Chiron

Sonnensystem mit Chiron-BahnDer Asteroid Chiron feiert heute seinen 36. Geburtstag. Natürlich ist er schon älter, aber in unser Bewusstsein trat er als bekannte Größe heute vor 36 Jahren ein. Es wird vermutet, dass Chiron ursprünglich aus dem Kuipergürtel stammt, der dunklen und kalten Welt jenseits der Neptunbahn, und von der Gravitation der Gasriesen Neptun und Uranus in das Innere des Sonnensystems hineingezogen wurde, wo er heute seine Bahn zwischen Saturn und Uranus zieht. Benannt wurde der Asteroid Nr. 2060 nach der mythologischen Figur des Cheiron (lateinisch: Chiron).

Als Chiron im Februar 1991 mitten in der Pubertät steckte, zeigte er uns sein wahres Gesicht: seinen Kometenschweif. Seither gilt Chiron nicht nur als Zentaur, sondern auch als Komet.

Was verrät uns sein Entdeckungshoroskop?

 

Aspektbild

Entdeckungshoroskop ChironDas dreieckige Aspektbild deutet auf eine veränderliche Lebensgrundmotivation hin. Chiron geht es um Liebe und Kontakt, um Kommunikation und Lernen. Sein Bewusstsein ist ausgerichtet auf das Erkennen von Beziehungen zwischen Dingen und Menschen. Man könnte sagen, in seiner tiefsten Seele ist Chiron ein Netzwerker, der bestrebt ist, neue Verbindungen im Bewusstsein herzustellen oder bereits bestehende wieder neu zu beleben.

Gleichzeitig ist das Aspektbild waagerecht gelagert, damit auf Kontakt und Beziehung ausgerichtet. Die Obenlagerung im bewussten Bereich deutet auf Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein hin und ein Streben nach Unabhängigkeit. Chiron wird von anderen bereitwillig als natürliche Autorität anerkannt.  Sein Bewusstsein ist in hohem Maße frei von triebhaften und damit unbewusst gesteuerten Reaktionen. Eindrücke werden unmittelbar erfasst und bewusst verarbeitet. Da jedoch alle Planeten oben stehen, besteht auch eine gewisse Gefahr, im Theoretischen hängenzubleiben, zu sehr im Kopf zu leben und nicht mehr mit der Wirklichkeit direkt in Kontakt zu sein.

Allerdings ist das Aspektbild nicht kohärent. Das Bewusstsein ist nicht als Einheit zusammengeschaltet, sondern es sind zwei Planeten unaspektiert: Saturn und Mars. Sie sind nicht am Bewusstseins-Schaltkreis angeschlossen und können so leicht zu Problemen führen.

Saturn, die MutterSaturn

Besonders Saturn ist hier auffällig, denn er steht einerseits an der Zeichengrenze auf dem letzten Grad des Zeichens Löwe und gleichzeitig direkt auf der 9. Hausspitze. Der Astrologe Vinzent Liebig hatte die Gelegenheit, den Entdecker Charles Kowal persönlich zur Entdeckung Chirons zu befragen und erfuhr, dass dieser ihn auf den Fotoaufnahmen „kurz vor 10 Uhr“ entdeckt habe. Um 9.58 Uhr liegt die 9. Hausspitze noch im Zeichen Löwe auf 29°47’. Andererseits sollte die 12. Hausspitze im Zeichen Schütze verbleiben, was ab 9.54 Uhr der Fall ist. Es ist daher davon auszugehen, dass Kowal Chiron zwischen 9.54 und 9.58 Uhr entdeckt hatte.

Saturn ist im Huber’schen Familienmodell die Mutter. Sie ist für das Kind (der Mond) die erste Lehrinstanz, die Grenzen vermittelt, aber auch für Nahrung sorgt, Sicherheit und Selbstvertrauen vermittelt, die hegt und pflegt (das „nährende Eltern-Ich“ der Transaktionsanalyse). Mit Chirons Mutter stimmte tatsächlich etwas nicht. Eine Variante des Chiron-Mythos berichtet von Philyra, in die sich Kronos verliebte. Als er mit ihr gerade Chiron zeugte, verwandelte er sich aus Angst, von seiner Gattin Rhea entdeckt  zu werden, in die Gestalt eines Pferdes, weshalb Chiron mit einem Körper halb Tier, halb Mensch zur Welt kam. Philyra war so entsetzt über diese „Missgeburt“, dass sie Zeus bat, sich verwandeln zu dürfen, was dieser ihr gewährte. Sie wurde dann zu einem Lindenbaum. Chiron jedoch wurde in die Obhut des Sonnengottes Apollon und der Artemis gegeben, die ihn zu einem Lehrer erzogen.

MondVon der Mutter nicht akzeptiert zu werden, ist eine der größtmöglichen Verletzungen, die in der Kindheit geschehen können. Sie ist erkennbar am Mond, der sich am Talpunkt des 7. Hauses und im Quadrat zu Pluto am MC befindet. Die Talpunktstellung deutet auf Frustrationen im Kontakt hin, während im Krebs der Anspruch auf Geliebtwerden doch recht hoch sein dürfte und Zurückweisung hier nur schwer ertragen wird. Wobei die Nähe von Jupiter das Glas eher halb voll erscheinen lässt und auch der lange grüne Suchaspekt zum Liebesideal Neptun schnell wieder an die Liebe und das Gute im Menschen glauben lässt. Man würde mit diesem empfindsamen Mond an jemanden denken, der sich selbst nicht eingestehen will, wie sehr er durch das Quadrat zu Pluto verletzt wurde, wie sehr er unter der Zurückweisung leidet und wie sehr er eigentlich vom Kontakt emotional abhängig ist. Er flüchtet eher in eine „Heile-Welt-Philosophie“. Häufig sind hier Wandlungsprozesse erforderlich. Doch leider erfahren wir nichts hierüber aus dem Mythos, nur, dass Chiron ein sehr guter Lehrer gewesen sein soll – was hier auch als Kompensation der emotionalen Abhängigkeit aufgefasst werden könnte, indem man anderen Gutes tut und sich so liebenswert und gebraucht fühlt. Der Mond, der sich am Talpunkt eigentlich vom DU nicht gesehen und wahrgenommen fühlt, der überall in der Welt nach der versagten Mutterliebe sucht, könnte die Größe und Autorität, die Pluto am MC verspricht, als Über-Ich zur Unterfütterung der emotionalen Bedürftigkeit benutzt haben. Solche Schein-Ich-Formen brechen jedoch in Krisensituationen für gewöhnlich zusammen, denn sie sind keine natürlich gewachsene innere Substanz sondern ein äußeres Konstrukt.

PlutoPluto

Dass Chiron eine wesentliche Transformationsaufgabe zu erfüllen hat, ist erkennbar an der gradgenauen Pluto/Mondknoten-Konjunktion exakt am MC. Ein übermäßiges Haften am eigenen Autoritätsstatus hindert am weiteren Fortschreiten in der Entwicklung. Es geht darum, das „eine anerkannte Autorität sein“ als Rolle zu erkennen, die Wandlungen unterliegt und andere, neue Formen annehmen kann. In diesem Zusammenhang ist sicher die zweite große Verwundung zu sehen, als Chiron bei einem Trinkgelage von einem giftigen Pfeil seines Schülers Herakles versehentlich getroffen wird.

Einer der Pfeile vom Bogen des Herakles war durch den Arm des Elatos gedrungen und blieb schwirrend im Knie des Cheiron stecken. Entsetzt über diesen Unfall seines alten Freundes zog Herakles den Pfeil heraus. Doch obwohl Cheiron selbst die Heilmittel zum Verbinden seiner Wunde zur Verfügung stellte, waren sie ohne Wirkung, und er zog sich, vor Schmerzen heulend, in seine Höhle zurück. Er konnte aber nicht sterben, denn er war unsterblich.
Robert Ranke-Graves

Die Wandlung

In der Höhle, „Bauch der Erde“, schien sich eine Wandlung Chirons zu vollziehen, deren Ergebnis sichtbar wurde, als Prometheus ihm einen Tausch anbot, der zur Folge hatte, dass Chiron endlich sterben konnte.

Später erbot sich Prometheus, die Unsterblichkeit statt seiner auf sich zu nehmen; und Zeus hieß dies gut. Doch manche sagen, dass Cheiron nicht so sehr wegen der Schmerzen, die er litt, den Tod wählte, sondern weil er seines langen Lebens müde geworden war.
(Robert Ranke-Graves)

Was genau in der Höhle geschah, erfahren wir allerdings nicht. Ulla Janascheck bringt die Höhle in Zusammenhang mit dem 4. Haus und der „Aufgabe, sich mit der persönlichen Gefühlswelt und den Mustern, die daraus gewoben werden, auseinander zu setzen. Wichtig ist hier die Klärung der persönlichen Mutterbeziehung, da diese den Grundstein für das Vertrauen ins Leben legt.“ Und weiter: „Die Höhle des vierten Hauses konfrontiert uns auch mit Schmerzen und Verletzungen des inneren Kindes. Wir erfahren, wo es Heilung braucht und werden uns über dessen Bedürftigkeit klarer, wenn wir uns mit ihm auseinandersetzen.“ In Rex Bills’ „The Rulership Book“ wird unter dem Stichwort Höhle der Planet Saturn und das Zeichen Steinbock sowie Pluto genannt, womit wir direkter zum Mutter-Thema Saturn gelangen. Da Pluto sich auf dem anderen Pol der Wachstums-Achse der Häuser 4/10 befindet, aktiviert er automatisch auch das 4. Haus und gefühlsmäßige Zugehörigkeiten.

Der absteigende Mondknoten am IC ist tatsächlich ein Hinweis, dass die in der Kindheit erfahrene fehlende Nähe und Geborgenheit sich später mit beruflichen Aktivitäten vermischt und diese unklar gestaltet, solange man nicht erkennt, dass es bei der persönlichen Berufung nicht darum geht, das ungestillte Bedürfnis nach „Pelzgefühl“ im Beruf zu befriedigen, zum Beispiel, indem man für andere sorgt, sondern dass man mutig seinen eigenen individuellen Weg geht – Chiron, der Außenseiter („Maverick“, Zane B. Stein).

Nachdem Chiron offenbar diesen Lernprozess in der Höhle durchlaufen hatte, boten sich ihm neue Möglichkeiten:

…so musste Prometheus einen Erben seiner Qualen darbieten, einen Un-sterblichen, der statt seiner leidend in die Unterwelt einging. Dieser Unsterbliche war der weise Kentaur Chiron, dem Herakles versehentlich mit vergifteten Pfeil eine unheilbare Wunde beigebracht hatte. Der Erfinder der Heilkunst nahm das Leiden und Sterben des wohltätigen Titanen auf sich.
Karl Kerényi

Chiron ging für Prometheus als Unsterblicher in die Unterwelt, das Reich des Hades (Pluto!) und wurde von dort vom Chef höchstpersönlich in den Himmel gehoben und als Sternbild verewigt.

Der losgelöste Saturn und der Versuch, das traumatische Mutterthema in die Persönlichkeit zu integrieren, trägt somit tatsächlich zur Weiterentwicklung bei, was der Beobachtung von Bruno Huber entspricht, nämlich dass unaspektierte Planeten im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium des Bewusstseins einen wichtigen Beitrag zur geistigen Entwicklung leisten können. Im 9. Haus geht es darum, die Grenzen unseres Bewusstseins auszudehnen, über den Zaun zu schauen. Saturn schaut hier jedoch lange Zeit lieber auf die Grenzen und hält lange am Gewohnten fest, bis „durch Schicksalsschläge Selbsterkenntnisprozesse ausgelöst“ werden, die den Menschen zunächst an die Grenze des Erträglichen führen, dann jedoch nach Überschreiten der Grenze neue Sinnzusammenhänge eröffnen. Saturn wird vom „Hüter der Schwelle“ zum „großen Einweihenden“.

Dass Chiron ein genialer Lehrer ist, erkennen wir vor allem am Stellium von Sonne, Uranus und Merkur auf der 11. Hausspitze im Skorpion. Er beschreitet hier ungewöhnliche Wege, die den Rahmen des Althergebrachten sprengen können, damit in festgefahrene Strukturen wieder Bewegung kommen kann. Auch das Zeichen Schütze am Aszendenten entfaltet Lehrer-Qualitäten, die neue Horizonte eröffnen.

 

Einige Schlüsselworte

Zane B. Stein nannte schon in den 1980er Jahren einige wichtige Schlüsselworte zur Bedeutung des Planetoiden Chiron, unter anderem:

Einzelgänger, Außenseiter („Maverick“)

Ein Maverick ist jemand, der sich abseits seiner Zeitgenossen stellt und der als unabhängiges, autonomes Individuum auftritt. Diese Eigenschaft erklärt sich aus der Obenlagerung des Aspektbildes, dem Aszendenten Schütze, das Autonomie im Denken ermöglicht, und der exakten Konjunktion von Pluto und dem aufsteigenden Mondknoten auf dem MC. Ein solcher Mensch läuft nicht mit der Masse sondern er „zieht sein eigenes Ding durch“.

SchlüsselChiron

Bereits das Chiron-Symbol sieht aus wie ein Schlüssel. Chiron öffnet Türen in neue Sinnzusammenhänge, wenn wir bereit waren, den großen Schritt über die Grenze zu tun. Das hängt einerseits natürlich zusammen mit der Saturn-Stellung auf der 9. Hausspitze und der Zeichengrenze Löwe/Jungfrau, die auch einen Übergang darstellt. Andererseits deutet auch die Merkur/Uranus-Konjunktion mit der Sonne auf der 11. Hausspitze auf neue Perspektiven, die sich öffnen, wenn man sich vorwärts bewegt, wenn man sich Konflikten mutig stellt und bereit ist, nach neuen Lösungen zu suchen.

Heilung, Ganzwerdung

Unaspektierte Planeten zeigen eine Inkohärenz, sie tanzen aus der Reihe. Ganzwerdung bedeutet, diese unverbundenen Teile in das größere Ganze des Horoskops zu integrieren, es so zu heilen, damit seine Ganzheit offenbar werden kann. Ein wichtiger Integrationsfaktor im Horoskop ist der aufsteigende Mondknoten, der hier exakt auf dem MC in enger Konjunktion eine bedeutsame Rolle spielt, denn er fordert den permanenten ersten Schritt zu tiefgehender Wandlung, um der zu werden, der man ist: ein einzigartiges, unteilbares Individuum. Dazu gehört auch, nicht im Verwundetsein stecken zu bleiben, oder es zu verdrängen und in einem Helfersyndrom zu kompensieren (Mond/Jupiter in Krebs im 7. Haus, Mond Quincunx Neptun 12. Haus).

Heilung ist insbesondere dann möglich, wenn wir Schicksalsschläge nicht als ungerechte Stolpersteine erleben und uns beleidigt vom Leben zurückziehen (Krebs-Mond am TP 7), sondern sie annehmen. Wir können sie dann als Sprungbrett in eine neue, höhere Dimension des Bewusstseins auffassen, die den Reichtum in allen Dingen des Lebens, seien es schöne oder hässliche, erkennen lässt (ebenfalls Mond/Jupiter im Krebs, allerdings nach dem Überschreiten der Saturn-Grenze, nach dem Akzeptieren des Schicksalsschlages, was uns ermöglicht, darüber hinauszuwachsen).

Entdeckung Chirons Kometenschweif

Entdeckung Chirons Kometenschweif

Der Aszendent Schütze mit dem Galaktischen Zentrum gibt hier das große Ziel vor: Unabhängigkeit und Eigenständigkeit in der Verfolgung eigener Ziele, das Eingebundensein in das Größere Ganze, dazu bereit sein, Persönliches und Egozentrisches zurückzustellen oder loszulassen. Gemeinsam mit Neptun in Schütze im 12. Haus, der durch die gleichzeitige Anwesenheit der 12. Hausspitze in Schütze sich besonders intensiv zum Ausdruck bringen kann, und der Jupiter/Mond-Konjunktion in Krebs, ist hier auch ein natürlicher Instinkt dafür angezeigt, jene Dinge, Menschen und Ideen magnetisch anzuziehen, die das Bewusstsein erweitern, die für neue Sinnzusammenhänge öffnen und damit nicht zuletzt auch alte Wunden heilen lassen, weil man sie aus neuer, „höherer“ Perspektive betrachten kann. Auch der Kometenstatus Chirons zeigt den „kosmischem Botschafter“, der eine neue Zeit anbrechen lässt.

 

Indisches Horoskop

Das Rashi D1 des Entdeckungshoroskopes betont das Wandlungspotential, das in Chiron steckt, denn der AC-Herrscher Jupiter befindet sich gemeinsam mit seinem Dispositor Mond in besonders starker Würde im 8. Rashi Krebs, einem Moksha-Haus. Der Mond symbolisiert das Bewusstsein, das die grundlegende Tendenz zu Wachstum hat, das sich ausdehnen und erweitern möchte. Transformation und Wandlung bieten Mond und Jupiter neue Wachstumsmöglichkeiten. Das 8. Rashi ist ein Moksha-Bereich, in dem die Weichen gestelllt werden für die endgültige große Befreiung der Seele aus Samsara, dem Rad der Wiedergeburten.

Rashi D1 (tropisch)

Rashi D1 (tropisch)

Die Mutter wird in diesem Horoskop u.a. durch die 4. Hausspitze, das IC angezeigt, die sich im Zeichen Widder im 5. Rashi befinden, einem Dharma-Haus. Herrscher Mars steht gemeinsam mit Saturn im Zeichen Löwe im 9. Rashi, wo sich die 8. Hausspitze befindet. Es geht somit um ein Wandlungsthema in Bezug auf die Mutter. Diese Kombinationen von Moksha und Dharma (4. Hausspitze = Moksha in einem Dharma-Rashi 5 und 8. Hausspitze = Moksha in einem Dharma-Rashi 9) weist darauf hin, dass das Bearbeiten der schwierigen Mutterbeziehung, das von ihr Verstoßenwerden, zur persönlichen Bestimmung gehört (Dharma) und zur Befreiung (Moksha) führen kann.

Die Herrscher des 4. (Fische) und 8. Rashis (Krebs) stehen gemeinsam im 8. Rashi Krebs und deuten hier auf besondere und starke spirituelle Fähigkeiten hin. Der Herrscher des 12. Rashis (in Skorpion), Mars, steht wiederum im 9. Rashi Löwe, und umgekehrt des 9. Rashis Sonne im 12. Rashi Skorpion und verknüpft nochmals die beiden Purushartha Dharma und Moksha, wie schon der AC-Herrscher Jupiter im 8. Rashi Krebs.

Hinter chironischen Krisen und Wandlungen liegt der tiefere Sinn (Dharma), die Seele Stück für Stück von Anhaftungen zu befreien (Moksha).

Lese-Tipps:
Bruno und Louise Huber: Aspektbild-Astrologie. API-Verlag
Bruno und Louise Huber: Planeten als Funktionsorgane
Zane B. Stein: Chiron. Chiron-Verlag
Robert Ranke-Graves: Griechische Mythologie
Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen

Link-Tipps:
Starfish-Blog: Chiron in Fische
Zane B. Stein: What is Chiron?
Ulla Janascheck: Haus 4 – Die Höhle, den Innenraum betreten
Vinzent Liebig: Das metaastrologische Schlüsselbild des Chiron

5 Gedanken zu „Chiron

  1. Karin

    Liebe Birgit,

    das war mal wieder gründlich recherchiert und von verschiedenen Seiten beleuchtet!
    So ganz war mir Chirons Rolle noch nicht klar gewesen, besonders in meinem eigenen
    6.Radixhaus. Du machst es durch deine Herangehensweise möglich, sich mehr und mehr hinein zu fühlen, also für mich ist dieser Arbeit mal wieder erleuchtend!
    Ich finde es auch immer wieder berührend zu sehen, mit welcher Großzügigkeit du uns alle hier
    teilhaben lässt an deinem Wissen und wie du es sogar noch „mundgerecht“ präsentierst.
    Vielen Dank dafür
    Liebe Grüße

    Karin

    s

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    1. starfish Beitragsautor

      Liebe Karin,

      Chiron war mein erstes astrologisches Forschungsprojekt seit Ende der 80er Jahre. Ich habe über ein Vierteljahrhundert insbesondere seine Transite in „Echtzeit“ studiert und festgestellt, dass Chiron weit mehr ist als der arme Tropf, der „verwundete Heiler“, auf den alle Welt ihn reduziert und damit verkennt – wie schon seine Mutter. Das begreift man allerdings erst, wenn man sich tiefer mit dem Mythos auseinandersetzt – und das Entdeckungshoroskop dazu studiert.

      Die Huber-Schule sieht jeden Planeten als eine Fähigkeit, die dem Menschen zur Verfügung steht. Chiron ist so gesehen ein Werkzeug, und je mehr wir über dessen Aufbau, Geschichte und Potential kennen, um so besser können wir mit diesem Werkzeug umgehen. Chiron zeigt uns, wie aus unseren vermeintlichen Schwächen Stärken werden können.

      Im 6. Haus geht es um die Existenzsicherung und darum, im Leben „seine Marktlücke“ zu finden. Den Platz, an dem du dich gebraucht fühlst, an dem du deine Fähigkeiten und Talente optimal einsetzen kannst. Dein Chiron steht u.a. im Trigon zum Mond, d.h. hier könnte ähnlich wie im Chiron-Mythos eine Verletzung in der Kindheit bestehen, die du zu bewältigen suchst, indem du für andere da bist, ihnen hilfst, dich vielleicht sogar für sie aufopferst, ihnen im Grunde das gibst, was du meinst selbst nicht bekommen zu haben. Mit Koch-Häusern steht Chiron kurz vor der 6. Hausspitze, d.h. der Alterspunkt stand mit 29,5 Jahren in Konjunktion zu Chiron. Quadrate waren mit 14/15 und 50/51 Jahren, dort wo auch deine Kreuzungsachse steht. Chiron dürfte damit für dich ein wichtiges Lern-Thema bereithalten.

      Viele Grüße
      Birgit

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      1. Karin

        Liebe Birgit,

        das trifft es genau. Heile andere, so heilst du dich selbst, nicht wahr…? Bei allem , was ich tue und schon immer getan habe, geht es mir stark darum, ich habe schon immer gesagt: „Selbst wenn ich eine Nachhilfestunde gebe, hat diese eine tiefgreifende Wirkung“, und, merkwürdigerweise, sind diese Prozesse immer wechselseitig, es geht eine stärkende Wirkung von ihnen aus, alles ist eins,
        wer heilt, wird geheilt. Das mit dem Aufopfern ist auch irgendwo wahr, nur, wo es sich zu lohnen scheint, da geht es ja auch um all diese Saturn-Geschichten, da ja auch mein MK in Haus 5. in Steinbock steht, Häuserherrscher Jupiter steht in Konj. mit meiner Sonne. Ich glaube, ich würde für (meine) Kinder alles tun.
        Wenn ich Kunst, bes. mit Kindern mache, dann passiert eine wirkliche Magie. Ob das das Chiron-Thema ist, über den MK in Steinbock?.
        Liebe Grüße
        Karin

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