Teresa von Ávila

Hl. Teresa von Jesus

Die spanische Mystikerin und Ordensreformerin Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada wurde in der kleinen Provinzhauptstadt Ávila in Spaniens zentral gelegener Region Kastilien-Léon in eine adlige Familie geboren. Ihr Vater Alonso Sánchez de Cepeda (*10.02.1471 †24.12.1543) notierte zur Geburt seiner zweiten Tochter:

«Am Mittwoch, den achtundzwanzigsten März des Jahres fünfzehnhundert fünfzehn /1515/ um fünf Uhr früh, eine halbe Stunde mehr oder weniger (denn es war schon fast Tagesanbruch an jenem Mittwoch), wurde meine Tochter Teresa geboren.¹

Um 5 Uhr früh kommt der Aszendent denkbar knapp auf den vorletzten Grad des Zeichens Fische zu liegen, direkt an der Grenze zur kosmischen Spalte auf 0° Widder. Eine halbe Stunde zuvor lag der Aszendent auf 15,5° Fische, eine halbe Stunde später bereits auf 11,5° Widder, nur fünf Grad von der Sonne auf 16° Widder entfernt. Zum letzteren Zeitpunkt wäre es bereits taghell gewesen, weshalb ich davon ausgehe, dass Teresa tatsächlich um fünf Uhr morgens geboren wurde, was sowohl die Altersprogression als auch die Sekundärdirektionen bestätigen. Die Astronomie-Software Stellarium vermittelt einen durchaus realistischen Eindruck der Lichtverhältnisse der Morgendämmerung von damals.

Teresa als Mystikerin

Geistiger Entwicklungsweg

Teresa de Ávila Radix

Der zunehmende Mond (das 14. Tithi Chaturdaśī hatte knapp eine Stunde zuvor mit dem Mond auf 22°09‘ Jungfrau begonnen) war um fünf Uhr morgens im Westen gerade untergegangen, während im Osten die Venus auf 29° Fische gemeinsam mit dem Aszendenten aufgegangen war. Der Umstand, dass Venus in der Astronomie-Software Stellarium bereits am Morgenhimmel sichtbar war, liegt an ihrer hohen nördlichen Ekliptikbreite von +6°9‘. Sie hatte zwei Bogengrade zuvor den Grad ihrer maximalen Erhöhung (27° Fische) überlaufen. Als klassischer Planet auf dem letzten Zeichengrad blickt sie auf einen maximalen Erfahrungsschatz zurück und gilt in der indischen Astrologie deshalb auch als Signifikator für die Seele (Ātmakāraka).

Pluto – der esoterische Zeichenherrscher des Aszendenten – kulminierte exakt auf der 10. Hausspitze, die jeweils auf dem letzten Zeichengrad Schütze sowie in der Halbsumme bzw. Kippstelle GZ / Chiron liegen.

Der exoterische Zeichenherrscher Neptun liegt im Stressbereich der 12. Hausspitze in Opposition zum aufsteigenden Mondknoten auf der 6. Hausspitze, während der zweite exoterische Zeichenherrscher Jupiter in Zwillinge im 3. Haus eine Konjunktion mit Mars und eine Opposition zu Saturn auf der 9. Hausspitze bildet. Neptun am absteigenden Mondknoten steht darüber hinaus in harmonischen Substanz-Aspekten zur Andromeda-Galaxie M31 und dem Shapley-Zentrum SCl.

Der Mond im Quadrat zum GZ und in Konjunktion mit der „Christus-Galaxie“ M87 bildet zu M31 und SCl Bewusstseins-Aspekte, die „informierenden“ Charakter besitzen. Der Mond erfährt die Einflüsse dieser universalen Energien im Bewusstsein unmittelbar, die gemeinsam mit dem Quincunx zu Neptun die Sehnsucht des Mystikers nach totaler Verschmelzung mit dem universalen Selbst kennzeichnen. Die Gegenwart der Mondknotenachse verbindet diese mystische Sehnsucht unmittelbar mit dem Schicksalsweg der Seele, die nach Erlösung durch ihre „Rückkehr in des Vaters Haus“ strebt.

Teresas Weg zur Ordens-Reformerin

Teresas Vater war als sephardischer Jude geboren, doch ihr Großvater, Juan Sánchez de Toledo Cepeda (1440–1507), konvertierte mit seiner Familie 1485 zum Christentum, erwarb einen Adelsbrief und zog 1493 nach Ávila, um dort als Kaufmann ein neues Leben zu beginnen. Denn mit dem Fortschreiten der Reconquista, der Rückeroberung des seit acht Jahrhunderten von einer muslimischen Vorherrschaft geprägten Spanien, lag auf den sephardischen Juden ein zunehmender Druck zur Abkehr von ihrer religiösen Praxis, der 1492 mit dem Alhambra-Edikt entweder zu ihrer Vertreibung oder zur Zwangstaufe -„conversos“ – führte. Aus der ersten Ehe des Vaters stammten ein Sohn und eine Tochter, aus der zweiten, die er am 15. Mai 1509 mit der 14jährigen katholischen Adligen Doña Beatriz de Ahumada (* ca. 1495 † November 1528) schloss, zehn, von denen Teresa das dritte war. Teresa selbst schrieb in ihrer Autobiografie1 : „Wir waren drei Schwestern und neun Brüder“.

Das wissbegierige, temperamentvolle und fröhliche Kind wurde von der Mutter fromm erzogen, auf Veranlassung des Vaters lernte es Lesen und Schreiben. Teresa erhielt Zugang zur väterlichen Bibliothek und las dort die bekannten Heiligenlegenden. Unter ihrem Eindruck kam ihr als Siebenjährige die abenteuerliche Fantasie, gemeinsam mit ihrem knapp zwei Jahre älteren Bruder Rodrigo es ihren christlichen Helden gleichzutun und als Verkünder des Evangeliums zu den muslimischen Mauren in den Süden Spaniens zu ziehen, um sich dort möglichst rasch „den Kopf abschlagen zu lassen“ und durch diesen heroischen Märtyrertod die ewige Seligkeit zu erlangen. Der Radix-AP bildete Halbsextile zu Merkur und Jupiter, der Mondknoten-AP Quadrate zur Sonne/Merkur-Konjunktion, während der Transit-Mondknoten im Juli 1522 über den Aszendenten lief.

Als Dreizehnjährige überantwortete Teresa nach dem Tod ihrer Mutter im November 1528 (AP Konjunktion KP1) ihr Herz einerseits der Gottesmutter Maria, verschlang allerdings gleichzeitig heimlich – selbst bei Nacht – jene zeitgenössischen Liebes- und Ritterromane, die ihre Mutter bereits zu lesen pflegte. Dieser innere Widerspruch stärkte in Teresa offenbar ein Bewusstsein dafür, eine Sünderin zu sein und sich angesichts ihres unvermeidlichen Lebensendes und dem damit einher gehenden Jüngsten Gericht ängstigen zu müssen. Sie wird mit 16 Jahren, drei Monate nach der Hochzeit ihrer sieben Jahre älteren Halbschwester María, in der in Ávila ansässigen Mädchenschule des Augustinerinnenklosters aufgenommen (AP TP 3 Opposition GZ). Chiron lief im Transit über ihren Aszendenten, während die Transit-Mondknotenachse im Quadrat zu ihrem Radix-Chiron stand.

Im Herbst 1532 wurde Teresa schwer krank und musste zu ihrem Vater zurückkehren. Nach ihrer Genesung verbrachte sie die kommenden Monate bei ihrer Schwester und ihrem verwitweten, sehr frommen Onkel Pedro, der sie mit den Schriften des Kirchenvaters Hieronymus bekannt machte. (Radix-AP im Schatten des IC Opposition Pluto Quadrat Venus). Sie schwankte zwischen einem künftigen Leben als Ehefrau und Mutter, wie es ihre ältere Schwester führte, oder ihr Leben künftig als Nonne in einem Kloster zu verbringen. Bei ihrer Entscheidung für das Kloster soll eine echte Christusbeziehung zwar durchaus eine Rolle gespielt haben, zugleich aber auch die ungünstige Situation einer verheirateten Frau in der damaligen Zeit und nicht zuletzt auch aufgrund ihrer persönlichen Angst vor der ewigen Verdammnis. Sie trat schließlich am 2. November 1535 heimlich, ohne Kenntnis des Vaters, in das Karmeliterkloster in Ávila ein (Radix-AP IP 4 Opposition Chiron Halbsextil Jupiter Transit-Mondknoten Opposition Chiron Transit-Saturn Konjunktion Radix-Mondknoten). Ein Jahr später, am 2. November 1536, begann mit der Einkleidung ihr Noviziat, das sie ein weiteres Jahr später mit dem Ablegen des Ordensgelübdes am 3.11.1537 beendete.

Ein knappes halbes Jahr später, im April 1538, erkrankte Teresa erneut schwer (Radix-AP Halbsextil Neptun + GZ, Mondknoten-AP Konjunktion Uranus). Als der Alterspunkt im Herbst 1538 mit grünen Bewusstseinsaspekten die Radix-Mondknotenachse berührte, begegneten Teresa auf ihrem Weg zu einer Heilerin auf dem Landsitz ihres frommen Onkels Pedro die Schriften des Franziskaners Francisco de Osuna, dessen Traktat zum kontemplativen Gebet² sie in ihrer eigenen Praxis des „inneren Betens“ bestärken sollte.

Inneres Beten – Kontemplation – Pluto

Die dritte Art des Betens nennt man kontemplatives oder „inneres“ Gebet (oración espiritual o mental), bei dem sich unser höchster Seelenteil in der reinsten und liebevollsten Weise zu Gott erhebt, getragen von den Flügeln des Wunsches und des in der Liebe erstarkten Gefühls. Je größer die Liebe ist, umso weniger Worte bedarf sie, und diese wenigen werden verstehender und wesentlicher sein. Denn wenn die Liebe echt ist, bedarf sie keiner großen Reden, wirkt aber schweigend große Dinge.“2

Kontemplation, von lateinisch contemplatio‎ ‚Betrachtung, Anschauung‘ im 14. Jahrhundert entlehnt, bedeutet den Rückzug auf sich bzw. die Versenkung in sich selbst oder auch die Versenkung in Gott und seine Werke. Der griechische Philosoph Plato sah in der Kontemplation die Möglichkeit der Seele, als schauendem Subjekt zu höherem Wissen aufsteigen zu können, um das Gute neben weiteren göttlichen Prinzipien erfassen zu können. Der neoplatonische Philosoph Plotin beschrieb die Kontemplation als wichtigste Komponente, um Einheit oder Einswerdung zu erreichen. Höchste Kontemplation bestand für ihn darin, eine Gottesvision als ein Gefühl von „Verschmelzung mit dem Einen“ zu erfahren.

Die antiken Kirchenväter des frühen Christentums befassten sich mit der Kontemplation vor allem unter dem Gesichtspunkt der Gottesschau. Mit ihren Überlegungen knüpften sie an den Gedanken an, dass der Mensch im Gegensatz zu den Tieren aufrecht geschaffen sei, damit er zum Himmel emporblicken und Kenntnis von ihm erlangen könne und durch diese Betrachtung die religiöse Bedeutung des sinnlich Wahrnehmbaren erfassen könne.

Ihre eigenen Erfahrungen mit der kontemplativen Gebetspraxis beschreibt Teresa mit den folgenden Worten:

Wie Gott im Himmel eine Wohnung für uns bereitet hat, so muss auch in unserer Seele eine Stätte sein, in der Gott gegenwärtig ist und eine Begegnung mit uns vorgesehen hat. Meinen wir nicht, es herrsche in unserer Seele, da wir sie nicht sehen, eine gewisse Finsternis. Neben dem äußeren Licht, das wir wahrnehmen, erstrahlt in unserem Inneren ein anderes, viel helleres Licht…. Selbst dann, wenn wir nichts Lichtvolles in uns wahrnehmen, bedeutet dies nicht, dass unsere Seele finster ist. Gottes Gegenwart ist immer in uns und gibt uns das Sein, auch wenn Blockaden und ungute Bindungen das wahre Licht überschatten.

In der Astrologischen Psychologie wird die Kontemplation dem geistigen Planeten Pluto zugeordnet, der sich in Teresas Horoskop am höchsten Punkt des Horoskops befindet als Hinweis auf und Bestätigung für ihre innerlich empfundene Berufung. Darüber hinaus ist Pluto der esoterische Zeichenherrscher sowohl des Fische-Aszendenten als auch des Ātmakāraka Venus, die ein Quadrat zu Pluto bildet! Das Erreichen des geistigen Entwicklungsziel der Seele vollzieht sich somit unter dem Einfluss des äußersten der drei geistigen Planeten, sobald Teresa dauerhaft die plutonische Fähigkeit der Kontemplation ausübt.

Krankheit

Im Juli 1539 kehrt sie nach der körperlich äußerst anstrengenden Kur, die ihren Gesundheitszustand noch verschlechterte, todkrank in ihr Kloster zurück. In der Nacht nach Mariä Himmelfahrt (15. August) fällt sie in eine drei Tage dauernde todesähnliche Starre:

In der folgenden Nacht befiel mich nämlich ein Lähmungsanfall, so dass ich vier Tage lang oder kaum weniger bewusstlos war. Dabei gaben sie mir das Sakrament der Letzten Ölung und rechneten stündlich, ja jeden Augenblick mit meinen Tod und beteten mir ununterbrochen das Credo vor, wie wenn ich etwas davon verstanden hätte. Zeitweise hielten sie mich schon für tot, denn später habe ich noch das Wachs auf den Augenlidern gefunden.1

Vier Tage später erlangt Teresa wieder das Bewusstsein, bleibt jedoch bis zu ihrem 25. Geburtstag durch eine ausgeprägte Lähmung des gesamten Körpers an das Bett gefesselt. Sie bleibt weitere zwei Jahre mehr oder weniger stark gelähmt bis sie im April 1452 auf Fürsprache des hl. Josef endlich geheilt wurde. (Radix- und Mondknoten-AP Trigon Saturn, Transit-Jupiter Konjunktion Mond, Transit-Uranus Konjunktion Mondknoten)

Nach der teilweisen Wiederherstellung ihrer Gesundheit nimmt Teresa wieder am regen Umgang mit den Besuchern des Klosters teil und sucht Ablenkung von der geahnten Berufung im gesellschaftlichen Leben des Klosters, das eher einem feudalen Damenstift entsprach, ohne Klausur, mit Dienerschaft und vielen Besuchen. Allerdings litt sie sehr darunter, weil sie sich zwischen oberflächlicheren Interessen und dem Wunsch, sich ganz auf Gott einzulassen, hin und her gerissen fühlte. Jahrelang führt sie ein innerlich „höchst qualvolles Leben… auf der einen Seite rief mich Gott, auf der anderen folgte ich der Welt“ – ein deutlicher Hinweis auf die innere Dualität des Tierkreiszeichens Fische.

Innere Konflikte im Spannungsfeld der Gegensatzpaare

Erst nach dem Tod ihres Vaters (24.12.1543 – Radix-AP Trigon Merkur + Sonne, Mondknoten-AP Konjunktion Venus) regte dessen Beichtvater sie dazu an, das innere Beten wieder konsequent aufzunehmen.

Ich führte nun ein äußerst zermürbendes Leben, denn beim Beten erkannte ich meine Verfehlungen noch klarer. Einerseits rief Gott mich immer wieder, andererseits lief ich der Welt nach. Alles, was mit Gott zu tun hatte, machte mich ganz glücklich, aber zugleich hielten mich die weltlichen Dinge gefangen. Es sah so aus, als wollte ich diese beiden Gegensätze miteinander in Einklang bringen – wo das eine dem anderen so widerspricht –, wie es geistliches Leben und sinnenhafte Vergnügungen und Freuden und Zerstreuungen sind. Mit dem inneren Beten hatte ich große Plage, weil der Geist nicht als Herr, sondern als Sklave wirkte. So konnte ich mich nicht in mein Inneres einschließen (worin die ganze Methode bestand, die ich beim Beten hatte), ohne zugleich tausend Nichtigkeiten mit einzuschließen. So verbrachte ich viele Jahre…1

Als der Alterspunkt in den kommenden zehn Jahren durch das 6. Haus und das Zeichen Jungfrau wanderte, erlebte sie im Kloster die Polaritätskräfte des dem Aszendenten gegenüberliegenden Zeichens Jungfrau und seiner „tausenden Nichtigkeiten“, mit denen sich das Bewusstsein hier beschäftigt, dabei jedoch das eigentliche Ziel des geistigen Entwicklungsweges zu verfehlen droht. Teresa wird sich dieses inneren Widerspruchs zunehmend schmerzlich bewusst.

Innere Umkehr – 8. Haus – Skorpion – Pluto

In der Not, dieses Dilemma aus eigener Kraft nicht lösen zu können, wurde ihr mit knapp 40 Jahren in der Fastenzeit 1554 vor einer kleinen Statue des Schmerzensmannes eine tiefe Erfahrung seiner Liebe zuteil, die eine völlige innere Umkehr und Befreiung bewirkte (ihre sogenannte „Zweite Bekehrung“). Teresa sprach in diesem Zusammenhang von einem „neuen Leben“.

Am 3. Dezember des Vorjahres war Transit-Pluto endgültig in das Zeichen Fische eingetreten und aktivierte das geistige Entwicklungsziel, das der Aszendent gemeinsam mit Venus hier vorsieht.

Schmerzensmann nach Meister Francke

„Da geschah es mir, dass ich eines Tages beim Eintritt in den Gebetsraum ein Bild sah, das man zur Verehrung dorthin gebracht und für ein Fest, das im Haus gefeiert wurde, aufgestellt hatte. Es war das Bild eines ganz mit Wunden bedeckten Christus und so Andacht erweckend, dass es mich beim Anblick zuinnerst erschütterte, ihn so zu sehen, denn es stellte gut dar, was er für uns durchlitten hatte. Das, was ich empfand, weil ich mich für diese Wunden kaum dankbar gezeigt hatte, war so gewaltig, dass es mir war, als würde es mir das Herz zerreißen. Aufgelöst in Tränen warf ich mich vor ihm nieder und flehte ihn an, mir ein für alle Mal die Kraft zu geben, ihn nicht mehr zu beleidigen“.1

Leider verrät Teresa in ihren Aufzeichnungen nicht, an welchem Tag genau sie diese innere Bekehrung erfuhr. Am Karfreitag, den 23. März 1554, standen jedoch Merkur und Venus am Aszendenten, gegenüber am DC Transit-Jupiter. Der Alterspunkt in der Mitte des 7. Hauses verließ allmählich die Opposition zur Sonne, während der Mondknoten-AP das Sextil zum Saturn erreichte.

Visionen – Alterspunkt im 8. Haus

In den auf dieses lebenswendende Ereignis folgenden Jahren erlebt Teresa tiefe Gebetserfahrungen und spätestens mit dem Eintritt des Alterspunkts in das Zeichen Skorpion und ein Jahr später mit 42 Jahren in das 8. Haus immer häufiger eintretende innere „imaginative“ Jesus Visionen und mystische Ekstasen wie der Transverberation, der imaginativen Durchstoßung ihres Herzens, die sie, durch unfähige Beichtväter verunsichert, teilweise in Angst und Schrecken versetzen. In diese Zeit fallen die ersten Aufzeichnungen für ihre Selbstbiographie Das Buch meines Lebens1. Teresa entwickelt Vorstellungen von einem Leben in passiver Kontemplation. Zu Beginn des Jahres 1560 erlebt sie Visionen der Hölle, die ihren Wunsch nach vollkommener Hingabe noch verstärken und sie im September 1560 den Entschluss fassen lässt, für die Ordensschwestern wieder die strenge Regel der Loslösung von der Welt, des Bußgebets und der Armut einzuführen. (Radix-AP Quadrat Mondknoten, Sextil Mond, Quincunx Uranus; Mondknoten-AP Kippstelle Chiron/Pluto)

Teresa als Ordensreformerin

Gegen viele Widerstände erhält Teresa schließlich von Papst Pius IV. und dem Ortsbischof die Erlaubnis, am 24. August 1562 in Ávila ein eigenes Kloster zu gründen, den Konvent vom hl. Josef (Convento de San José) der Unbeschuhten Karmelitinnen, in dem die ursprüngliche Ordensregel wieder befolgt werden soll. Zugleich legt Teresa fest, dass in einem Karmel (einem Kloster der Karmeliten) nicht mehr als 21 Schwestern leben sollten. Sie sollen sich dort dem zweckfreien inneren Beten widmen können und nicht aus materiellen Gründen gezwungen sein, ihre tägliche Gebetspraxis als Dienstleistung für vermögende Spender ausüben zu müssen. Damit erkennt Teresa intuitiv die Forderung an Menschen mit einer dominanten Position Plutos im Horoskop, dieses planetare Werkzeug nicht für äußere, vorwiegend materielle Motive zu missbrauchen und keine illusionären Vorstellungen über sich selbst und persönliche Motive zu nähren. Dabei gilt es auch, dem allgegenwärtigen Argwohn der Inquisition keine zusätzliche Nahrung zu geben. Denn Teresa hebt sich klar vom damals gängigen Ideal unbeugsamer Strenge ab, das durch aufsehenerregende Bußübungen wie Selbstgeißelung, extremes Fasten und einem totalen Abstinenzgebot die Gunst Gottes zu erwerben und zu erhalten hofft.

Weg der Vollkommenheit

„Es bot sich mir an, unsere Seele als eine gänzlich aus einem einzigen Diamanten oder sehr klaren Kristall bestehende Burg zu betrachten, in der es viele Gemächer gibt, so wie es im Himmel viele Wohnungen gibt.“
Weg der Vollkommenheit PDF

Unmittelbar nach Gründung dieses ersten Klosters der „Unbeschuhten Karmelitinnen“ gegen massiven Widerstand der weltlichen und religiösen Autoritäten beginnt Teresa mit der Arbeit am Weg der Vollkommenheit, dem geistigen Fundament ihres kleinen Reformklosters. Den ersten Schritt bilden mündliche Unterweisungen für die Schwestern. Nach der äußeren Errichtung und der Beruhigung der Gemüter steht nun der innere Aufbau der Gemeinschaft im Vordergrund, und die Gründerin hat klare Vorstellungen von dem, was ihr als Ideal vorschwebt. Ihr geht es um ein für die damalige Zeit recht ungewöhnliches Reformprogramm, das nicht auf Askese und äußere Bußstrenge setzt (als Nahrung für illusionäre Ich-Vorstellungen), sondern ganz auf das als Freundschaft mit Gott verstandene innere Beten abzielt.

Anfang September 1567 begegnet Teresa dem soeben zum Priester geweihten Johannes vom Kreuz (*24.06.1542J †14.12.1592G), den sie davon überzeugen kann, in ihren Konvent einzutreten. Im Spätsommer 1568 führt sie ihn sorgfältig in ihre neuen Ziele ein, deren Kennzeichen ein geschwisterlicher Lebensstil, Einübung ins Ich-Sterben (Freiwerden vom Ego) und vor allem die Pflege einer intensiven Freundschaft mit Gott sind, verbunden mit dem ständigen Bemühen um innere Selbsterkenntnis. Der ersten Klostergründung sollen noch 16 weitere folgen, in Zusammenarbeit mit Johannes vom Kreuz insgesamt 32.

Im April 1575 lernt Teresa den Karmeliten Jerónimo Gracián (*06.06.1545J †21.09.1614G) kennen, zu dem sie bald eine tiefe geistige Verbundenheit empfindet. Der Alterspunkt erreichte soeben die 11. Hausspitze und bildet gemeinsam mit dem Mond/Neptun-Trigon eine Such-Figur und aspektiert die Mondknotenachse. Der Mondknoten-AP wiederum aspektiert ebenfalls diese Planeten und läuft gleichzeitig auf das Sextil zum GZ zu. Außerdem stehen beide Alterspunkte in Konjunktion bzw. Quadrat zum Shapley-Zentrum SCl und der Andromeda-Galaxie M31. Transit-Pluto pendelte über den Aszendenten, Transit-Neptun über die Meridianachse. Gracián wird Teresas geistlicher Führer, dem gegenüber sie ein Gehorsamsgelübde ablegt. Er wird später der erste Provinzial der Unbeschuhten Karmeliter.

Teresa und die Spanische Inquisition

Der Grund für die Einrichtung der Spanischen Inquisition war die im 15. Jahrhundert zunehmende Anzahl von Personen, die vom jüdischen zum christlichen Glauben konvertiert waren, den Conversos, zu denen auch Teresas Familie gehörte. Diese standen häufig unter dem Verdacht, nicht wirklich bekehrt zu sein und heimlich religiöse Handlungen ihrer abgelegten Religion zu vollziehen. Auch stand die mystische Gruppe der Alumbrados (auch Illuminados oder Illuminati) im Visier der Spanischen Inquisition. Sie betonten den Aspekt der passiven Vereinigung der menschlichen Seele mit Gott, die auch zu Ekstasen und Visionen führen konnte. Die Bezeichnung wurde zuerst auf die Franziskaner Juan de Olmillos und Francisco de Osuna (ca. 1492–1540), den Autor des Werkes „Abecedario spiritual“ angewandt, das Teresa wesentlich in ihrem „inneren Beten“ geprägt hatte. Auch Teresa wurde als Alumbrada denunziert, wobei die spanische Inquisition dem nicht weiter nachging. Gegen Teresas Reformanhänger Johannes vom Kreuz wurden die Widerstände jedoch  immer größer, und die Inquisition brachte ihn wegen „Überschreitung seiner Zuständigkeiten“ am 3. Dezember 1577 in ein Gefängnis des Ordens nach Toledo, vier Tage nachdem Teresa die Niederschrift des Buchs der Wohnungen der Inneren Burg fertig gestellt hatte.

Seelenburg

„Es bot sich mir an, unsere Seele als eine gänzlich aus einem einzigen Diamanten oder sehr klaren Kristall bestehende Burg zu betrachten, in der es viele Gemächer gibt, so wie es viele Wohnungen im Himmel gibt.“

Teresa beginnt am 2. Juni 1577 mit der Niederschrift ihres Hauptwerkes über die Gotteinung des Menschen, seinem Erwachen zur inneren Freiheit eines neuen Lebens und dem Weg zur „innersten Mitte“, das sie im November desselben Jahres beenden wird. Es ist Teresas letzte große spirituelle Synthese, in der sie den Leser auf eine spannende Reise durch die unendlich vielen weithin unerforschten Räume der inneren Welt mitnimmt, die sie auf sieben konzentrischen Ebenen anordnet. Große spirituelle Kompetenz, Bodenhaftung und innere Weite machen dieses reifste Werk Teresas zu einem Klassiker der Spiritualität und Mystik, ihr dialogischer Sprachstil und ihr herrlicher Humor lassen es auch zu einem literarischen Genuss werden.³

Der Alterspunkt befindet sich am Invertpunkt des 11. Hauses im Zeichen Wassermann, der Mondknoten-AP in der Waage im Quadrat zu Chiron und Trigonen zur Mars/Jupiter Konjunktion, die gemeinsam ein Dominantdreieck bilden. Zur Fertigstellung des Buches stehen beide Alterspunkte im Sextil zu Saturn. Transit-Pluto lief im Frühjahr sowie im Herbst 1577 über den Aszendenten und Venus.

Tod

Nach zwei Jahrzehnten unermüdlicher Reisen durch Spanien zur Gründung weiterer Kloster wurde Teresa auf ihrer letzten Reise schwer krank und starb am Abend des 4. Oktober 1582 im Karmel zu Alba de Tormes. Aufgrund der Gregorianischen Kalenderreform folgte auf den 4. sofort der 15. Oktober, an dem Teresa beerdigt wurde. Die Transit-Sonne stand in Konjunktion mit dem Shapley-Zentrum SCl und in Opposition zur Andromeda-Galaxie M31, Transit Neptun bildete mit dem Sextil zwischen Radix-Neptun und dem GZ ein Projektionsdreieck, während Transit-Uranus in Konjunktion zu Radix-Neptun und dem absteigenden Mondknoten stand. Der Alterspunkt war im Monat zuvor in das Zeichen Fische eingetreten und löste sich vom Venus/Pluto-Quadrat, mit dem es in den Wochen zuvor ein kleines Lerndreieck gebildet hatte.

Reliquien

Neun Monate nach ihrem Tod wurde der Sarg am 4. Juli 1583 (julianisch) geöffnet und ihr Körper als intakt befunden, nur die Kleidung war verrottet. Bevor der Körper wieder beigesetzt wurde, wurde eine Hand abgeschnitten und nach Ávila geschickt. Außerdem schnitt ihr Pater Gracián, dem Teresa sehr verbunden war, einen kleinen Finger ab. Die Leiche wurde am 25. November 1585 erneut exhumiert, um nach Ávila gebracht zu werden. Sie galt weiterhin als unverwest. Ein Arm wurde entfernt und in Alba de Tormes belassen, während der restliche Leichnam im Karmel zu Ávila begraben wurde. Die Entfernung erfolgte jedoch ohne Zustimmung des Herzogs von Alba de Tormes, der den Leichnam 1586 zurückbringen ließ, wobei Papst Sixtus V. befahl, sie in Alba de Tormes zu belassen. Ein größeres Grab an der ursprünglichen Stelle wurde 1598 errichtet und die Leiche 1616 in eine neue Kapelle verlegt. Der Körper verblieb bis auf folgende Teile dort, die inzwischen über Europa verteilt sind:

  • Rom – rechter Fuß und Teil des Oberkiefers
  • Lissabon – linke Hand
  • Ronda, Spanien – linkes Auge und rechte Hand
  • Alba de Tormes – linker Arm und Herz
  • Paris – ein Finger
  • Sanlúcar de Barrameda – ein Finger

Verehrung

Am 24.04.1614G wurde Teresa seliggesprochen, 1617 zur Schutzpatronin von Spanien ernannt und am 12.03.1622G heiliggesprochen. 1944 wurde sie von Papst Pius XII. zur Schutzpatronin der Schachspieler erklärt. Am 18. September 1965 ernannte Paul VI. Teresa zur Patronin der hispanischen Schriftsteller und am 27. September 1970 als erste Frau in der Geschichte der Kirche zur Kirchenlehrerin. Weitere Ehrungen sind ihre Ernennungen zur Mitpatronin Spaniens 1627 (neben Santiago, dem heiligen Jakobus), zum Ehrendoktor der Universität Salamanca am 4. März 1922 und aus Anlass ihres 500. Geburtstages zum Ehrendoktor ihrer Heimatuniversität, der Katholischen Universität Ávila am 5. August 2015.


¹ Teresa von Ávila: Das Buch meines Lebens. Herder spektrum PDF
² Francisco de Osuna: Versenkung. Weg und Weisung des kontemplativen Gebetes.
³ Teresa von Ávila: Wohnungen der inneren Burg. Herder spektrum PDF

 

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