 1936 und dem Junivollmond 1945 erreicht. Der ,Punkt der Entscheidung‘ umfasste daher neun Jahre, eine relativ kurze Zeit; er resultierte in der Entscheidung des Christus, so bald wie möglich und beträchtlich früher als geplant in sichtbarer Gegenwart auf der Erde zu erscheinen.»
Es ist in der Tat eine ungeheure Vorstellung, dass die Menschheit Zeit und Art des Wiedererscheinens Christi durch eine Veränderung ihrer Aufnahmefähigkeit so stark beeinflussen konnte. Es wurde uns wiederholt gesagt, dass diese «Punkte» nur durch die Menschheit bestimmt werden. Hier haben wir ein dramatisches Beispiel für die Möglichkeiten und Verantwortung der Menschheit bei der Beschleunigung des Evolutionsprozesses.
Die Neue Gruppe der Weltdiener
Eine solche Gruppe, wie sie eben beschrieben wurde, existiert bereits. Zwei Dinge sind zu tun. Erstens, die neue Tonart erkennen zu lernen, die von den Jüngern überall angeschlagen wird. Und zweitens, uns selbst als Teil dieser Gruppe geeignet zu machen. Das Kennzeichen dieser Menschen ist nicht Selbstbetonung. Sie sind viel zu sehr damit beschäftigt, Erlösungsarbeit zu leisten, als dass sie Zeit hätten, über sich selbst zu sprechen. Sie wirken durch Meditation, die sie mit dem Geistigen, das sie selbst sind in Verbindung hält und dadurch auch mit dem Großen Leben, dem Welterlöser, der seine Kraft und Energie durch sie in die Welt ausströmt. Ihr Denken ist in diese Richtung orientiert, sie dienen auf intelligente Weise und ohne jede Eile.
Die Botschaft, die sie von der inneren Seite erreicht, ist in die symbolischen Worte gekleidet: «Was ich euch in der Dunkelheit sage, das sprecht ihr aus im Licht.» Jedem von ihnen wird etwas anderes gesagt, das den Bedürfnissen der Menschen seiner Umgebung entspricht, und er wird bewußt ins Dunkle gehen, um die Botschaft im Licht zu übermitteln. Deshalb sind sie weder an Dogmen noch Doktrinen gebunden, denn sie besitzen das Wort, das in der Dunkelheit zu ihnen kam und das sie sich selbst in mühevollem Streben ihrer eigenen Seelen entrungen haben. Sie werden der Not ihrer Mitmenschen gerecht, denn sie folgen der Botschaft Christi: «Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt.» Das ist keineswegs ein sentimentales Gefühl, wie «lasst uns liebevoll und gütig sein», denn das wäre lediglich anständiges Benehmen. Aber die Liebe, die Christus ausdrückt, ist intelligentes Verständnis und Erkenntnis der Not jedes einzelnen, der Euch über den Weg läuft. Wenn Ihr gegen die verzweifelte Not der Menschen ankämpft, habt Ihr keine Zeit darüber nachzudenken, ob Ihr im allgemeinen Sprachgebrauch «liebevoll» seid oder nicht. Ihr könntet zum Beispiel eine Atmosphäre um Euch erzeugen, die es den anderen ermöglicht, ihre eigenen Lösungen selbst zu finden. Das wäre die richtige Arbeitsweise, denn solange Ihr Euch noch damit beschäftigt, «liebevoll» zu sein, denkt Ihr an Eure eigene Persönlichkeit.
«Ein neues Gebot gebe ich euch», kann zusammengefasst werden in dem Begriff «Einschließlichkeit», dem Merkmal des neuen Zeitalters, dem universalen Geist, der Identifikation, dem Einssein mit allen Mitmenschen. Das ist Liebe, und in diesem Sinn wird sie Euch voll beschäftigen und Ihr werdet keine Zeit mehr haben, über Liebe zu reden. Dann werdet Ihr stets etwas zu tun haben, große Dinge und kleine, wichtige und unwichtige.
Wie sollen wir uns dafür geeignet machen, diesen Anforderungen zu entsprechen und uns die Merkmale anzueignen, die uns automatisch in die Gruppe der Weltdiener einreihen werden? Dahin kommt man jedenfalls nicht, indem man darüber redet, oder durch rein theoretisches Verständnis. Dahin kommt man nur, indem man das Nächstliegende richtig macht. Das klingt sehr uninteressant, aber was immer Eure Pflichten sein mögen, tut was zu tun ist. Pflegt die richtige innere Haltung und haltet Euch weit offen für alle Eure Mitmenschen. Lernt zu meditieren, aber lernt das wirklich. Ich rede nicht davon, «in die Stille zu gehen» und Euch hinzusetzen, um Augenblicke des Entzückens und des Friedens zu erleben, indem Ihr gefühlvoll darauf hofft, Euch besser zu fühlen, wenn Ihr wieder aufsteht.
Meditation, wenn sie richtig durchgeführt wird, ist harte, mentale Arbeit, denn sie bedeutet, das Denken auf die Seele auszurichten, und das könnt Ihr nicht. Es bedeutet, wenn Ihr gelernt habt Euer Denken auf die Seele zu konzentrieren, dass Ihr es stetig dort halten müßt, was Ihr auch nicht könnt. Und wenn Ihr es dann gelernt habt, müßt Ihr in Eurem Denken darauf horchen, was die Seele Euch zu sagen hat, aber es gelingt Euch nicht. Dann müßt Ihr lernen, das, was die Seele Euch gesagt hat in Worte und Sätze zu fassen und es in Euer wartendes Gehirn hinunter zu schicken. Das ist Meditation und durch Verfolgung dieses Prozesses werdet Ihr zum Weltdiener, denn dann werdet Ihr zur Kraft dessen werden, was Ihr erreicht habt. Ihr werdet Euch automatisch überlichtet finden von jenem Großen Einen, dessen Mission es ist, die Menschheit aus der Dunkelheit ins Licht zu erheben, aus der Unwirklichkeit in das Wirkliche.
(Vortrag von A. A. B. 1936, gekürzt)
Literatur:
Louise Huber: Tierkreiszeichen – Reflexionen Meditationen. API-Verlag
Louise Huber: Tierkreis-Meditationen – Fische (Audio) Ebertin / Bauer Verlag
Gunda Scholdt: Praxisbuch der Esoterischen Astrologie → Geistiges Schulungszentrum
Alice Bailey: Die Aufgaben des Herkules
Starfish-Blog: Fische – Pisces – A-NU-NI-TUM
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