Pfingsten

Nachdem ich vor sieben Wochen die Horoskope für zwei plausible Daten der Kreuzigung ( Letztes Abendmahl und Passion) untersucht hatte, widme ich mich erneut den Konstellationen des Pfingstereignisses, diesmal für die Jahre 30 und 33 n. Chr.

Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte berichtet, dass der Heilige Geist auf die elf Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot (‚zum 50. Tag‘) in Jerusalem versammelt waren (Apg 2,1-41 EU). Dieses Fest fand sieben Wochen nach der Auferstehung statt (7 x 7 Tage = 7 Wochen = 49 Tage => 50. Tag). Im Jahr 30 n. Chr. entspricht der 50. Tag dem 28. Mai, im Jahr 33 n. Chr. dem 24. Mai.

Die Ausgießung des Heiligen Geistes

1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen.
2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten.
4 Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.
5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer aus allen Heidenvölkern unter dem Himmel.
6 Als nun dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Apg 2,1-6

Die dritte Stunde des Tages, in der sich das Pfingstereignis zugetragen haben soll, wurde in der Apostelgeschichte von Petrus erwähnt: 

15 Denn diese sind nicht berauscht, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde des Tages

Der Tag beginnt mit Sonnenaufgang, sobald der Aszendent die aufgehende Sonne erreicht. Drei Stunden später befindet sie sich im 11. Haus.

Im Jahr 30 n. Chr. befand sich die Sonne bereits seit drei Tagen im Zeichen Zwillinge, im Jahr 33 n. Chr. trat sie an jenem Morgen in das Zeichen Zwillinge ein.

 

50. Tag – Sonnenaufgang

Die aufgehende Sonne befand sich 30 n. Chr. auf 3° Zwillinge in Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten, der auf 29°56‘ soeben in das Zeichen Stier gewechselt hatte. Der absteigende Mondknoten stand in enger Konjunktion mit dem GZ auf 29°27‘ Skorpion. Im Jahr 33 n. Chr. befand sich die Sonne auf den letzten Bogensekunden des Zeichens Stier in gradgenauer Opposition zum GZ auf 29°30‘ Skorpion. Die genauen Werte des Sonnenaufgangs sind jeweils abhängig von den exakten Ortskoordinaten des Ereignisses.

Dritte Stunde

Zur dritten Stunde lag der Aszendent jeweils im Zeichen Krebs, die Sonne im 11. Haus am Talpunkt sowie im Jahr 30 n. Chr. in Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten. In Opposition befand sich das GZ im 5. Haus auf 29°27‘ Skorpion am absteigenden Mondknoten.

Im Jahr 30 n. Chr. kulminierte Jupiter im Zeichen Widder, im Jahr 33 n. Chr. kulminierte die Kosmische Spalte 0° Widder, der Nullpunkt des Zodiaks. In unmittelbarer Nähe kulminierte außerdem die Mondknotenachse auf 3° Widder/Waage.

Das Galaktische Zentrum spielte in beiden Jahren offenbar eine markante Rolle für den Beginn dieses denkwürdigen Tages, an dem der „Geist Gottes“ sich sowohl den Jüngern Christi als auch allen anderen anwesenden Menschen offenbarte – ungeachtet ihrer Glaubensrichtung. Um diese Zeitqualität umfassender verstehen zu können, lege ich den Schwerpunkt der nachfolgenden Ergänzungen meines ersten Textes (s.u.) auf eine esoterische Betrachtung der Konstellationen des Tages.

 

Die Sonne

Die Sonne repräsentiert in der Esoterischen Astrologie das „dreifache Selbst“, das sich auf jeder der drei Existenzebenen – physisch, seelisch, geistig – als ICH, SEELE, GEIST erkennt. Die Unterschiede dieser Existenz- oder Erfahrungsebenen sind durch den Grad der Bewusstheit des Selbst bestimmt. Auf der physischen Ebene der Persönlichkeit identifiziert sich das individuelle Selbst mit dem ICH als „niederem Selbst“ auf mentaler Ebene, mit dem „höheren Selbst“ auf der Ebene der SEELE, auf der die Sonne durch den Planeten Neptun wirksam wird und schließlich als GEISTiges Selbst, das über den Planeten Uranus sich durch Erkenntnis kosmischer Zusammenhänge mit dem größeren Zusammenhang identifiziert, dem universalen Selbst. Dieses „universale Selbst“ entspricht astrologisch dem Zentrum unserer Milchstraße, dem GZ.

Die Mondknotenachse

Die Mondknotenachse betont im Horoskop eine Häuser- und Zeichenachse im Sinne einer geistigen Entwicklungsachse. Beim aufsteigenden Mondknoten tritt das individuelle Bewusstsein als irdische Inkarnation in Erscheinung, beim absteigenden Mondknoten löst es sich im All-Eins-Sein wieder auf. Der aufsteigende Mondknoten zieht den Menschen als individuelles BewusstSein aus dem großen BewusstSein des All-Eins-Sein heraus, um die individuelle Reise der Bewusstseinsentwicklung zu beginnen. Die Stellung des aufsteigenden Mondknotens im Horoskop gibt Auskunft über die zu entwickelnden Themen des Bewusstseins. Sobald das Bewusstsein des Menschen eine ausreichende Entwicklung erfahren hat, verbindet der absteigende Mondknoten das individuelle Bewusstsein wieder mit dem allumfassenden Bewusstsein, indem er eine umfassendere Sicht entsprechend seiner Stellung im Horoskop ermöglicht. Die Stellung des absteigenden Mondknotens beschreibt, wie der Einzelne sich wieder mit dem großen „All-Bewusst-Sein“ verbinden kann, nachdem das individuelle BewusstSein die Lektionen des aufsteigenden Mondknotens ausreichend gelernt hat.

Das Galaktische Zentrum

Das Bewusstsein des „All-Eins-Sein“, in das der absteigende Mondknoten das individuelle Bewusstsein zurückführt, hängt offenbar wesentlich mit dem Zentrum der Milchstraße zusammen. Erkennbar wird dies durch die indische Stern-Konstellation Mūla (‚Wurzel, Anfang‘), in der sich das GZ befindet. Ihr planetarer Herrscher ist Ketu, der absteigende Mondknoten.

Das Zeichen Zwillinge

Jedes der zwölf Tierkreiszeichen bildet eine spezifische Bühne für den geistigen Entwicklungsprozess des Menschen, der von der materiellen, vordergründigen, ereignis- bzw. erfolgsorientierten Ebene der Persönlichkeit (exoterischer Zeichenherrscher) über den Krisenmechanismus des gegenüberliegenden Zeichens (Achsenpolarität) zum esoterischen Herrscher führt, der nur auf einer höheren, mentalen Bewusstseinsebene funktioniert: auf der Ebene der Seele, dem Höheren Selbst.

Im veränderlichen Luft-Zeichen Zwillinge herrscht der Intelligenzplanet Merkur auf der exoterischen Ebene der Persönlichkeit. Ihn zeichnen Neugierde, eine rasche Auffassungsgabe und ein großer Drang nach Wissen aus. Deshalb ist er stets auf der Suche nach neuen Eindrücken und Informationen, die er an andere vermitteln und weitergeben will.

Irgendwann jedoch beginnen nagende Zweifel an der Sinnhaftigkeit seines Tuns. Denn mit der polarisierenden Qualität des gegenüberliegenden Zeichens Schütze, das sich nur mit Wahrheit und Sinnhaftigkeit zufrieden gibt, stürzt der Zwillinge in eine Krise der „Inflation der Werte“. Denn Merkur behandelt das gesammelte und vermittelte Wissen wertfrei, ohne Bewertung nach seinem Sinn- oder Wahrheitsgehalt. Das kann eine verantwortungslose Weitergabe der Information bedeuten und den Verlust aller ethischen oder moralischen Werte. Die Schattenseite ist die Verbreitung von Lügen und Unwahrheiten. Durch die Konfrontation mit der Wahrheit muss Merkur erkennen, dass er trotz aller Informationen die Wahrheit nicht versteht oder den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Er muss eigene Erfahrungen mit dem gesammelten Wissen machen, um Informationen bewerten und ein Wertbewusstsein entwickeln zu können.

Sobald diese Lektion gelernt wird, hilft der auf der Ebene der Seele wirksame esoterische Herrscher Venus, nur noch das Wissen anzunehmen und weiterzugeben, das als gut, harmonisierend oder wesensgemäß bewertet worden ist. Sie hilft, einen Ausgleich zu finden zwischen den vielen Einzelinformationen und der einen Wahrheit, die zur Weisheit führen kann. Sie hilft vor allem, einen Ausgleich zwischen der Dualität von GEIST und MATERIE zu finden, zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Selbst der Persönlichkeits- und der GEISTigen Ebene, aus deren Spannungsfeld die SEELE als BEWUSSTSEIN hervorgeht. Im Zeichen Zwillinge erkennt das Selbst (die Sonne) seine eigene Dualität Geist – Materie, geistiges Selbst – physisches Ich. Dies bringt auch der esoterische Saatgedanke für das Zeichen Zwillinge zum Ausdruck.

„Ich erkenne mein anderes Selbst, und indem dieses schwindet, wachse und erglühe ich.“

 

Dritte Stunde

11. Haus

Zur dritten Stunde lag der Aszendent jeweils im Zeichen Krebs, die Sonne im 11. Haus am Talpunkt.

Im 11. Haus wird sich der Mensch seiner Willensfreiheit bewusst. Die Originalität und Einzigartigkeit des eigenen Wesens soll sich in schöpferischem Wirken optimal entfalten können. Dies bedingt Freiheit, Freiwilligkeit, Selbstbestimmung und die Wahrung der Menschenwürde sowohl des Einzelnen als auch seiner Mitmenschen. Die Menschen verbinden sich mit GleichgeSINNten und es entsteht ein Gruppenbewusstsein, in dem jedes Individuum sich optimal entfalten kann, ohne die Freiräume der anderen einzuschränken.

An den Talpunkten kommen die impulsgebenden Kräfte zur Ruhe, zum Stillstand. Die Lebensaktivität ist gehemmt und auf die inneren Bereiche des Lebens eingestellt. Die Kräfte ziehen sich nach innen zurück. Dadurch ist eine Festigung, Vertiefung und Stabilisierung möglich. In den Talpunkten findet immer ein Reifungsprozess, eine innere Sammlung und Neuorientierung statt. Hier vollzieht sich häufig eine Wandlung, eine Vorbereitung zu einem neuen Start.[1]

Am Talpunkt des 11. Hauses führt die duale Situation des Menschen eine Wandlung der Persönlichkeit, des „niederen Selbst“ herbei.

„Es geht darum, nach innen zu gehen und eigene Substanz zu entwickeln. Das bedeutet hier: Man soll die Wichtigkeit der eigenen Person vergessen und sich freudig in den Dienst einer Sache oder Gruppe stellen.“[2]

Am Talpunkt 11 kann sich die Kompensation des trennenden, überheblichen und elitären Denkens in ein Erkennen der SEELE als Verbindendem zwischen allen Menschen als jeweils gleichwertigen Teilen der einen Gruppe Menschheit verwandeln, die durch die Kraft der Liebe untrennbar miteinander verbunden ist.

Sonne ☍ GZ

Die Opposition der Sonne zum Galaktischen Zentrum entspricht dieser Begegnung des individuellen Selbst mit der Kraft des Heiligen Geistes, den wir uns als aus dem Zentrum unseres gemeinsamen Ursprungs kommend vorstellen können, denn im GZ liegt buchstäblich die Wurzel unseres Seins. Im Jahr 33 n. Chr. steht diese bis auf ein halbes Grad genaue Konjunktion im Zentrum der Tagesqualität (siehe Sonnenaufgangshoroskop), während im Jahr 30 n. Chr. die Mondknotenachse sie als Etappe des geistigen Entwicklungsprozesses beschreibt.

Der absteigende Mondknoten in Konjunktion mit dem GZ blickt auf eine Vergangenheit zurück, in der ein Gefühl der Sicherheit durch den Glauben an den einen „wahren“ Gott entwickelt werden konnte. Als Glaubensgruppe erlebten sich die Angehörigen dieser Glaubensgruppe als auserwähltes „elitäres“ Volk und trennte sich von allen Un- und Andersgläubigen. Es macht angesichts der Entwicklungen der vergangenen 2000 Jahre wenig Sinn, diesen kristallisierten Glauben an die eigene Auserwähltheit mit dem Pfingstereignis in Verbindung zu bringen. Eher können wir das GZ auf der Mondknotenachse als Beginn eines Entwicklungsprozesses begreifen, an dessen Ende die Befreiung und Er-Lösung vom Irrglauben der individuellen Einzigartigkeit und des Getrenntseins vom Ganzen steht. Diese Konstellation entspricht eher dem Beginn des öffentlichen Wirkens des Jesus von Nazareth, der drei Jahre vor seiner Kreuzigung begann. Dies wäre ein weiteres Indiz für das Jahr 33 n. Chr. für die Kreuzigung und Auferstehung des Jesus Christus, dem Erlöser des gesamten Kosmos.

Galaktische Zentren

Beginn der dritten Stunde 24. Mai 33 n. Chr.

Das Horoskop zum Beginn der dritten Stunde im Jahr 33 n. Chr. rückt weitere galaktische Zentren in das Blickfeld (→ Galaktische Faktoren im Horoskop). Das Medium Coeli an der Schwelle zur Kosmischen Spalte liegt gleichzeitig in Konjunktion mit dem Zentrum der benachbarten Andromeda-Galaxie M31 (→ Uranus im Andromeda-Nebel), die bei guten Sichtverhältnissen auch mit bloßem Auge sichtbar ist. Das Zentrum des Shapley Supergalaxienhaufens SCl liegt gegenüber am Herbst- bzw. Waagepunkt. Die Sonne steht zu beiden Zentren in harmonisierenden, entspannenden Aspekten. Gemeinsam mit Neptun auf 0° Wassermann verbinden sich diese galaktischen Zentren mit der Sonne zu einem das Zentrum umspannenden blauen Fünfeck. Für eine dem Davidstern ähnelnde Figur fehlt zwar ein Horoskopfaktor auf 0° Löwe, jedoch könnte die gesamte kosmische Spiegelachse 0° Löwe/Wassermann (→ GZ als siderischer Nullpunkt) die Figur zu einem gleichseitigen Sechseck vervollständigen. Es entsteht eine zweifache, duale Trinität.

Die Zeichengrenze

Drei der vier galaktischen Zentren, die mir für die Erde und somit die gesamte Menschheit bedeutsam scheinen, waren in jener Zeit im Begriff, das Tierkreiszeichen zu wechseln oder haben dies wenige Jahrzehnte zuvor getan. Nur das GZ befand sich noch im letzten Grad des Zeichens im Skorpion und wechselte 37 Jahre später (ca. 70 n. Chr.) in das Zeichen Schütze. Die Menschen befanden sich in einem Epochen- oder Zeitalter-Wechsel (→ Die Yugas und der FP/GZ-Zyklus). Das Zeitalter des Mars (FP in ♈ + GZ in ♏) wechselte zum Zeitalter des Jupiter (FP in ♓ + GZ in ♐). Heute hoffen viele Christen erneut auf eine Wiederkunft des Christus oder zumindest seines Bewusstseins und vielleicht gebiert der bevorstehende Zeichenwechsel dieser drei galaktischen Zentren die neue Ära des Wassermannzeitalters, das meiner Ansicht nach beginnt, sobald das GZ in das Zeichen Steinbock eingetreten sein wird. Das führt mich zur Vermutung, dass vor allem die Zeichengrenzen die Manifestation des GEIST begünstigen können. Denn der GEIST (pneuma) an sich ist frei und formlos wie die Luft oder der Atem.

Literatur:
[1] Bruno und Louise Huber: Das astrologische Häusersystem
[2] Bruno und Louise Huber: Die Planeten als Funktionsorgane


15. Mai 2016 um 10:46 Uhr

Nach Rudolf Steiner fand die Kreuzigung Jesu Christi am Freitag, den 3. April 33 statt. Das leere Grab wurde am dritten Tag danach, am Sonntag, 5. April, entdeckt. 49 Tage später feierten die Juden und die verbliebenen elf Jünger Christi in Jerusalem das jüdische Fest „Schawuot“. Zur dritten Stunde dieses Tages kam der Heilige Geist auf die versammelten Jünger herab:

Die Ausgießung des Heiligen Geistes

1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen.
2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten.
4 Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.
5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer aus allen Heidenvölkern unter dem Himmel.
6 Als nun dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind diese, die da reden, nicht alle Galiläer?
8 Wieso hören wir sie dann jeder in unserer eigenen Sprache, in der wir geboren wurden?
9 Parther und Meder und Elamiter und wir Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadocien, Pontus und Asia;
10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und von den Gegenden Libyens bei Kyrene, und die hier weilenden Römer, Juden und Proselyten,
11 Kreter und Araber — wir hören sie in unseren Sprachen die großen Taten Gottes verkünden!
12 Und sie entsetzten sich alle und gerieten in Verlegenheit und sprachen einer zum anderen: Was soll das wohl sein?
13 Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen Weines!

Apostelgeschichte

Pfingsten RadixIm julianischen Kalender war dies am 24. Mai 33 gegen 9:00 Uhr in Jerusalem. Die Sonne war gerade in das Zeichen Zwillinge eingetreten und stand im 11. Haus, gegenüber das Galaktische Zentrum auf 29,5° Skorpion. Die Venus kulminierte am MC, im Westen stand Neptun auf 0° Wassermann im 7. Haus. Zuerst dachte ich, dass man den Aszendenten in das Zeichen Löwe vorschieben sollte, sodass Neptun exakt am Deszendenten steht. Der Heilige Geist hatte immerhin eine grenzauflösende Wirkung, denn alle Menschen, die das Ereignis miterlebten, verstanden sich plötzlich. Sie sprachen eine Sprache.

WassermannNeptun liegt im Zeichen und Sternbild Wassermann, der „das Wasser des Lebens für die dürstende Menschheit“ ausgießt. Wassermann ist das elfte Zeichen, greift damit nochmals die Elf auf. Elf ist auch deshalb bedeutsam, da der Apostel Judas noch vor der Kreuzigung sich selbst tötete und der zwölfte Apostel Matthias offenbar noch nicht gewählt war, denn Petrus trat laut Apostelgeschichte „gemeinsam mit den Elf“ auf, um seine Pfingstpredigt zu halten. Die neuzeitliche Astrologie ordnet dem Zeichen Wassermann den ersten der neu entdeckten Planeten Uranus zu. Klassischer Herrscher ist Saturn, dem die Astrologische Psychologie in ihrem astrologischen Familienmodell die nährende und schützende Rolle der irdischen Mutter zuordnet. Venus am MC erscheint mir daher sehr stimmig, da sie den Reigen der weiblichen Planeten in den Fokus stellt.

In der indischen Astrologie geht es im 11. Bhava um Wünsche und die Unterstützung, Wertschätzung, Bestätigung und den Schutz durch andere (ältere Geschwister, Freunde, Kollegen und Gruppen, denen man angehört). Allerdings befand sich die Zwillings-Sonne bei einem Krebs-Lagna noch im 12. Bhava.

Der griechische Ausdruck parakletos wurde von Martin Luther mit „Tröster“ übersetzt. Andere übersetzten auch mit „Beistand“. Im angelsächsischen Sprachraum wird der Heilige Geist deshalb auch oft „The Comforter“ genannt. Das Wort Paraklet heißt eigentlich „der Herbeigerufene“. Der Heilige Geist ist demnach Hilfe und Beistand, die man herbeirufen kann.

API-Planetentafel

API-Planetentafel

Venus ist comforting, sie liebt und gibt Komfort, sie tröstet wie eine Mutter (Saturn) ihr Kind tröstet. Auf der geistigen Ebene ist es Uranus, der den Heiligen Geist repräsentiert. Er steht in der API-Planetentafel in der Kolonne der weiblichen Planeten Venus, Saturn und Uranus. Gemeinsam ist ihnen die Motivation des fixen Kreuzes: das Streben nach Harmonie und Sicherheit. Uranus wird nicht nur der Heilige Geist zugeordnet, sondern man kann ihn sich auch als weiblichen Aspekt Gottes vorstellen, der seine Schöpfung schützen möchte. Die katholische Kirche betont diesen weiblichen Aspekt in ihrer Verehrung der „Muttergottes“ Maria.

VenusIn der klassischen Stundenastrologie ist das 2. Haus Signifikator für den Anwalt, den Rechtsbeistand in einer Gerichtsverhandlung. Das 2. Haus steht in Analogie zum zweiten Zeichen Stier, das von Venus beherrscht wird. Tatsächlich findet sich in Rex Bills Rulership Book Venus als Signifikator für advocate.

Die Sonne war nicht nur in das Zeichen Zwillinge eingetreten, sondern auch in das Nakshatra Ardra. Dieses wird vom vedischen Sturmgott Rudra überwacht. Er galt als zerstörerische Gottheit, der auch heilende Kräfte zugesprochen wurden, denn Rudra reinigte durch seine Stürme die Atmosphäre.

Pfingsten SingleklickMit den Huber’schen Deutungsmethoden fällt noch mehr auf. Im Mondknotenhoroskop (MKH) steht die Sonne an der gleichen Stelle im 11. Haus wie in der Radix, das Galaktische Zentrum gegenüber im 5. Haus ebenso. Im Trigon/Sextil dazu Neptun. Der Heilige Geist kann ungehindert strömen (die Qualität der blauen Aspekte), von den tiefsten Tiefen des Unbewussten (MKH) zu den Höhen des Tagbewusstseins (Radix). Die Opposition der Sonne zum Galaktischen Zentrum ist identisch mit der Kreuzungsachse, die die beiden Kreuzungspunkte miteinander verbindet. Hier begegnen sich der Radix- und der Mondknotenalterspunkt zweimal innerhalb von 72 Jahren. In diesem Horoskop können wir die Kreuzungsachse buchstäblich als galaktische Achse bezeichnen. Dies unterstreicht das besondere, kosmische Ereignis, das sich an diesem Tag zur dritten Stunde den Menschen offenbart hatte. Die Achse betont auch die geistige Bedeutung der Zeichengrenze, denn sowohl Sonne als auch Neptun und das Galaktische Zentrum stehen auf dem ersten oder letzten Grad des Zeichens.

Lässt man den Alterspunkt durch dieses Horoskop weiterwandern, erreicht er im Jahre 70 den Neptun im 7. Haus. Die Römer vernichteten Jerusalem und zerstörten den Tempel. Der Beginn der jüdischen Diaspora.

Als ich mich gestern zum ersten Mal mit diesem aus Texten von Rudolf Steiner abgeleiteten Datum astrologisch beschäftigte, wählte ich neun Uhr morgens als Ereignismoment, da ich ganz pauschal dachte: Sonnenaufgang um sechs Uhr, also um neun Uhr die dritte Stunde. Tatsächlich stand die Sonne an diesem Tag schon um fünf Uhr morgens am Aszendenten und die dritte Stunde hätte demnach gegen acht Uhr begonnen. Ein Aszendent Löwe mit Neptun am DC wird damit unwahrscheinlicher, auch wenn er sich so schön angeboten hätte. Es ist wohl eher noch ein Aszendent in der Halbsumme von Mars/Saturn. Dann doch lieber der AC in der Halbsumme Mond und Jupiter/Merkur. Vielleicht war meine spontane Entscheidung für neun Uhr ein Wink des Heiligen Geistes, weil genau dieser Moment das Galaktische Zentrum und unsere Milchstraße so subtil in den Mittelpunkt stellt. 😉

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