Édith „La Môme“ Piaf

Nein, sie bedauerte nichts. Sie ging bis an die Grenzen und überschritt sie. Sie liebte und begehrte das Leben, die Liebe, die Männer und die Kunst. Ohne Rücksicht auf Moralvorstellungen oder ihren Körper. Ihre Leidenschaft und Vitalität lebt in ihrer eindringlichen Stimme weiter. Sie ist noch heute, über 50 Jahre nach ihrem Tod, die Königin des französischen Chansons. 

Altersprogression

Édith Piaf kommt am 19. Dezember 1915 um 5.00 Uhr morgens in Paris zur Welt. Ihr Vater: ein „Schlangenmensch“ und Zirkusakrobat, der seinen kleinen Körper in die unglaublichsten Positionen verdrehen konnte; ihre Mutter: eine Kaffeehaussängerin, die es wie ihr Mann gewohnt war, ohne feste Bindung zu leben, ohne Heimat zu sein (IC Fische). Zum Zeitpunkt der Geburt seiner Tochter war der Vater Soldat im 1. Weltkrieg, währenddessen die Mutter haltlos dem Alkohol erliegt. Sie gibt ihr Neugeborenes ihrer Mutter zur Pflege, die selbst ebenfalls alkoholsüchtig kaum für das Mädchen sorgen kann. Der Vater findet bei seiner Heimkehr 1917 ein körperlich und seelisch verhungertes Kind, verwahrlost und kränklich (Saturn im Schattenbereich der 9. Hausspitze rot-grün aspektiert). Er bringt sie zu seiner Mutter in die Normandie, die dort in einem Bordell als Köchin arbeitet. In der Obhut der Prostituierten wächst Édith fortan auf, unter dem Eindruck liebevoller Zuwendung der Damen einerseits und der ungewöhnlichen, teilweise durchaus gewaltvollen Umgebung eines Puffs andererseits. Jedenfalls blüht Édith unter der intensiven weiblichen Zuwendung sichtlich auf (AP-Ingress Schütze, Opposition Mond, Trigon Neptun, Quincunx Pluto).

Édith erhält nun den vielfältigen Kontakt und die Zuneigung, derer ein Mond in den Zwillingen im 7. Haus bedarf. 1919 erkrankt sie an einer Meningitis, in deren Folge sie erblindet (AP Sextil Mondknoten und Uranus). Erst zwei Jahre später wird sie ihr Sehvermögen plötzlich zurückgewinnen, nur wenige Tage nach einer Wallfahrt zum Grab der Heiligen Thérèse von Lisieux (AP Trigon Venus, Quadrat Jupiter).

1923 – Édith ist sieben Jahre alt – muss der Vater seine kleine Tochter mit auf seine Zirkustourneen zu nehmen. Der Pfarrer duldet das Mädchen aus dem Bordell nicht in der Schule des kleinen Ortes. Sie lernt nun das freie und unstete Leben des fahrenden Volkes kennen und lieben, auch wenn es viele Entbehrungen mit sich bringt (AP und MK-AP Konjunktion Sonne und Merkur in Schütze, Trigon Mars). Zieht der Vater die ersten Jahre noch mit einem Zirkus, so reist er später mit seiner Tochter allein durch Frankreich, seine Körperakrobatik auf den Straßen darbietend. Édith sammelt das Geld unter den Zuschauern. Mit etwa 10 Jahren (AP in Steinbock Halbsextil Mondknoten und Uranus, Opposition Saturn) beginnt sie dabei zu singen, was die Einnahmen steigert.

Nach einem Streit trennt sich Édith von ihrem Vater mit 15 Jahren (AP in Wassermann Halbsextil Venus und Jupiter), um fortan als Straßensängerin in Paris zu leben. Sie lernt mit 16 Jahren (AP Opposition Mars, Zeichenwechsel Fische) einen jungen Mann kennen, ein arbeitsloser Maurer – es ist die Zeit der Weltwirtschaftskrise -. und wird schwanger. Im Februar 1933 kommt die Tochter Cécelle zur Welt, und Édith versucht mit ihrem Freund als Familie zu leben. Es gelingt ihr nicht, die sie von klein auf das Wanderleben gewohnt ist mit der damit verbundenen Freiheit. Es kommt zum Streit mit dem Vater des Kindes, der ihre Straßensingerei ablehnt, von ihr „ehrbare“ Arbeit einfordert. Sie verlässt ihn, nimmt ihr Kind mit, kann sich jedoch nicht ausreichend um es kümmern. Eines Tages taucht ihr Freund plötzlich auf und entführt Cécelle (AP in Fische Halbsextil Mondknoten und Uranus).

Édith schmerzt der Verlust des Kindes sicher sehr, und es mögen auch Schuldgefühle mitgespielt haben, versagten doch auch ihre leibliche Mutter und Großmutter und vernachlässigten sie als Säugling. Mittlerweile singt Édith in kleinen Clubs und Kneipen, ist nicht ausschließlich auf die Straße angewiesen, verliebt sich immer wieder aufs neue in Männer, bis eines Tages ihr ehemaliger Freund auftaucht: Cécelle liegt mit einer Hirnhautentzündung im Krankenhaus. Wenige Tage später stirbt sie im August 1935. Édith stürzt ab, lässt sich mit Zuhältern ein, auch wenn sie sich nicht prostituiert: sie singt weiterhin, auf der Straße, in Kneipen, und gibt einen Teil des Geldes ihrem neuen Freund ab.

Zwei Monate später wird Édith auf der Straße singend vom bekannten Kabarett-Besitzer Louis Leplée entdeckt. Er lädt sie zum Vorsingen ein und engagiert sie für eine Abendvorstellung. Das Publikum ist begeistert (AP in Fische Konjunktion Jupiter, Sextil Venus). Sie lernt nun viele Menschen kennen, Komponisten, Texter, einflussreiche Menschen, die für ihre spätere Karriere von Bedeutung sein werden. Ihr Aufstieg wird jedoch unterbrochen, als Leplée im April 1936 ermordet wird. Durch Édiths Kontakte zur Zuhälterszene und Unterwelt von Paris steht sie unter Verdacht. Die Presse zerreißt sie, das Publikum will nichts mehr von ihr hören. Édith kann zwar eine Beteiligung an der Ermordung nicht nachgewiesen werden, dennoch muss sie in der Provinz eine zeitlang untertauchen. Nur um im März 1937 wieder zurückzukehren und nach wochenlangen Training mit ihrem neuen Manager und Texter Asso den ersten großen Auftritt in einer Music Hall, einem Pariser Konzertsaal zu bestreiten. Der Abend wird ein voller Erfolg. Von nun an steht der Karriere der kleinen und ausdrucksvollen Sängerin nichts mehr im Wege (AP Quadrat Sonne und Merkur, Quincunx Mars). Auch der Ausbruch des 2. Weltkrieges kann ihre Karriere nicht wirklich behindern. Die deutschen Besatzer erlauben ihr sogar Konzertreisen in deutsche Kriegsgefangenenlager, um dort vor französischen Häftlingen zu singen, und ihnen dabei unbemerkt gefälschte Pässe zuzuspielen, die den Gefangenen bei einer späteren Flucht von unschätzbarer Hilfe sein werden.

Im Frühjahr 1944 stirbt ihr Vater. Im August desselben Jahres reift in ihr das Chanson „La vie en rose“, das zu einem Welterfolg werden wird. Und es begegnet ihr Yves Montand (AP in Widder Trigon Sonne und Merkur), damals noch ein Unbekannter, der in ihrem Vorprogramm auftreten soll. Sie verliebt sich in ihn, unterstützt ihn in seinem Werdegang zu einem großen französischen Chansonnier, um ihn zwei Jahre später wieder zu verlassen (AP in Stier Halbsextil Mond, Sextil Pluto, Quadrat Neptun).

Édith hat mittlerweile einen großen Bekanntheitsgrad in Frankreich und Europa und versucht nun ihr Glück in den USA, beginnt dort 1947 eine Konzertreise, die erst nach einer Anlaufzeit zum Erfolg wird. Sie kommt jedoch mit dem fremden Land nur schlecht zurecht, vermisst ihre Freunde und Liebhaber in Paris, fühlt sich einsam, bis sie in New York den französischen Box-Weltmeister Marcel Cerdan im Winter 1947/48 näher kennenlernt. Er wird die große Liebe ihres Lebens (AP Quadrat Mondknoten und Uranus, MK-AP Konjunktion Mars). Zum ersten und vermutlich einzigen Mal ist Édith treu und fühlt sich diesem Mann, obwohl verheiratet und Vater dreier Kinder, tief verbunden.

Im Oktober 1949 kommt Cerdan jedoch bei einem Flugzeugunglück ums Leben (AP Talpunkt 6 Sextil Saturn). Er buchte den Flug auf Édiths Wunsch hin, da sie nicht die Geduld besaß, auf seine Ankunft nach der langen Schiffsüberfahrt von Frankreich nach New York zu warten. Fortan werden sie deshalb tiefe Gewissensbisse plagen. Vermutlich durch den Schock bricht zudem die unheilbare Krankheit rheumatoide Polyarthritis aus. Trotz dieses schweren Schicksalsschlages singt Édith weiter, lebt ihr Leben noch leidenschaftlicher, ohne Rücksicht auf Verluste.

Es folgen Anfang der 50er Jahre eine Serie von Autounfällen (AP im Schatten des Deszendenten). Gegen die durch die Schmerzen also auch durch die Arthritis versuchten Schmerzen nimmt Édith Morphium in hohen Dosen, von dem sie abhängig wird. Die Suchtanfälligkeit – Édith trinkt auch seit frühester Jugend regelmäßig Alkohol, ihre Eltern sind beide alkoholabhängig gewesen – ist am ausschließlich grün-blau aspektierten Neptun im 9. Haus erkennbar, der eine Fluchtneigung und labile Haltung anzeigt, die einen scheinbaren Ausweg aus den Härten des sehr unruhigen weil überwiegend grün-roten Aspektbildes suggeriert. Im Mondknotenhoroskop läuft Édith in dieser Zeit mit dem Alterspunkt über Neptun im 7. Haus. Sie heiratet 1952, wird jedoch fünf Jahre später wieder geschieden, da ihr Mann, ebenfalls ein Sänger, mit ihrer Morphiumabhängigkeit nicht zurecht kommt.

(Wikipedia)

Ab Anfang 1958 ist Édith mit dem fast 20 Jahre jüngeren Georges Moustaki liiert (AP Quincunx Venus und Quadrat Jupiter), der für sie einen sehr erfolgreichen Chanson schreibt („Milord“). Im Februar 1959 kollabiert sie jedoch während eines Konzerts. Durch den exorbitanten Drogen- und Alkoholkonsum kam es zu einem Magendurchbruch. Ein halbes Jahr später muss sie nochmals notoperiert werden aufgrund einer Bauchspeicheldrüsen-Entzündung. Dabei wird festgestellt, dass sie an Leberkrebs leidet (AP und MK-AP Opposition Sonne und Merkur, Sextil Mars, Zeichenwechsel Krebs, Konjunktion Pluto). Ein Jahr nach dieser Hiobsbotschaft singt sie ihren wohl größten Erfolg „Non, je ne regrette rien!“ – Nein, sie bedauere nichts.

Mit dem Alterspunkt-Ingress in den Krebs ist der körperliche Verfall Èdiths, der Preis ihres exzessiven Lebens, unaufhaltsam. Beim AP-Übergang über Saturn nach dem Talpunkt des 8. Hauses heiratet sie ein zweites und letztes Mal, den 20 Jahre jüngeren Théo. Trotz ihrer körperlichen Schwäche gibt sie immer noch Konzerte, um das Olympia in Paris vor dem Ruin zu retten. Kurz bevor der Alterspunkt die 9. Hausspitze und Opposition zu Venus und Trigon zu Jupiter erreicht, stirbt Édith Piaf im Alter von nur 47 Jahren.

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