Das GZ im Horoskop der BRD

Dieses Jahr wird Ende April der Alterspunkt im Horoskop für das Grundgesetz (berechnet auf die Bundeshauptstadt Berlin) in Konjunktion mit dem Galaktischen Zentrum (GZ) stehen. 72 Jahre zuvor war dies am 30. April 1945 der Fall. An diesem Tag brachte sich Adolf Hitler im Führerbunker um – die eigentliche  „Stunde Null“ für das Deutsche Reich. Die Zustände von damals sind mit denen von heute gottseidank nicht mehr vergleichbar. Aber dieser Übergang des Alterspunktes über das Galaktische Zentrum könnte wieder der Startpunkt für etwas Neues in Deutschland sein, das uns alle betrifft. 1945 musste Altes sterben, damit Neues – die Bundesrepublik – entstehen konnte.

Das Galaktische Zentrum ist ein Punkt des „Stirb und Werde“ und in erster Linie eine ordnende Kraft. Es stellt eine Ordnung her und erhält sie aufrecht – die Milchstraße. Das GZ liegt an der Grenze der Sternbilder Skorpion und Schütze, oberhalb des Skorpionstachels, aber bereits innerhalb des Sternbilds Schütze.

Skorpion war schon immer eine Kampfzone am Himmel, mit der Region des Galaktischen Zentrums im Brennpunkt des Geschehens. Ein Pfeil und ein giftiger Stachel bedrohen das Zentrum. Oder verteidigt der Bogenschütze das GZ und greift den Skorpion an? Tatsächlich heißt es in alten Sternenmythen, der Bogenschütze ziele auf das „Herz des Skorpions“, den hellen Fixstern Antares.

Das GZ liegt im Nakshatra Mula – die Wurzel, der Ursprung, der Anfang, die Quelle. Hier herrscht die Todesgöttin Nirriti, die Ehefrau von Adharma. Dharma ist das, was trägt und stützt (Gerechtigkeit). Adharma ist das Gegenteil: das, was nicht trägt und nicht stützt (Ungerechtigkeit). Wahrheit, Recht und Ordnung spielten in antiken Mythen, Weisheitslehren und Religionen schon immer eine beherrschende Rolle.

In vedischer Zeit (ca. 1500 bis 600 v Chr.) war Rita (ऋत ṛta „Wahrheit, Recht, Ordnung“) ein zentraler Begriff. An Rita, die religiöse, konkrete und moralische Ordnung, sind alle Wesen gebunden, Menschen, Tiere, Pflanzen und auch die Götter. Es ist die Ordnung sowohl des Himmels als auch der Erde, gewissermaßen ein Naturgesetz. In hinduistischer Zeit wurde aus Rita Dharma, die kosmische, aber auch die religiöse, soziale und individuelle Ordnung, die durch das Befolgen der Regeln und das Erfüllen der Pflichten aufrechterhalten wird.

Die Bhagavad Gita ist eine Selbstoffenbarung des Gottes Krishna, der sich vor Beginn eines großen Krieges (!) auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.

„O Sohn des Bharata, so oft ein Niedergang des Dharma (Rechtschaffenheit, Tugend) und ein Überhandnehmen von Ungerechtigkeit und Laster in der Welt eintritt, erschaffe ich mich selbst unter den Kreaturen. So verkörpere ich mich von Periode zu Periode für die Bewahrung der Gerechten, die Zerstörung der Boshaften und die Aufrichtung des Dharma.“

In seinem Buch „Die Heilige Wissenschaft“ aus dem Jahr 1894 schreibt Shri Yukteshwar, dass die Sonne

„einen anderen Stern als Gegenpol wählt und diesen in 24000 Erdenjahren umkreist und dass diese Himmelserscheinung die rückläufige Bewegung der Äquinoktialpunkte um die Tierkreiszeichen verursacht. Die Sonne führt aber noch einen anderen Kreislauf aus, indem sie sich um ein großes Zentrum namens Vishnunabhi dreht, den Sitz der schöpferischen Kraft (Brahma), des im ganzen Universum herrschenden Magnetismus. Brahma lenkt Dharma, die geistigen Tugenden der inneren Welt.“

Yukteshwar konnte damals nicht wissen, dass sich das Sonnensystem tatsächlich um das Galaktische Zentrum dreht und dass die Präzession der Erdachse Ursache für die Veränderung der Sternbilder am Frühlingspunkt ist. Aber aus seinen Worten geht hervor, dass das GZ dem Weltgesetz entspricht, dem Dharma oder Rita, der kosmischen Ordnung, die sich selbst aufrechterhält, bis eines Tages das Universum sich wieder auflöst (Pralaya).

Das Judentum empfing die Zehn Gebote über Moses direkt von Gott. Jesus Christus, der Gottessohn, ergänzte sie später um das Gebot der Nächstenliebe.

Das Dào (Tao) der chinesischen Philosophie steht aus meiner Sicht ebenfalls in Verbindung mit dem Galaktischen Zentrum. Dào ist ein ewiges Wirk- oder Schöpfungsprinzip, das für den Ursprung der Einheit und Dualität und damit für die Entstehung der Welt der „Zehntausend Dinge“ bestimmend ist.

Die Themen Wahrheit, Recht und Ordnung und der Kampf für bzw. gegen sie sind wesentliche Themen des Galaktischen Zentrums. Vielleicht muss um diese immer wieder neu gekämpft werden, angesichts der alten Geister, die in Deutschland und anderswo in der Welt wieder auferstehen oder die schon immer existierten, und des Schwachsinns, den sie kreieren und verbreiten (zum Beispiel erkennbar am Neologismus „postfaktisch“). Wir befinden uns mitten drin in einem fast mythisch anmutenden Kampf um Wahrheit und um Sinn.

6 Gedanken zu „Das GZ im Horoskop der BRD

  1. karin

    Liebe Birgit,
    deine Betrachtungen lassen mich oft nur staunen. Es fasziniert mich ungemein,
    wie absolut „unorthodox“ deine Inspirationen sind! Aufgrund deines breitgefàcherten Wissens und
    deiner starken Intuition gelingt es dir, mythische, wissenschaftliche und aktuell wirkende Stroemungen miteinander zu verbinden, und das Ganze ergibt eine so umfassende und erhellende Sichtweise,
    weil hier mehrere Ebenen zusammen betrachtet werden, danke dafuer.
    Karin

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    1. starfish Beitragsautor

      Vielleicht liegt das daran, dass in meinem Horoskop das GZ direkt auf dem DC liegt. Es begegnet mir überall. Überall sehe ich alles mit allem verbunden und spiegele diese Sicht den Menschen, denen ich begegne.

      Eine Deutungsmöglichkeit für die Hausstellung des GZ: es zeigt den Lebensbereich, in dem wir uns als Teil eines größeren Zusammenhangs erleben. Im 5. Haus ist das vor allem dann der Fall, wenn du in die Welt hinausgehst und dich neuen Lebens- und Lernerfahrungen öffnest. Das bringt in dir eine magische Kraft zum Pulsieren. Im 9. Haus kann man es erleben, wenn (insbesondere durch philosophisches Denken) der Zusammenhang aller Dinge anschaulich wird, während man im 10. Haus Verantwortung für das Ganze empfindet und bereit ist, entsprechende Aufgaben für die Menschheit zu übernehmen.

      Wichtig ist jedoch zu erkennen, dass das nicht deine individuelle Energie ist, sondern eine aus geistigen spirituellen Quellen genährte, die dich durchströmt. Viele fühlen sich berufen, nur wenige sind auserwählt.

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      1. Ranma

        „während man im 10. Haus Verantwortung für das Ganze empfindet und bereit ist, entsprechende Aufgaben für die Menschheit zu übernehmen.“

        Kann es sein, daß ich mich deshalb damit besonders schwer tue?

        Wenn dein DC auf dem GZ liegt, dann steht mein MC in Konjunktion mit deinem DC. Oje, du wirst mich also so schnell nicht mehr los, wie blöd für dich.
        Ranma

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  2. Ranma

    Nicht nur der Alterspunkt der BRD, sondern auch der transitierende Saturn bewegt sich dieses Jahr auf das Galaktische Zentrum zu.

    Mit den Themen Wahrheit, Recht und Ordnung ist es innerhalb des Schützen nicht gerade auffällig. Sollte es auch nicht, sonst hätte man seine Position schon lange als besonderen kritischen Grad beschrieben.

    Falls man den Orbis des Galaktischen Zentrums nicht wirklich sehr eng wählt, dann steht es mit meinem MC in Konjunktion. Darum ist das Galaktische Zentrum wichtig für mich. Jedoch habe ich noch keine Besonderheit durch das Galaktische Zentrum feststellen können.
    Ranma

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    1. starfish Beitragsautor

      Das Galaktische Zentrum bewegt sich wie alle Fixsterne durch den Tierkreis. Mit kritischen Graden hat es daher nichts zu tun. In etwas mehr 200 Jahren wird es in den Steinbock eintreten. Das wird eine wirkliche Zeitenwende sein.

      1987/88 standen Saturn und Uranus in Konjunktion mit dem Galaktischen Zentrum. Louise Huber schrieb damals einen Artikel zu diesem Ereignis (leider nur für Abonnenten abrufbar). Sie brachte diesen Transit mit dem „Avatar der Synthese“ in Zusammenhang, „der eine Flut vereinenden Lebens in die Herzen der Menschen ausgießt.“ Er war meiner Ansicht nach energetischer Impuls für den Fall des Eisernen Vorhangs im Folgejahr.

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